Mit 23 Jahren segelte Kenichi Horie als erster Mensch allein und nonstop über den Pazifik. 65 Jahre später will der Japaner dieselbe Strecke noch einmal bewältigen, diesmal in umgekehrter Richtung und mit 88 Jahren. Dazwischen liegt ein Seglerleben voller Weltumsegelungen, ungewöhnlicher Boote und technischer Experimente. Ein Portät.

Als Kenichi Horie am 8. September 2026 seinen 88. Geburtstag feierte, nutzte er den Anlass nicht für einen Rückblick auf ein außergewöhnliches Seglerleben, sondern für die Ankündigung der nächsten Reise. Im Frühjahr 2027 will er erneut allein und nonstop über den Pazifik segeln, von San Francisco nach Japan. Rund 4.500 Seemeilen liegen zwischen dem geplanten Start in Kalifornien und seinem Ziel bei Nishinomiya, etwa zwei Monate hat Horie für die Überfahrt eingeplant. Gelingt sie, verbessert er seinen eigenen Altersrekord aus dem Jahr 2022, als er dieselbe Route im Alter von 83 Jahren bewältigte. Der Rekord ist dabei nur ein Nebenaspekt einer Biografie, die seit mehr als sechs Jahrzehnten von einer bemerkenswerten Konsequenz geprägt ist. Horie segelt nicht von Projekt zu Projekt, weil er noch eine Marke in einer Statistik verbessern möchte. Vielmehr scheint ihn seit seiner Jugend dieselbe Neugier anzutreiben, die Frage, welche Reise noch möglich wäre, welches Boot sich dafür bauen ließe und welche Idee sich auf dem Meer ausprobieren könnte.
„Nun, ich habe ihn überquert, weil ich es wollte“
Horie auf die Frage, warum er den Pazifik überquert habe.

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