Clara Witthinrich und Oliver Schmidt-Rybandt haben bei der Offshore-Doublehanded-WM vor Marseille einen starken Auftakt erwischt. Das deutsche Duo beendete das erste Qualifikationsrennen über rund 93 Seemeilen auf Rang zwei und steht damit bereits im Finale.

Für Schmidt-Rybandt und Witthinrich begann die Weltmeisterschaft dabei auf weitgehend ungewohntem Material. Gesegelt wird vor Marseille auf identischen Sun Fast 30 One Design, die vom Veranstalter gestellt und den Teams zugelost werden. Das deutsche Duo ist gemeinsam vor allem auf der Dehler 30 OD unterwegs und gewann in diesem Jahr bereits seine Klasse beim Baltic 500.
In der ersten Qualifikationsgruppe trafen die beiden auf acht internationale Konkurrenten. Die Bedingungen verlangten offenbar unterschiedliche Qualitäten. Rund um Marseille waren leichte und wechselhafte Winde angesagt, während auf dem längeren Offshore-Teil rund 15 Knoten erwartet wurden. Oli Schmidt-Rybandt spricht im Video teilweise vom „Topfschlagen“.
17 Mixed Crews, ein Design
Das Format der Offshore Double Handed World Championship unterscheidet sich deutlich von einer klassischen Regattaserie. Die 17 Mixed-Crews aus 13 Nationen segeln vor Marseille auf identischen Sun Fast 30 One Design, die vom Veranstalter gestellt werden. Zunächst wird in zwei Qualifikationsrennen ausgesiebt: Im ersten Lauf am Donnerstag sichern sich die fünf bestplatzierten Teams direkt einen Platz im Finale, weitere fünf Finaltickets werden im zweiten Qualifier am Sonnabend vergeben.

Für die übrigen Mannschaften bleibt am Montag noch der Hoffnungslauf, das sogenannte Repechage Race, dessen Sieger den elften und letzten Startplatz erhält. Entscheidend ist anschließend ausschließlich das Finale. Die elf qualifizierten Crews starten zu einem rund 48 Stunden langen Offshore-Rennen, dessen genaue Ausgestaltung von den Wetterbedingungen abhängen kann. Ergebnisse aus der Qualifikation werden nicht als Punkte oder Zeitgutschriften übernommen; World Sailing bezeichnet das Finale ausdrücklich als „winner-takes-all“. Wer dieses Rennen gewinnt, ist Weltmeister. Für Oliver Schmidt-Rybandt und Clara Witthinrich bedeutet Rang zwei im ersten Qualifier damit vor allem eines: Sie haben ihren Finalplatz bereits sicher und können sich den Umweg über den Hoffnungslauf sparen
Ohne Umweg ins Finale
Der zweite Platz ist mehr als nur ein guter Einstieg in die WM. Die jeweils besten fünf Teams der beiden Qualifikationsrennen ziehen direkt ins Finale ein. Schmidt-Rybandt und Witthinrich können sich den Hoffnungslauf am Montag damit sparen.
Das zweite deutsche Team mit Lina Rixgens und Andreas Baden startet am Sonnabend in der zweiten Qualifikationsgruppe. Rixgens kennt die Sun Fast 30 OD bestens und gewann mit diesem Bootstyp in diesem Jahr bereits ihre Klasse beim Race to the Arctic. Erst im Finale könnten beide deutschen Mannschaften direkt aufeinandertreffen.
Das Finale beginnt nach dem derzeitigen Zeitplan am Mittwoch, 30. September, und ist als rund 48-stündiges Offshore-Rennen angelegt. Der Weltmeister wird ausschließlich über dieses Finalrennen ermittelt; die Platzierung aus der Qualifikation wird also nicht mitgenommen.

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