Ocean Race: Boris Herrmann und Team Malizia – bereit für die Welt, aber gegen wen?

Dünne Luft vor dem Start

Boris Herrmann schwärmt nach der Rennpremiere von seiner neuen Malizia 4 und hält sie am Wind sogar für den schnellsten IMOCA der Flotte. Nach der Route du Rhum soll es damit einmal um die Welt gehen. Doch knapp vier Monate vor dem Start von The Ocean Race stellt sich eine überraschende Frage: Gegen wen eigentlich?

27 Minuten nach dem Sieger im Ziel, Platz vier nach gut 3.000 Seemeilen und ein beschädigtes Foil-System: Rein statistisch war die Rennpremiere der neuen Malizia 4 beim Ocean Race Atlantic von New York nach Lorient nicht unbedingt das, was sich Boris Herrmann und seine Crew erhofft hatten.

Andererseits waren es auch nur 27 Minuten nach fast acht Tagen auf dem Atlantik. Vor Herrmann lagen Paul Meilhats United by the Ocean, Francesca Clapcich mit 11th Hour Racing und Kojiro Shiraishi auf DMG MORI Global One – vier IMOCA innerhalb von nicht einmal einer halben Stunde. Allerdings war Malizia 4 bereits früh gehandicapt: Nur sechs Stunden nach dem Start kollidierte der IMOCA offenbar mit einem großen Fisch oder einem Wal. Dabei löste sich der Hydraulikzylinder für die Foil-Verstellung von seiner Verankerung an der Schottwand, der Rake – also der Anstellwinkel des Foils – ließ sich nicht mehr kontrollieren. Die Mannschaft musste das Foil schließlich mit minimalem Rake fixieren. Das bedeutete deutlich weniger Auftrieb und vor allem weniger aufrichtendes Moment.

Ist dieses Boot der Knaller oder nicht? Bei der RdR wird es zeigen können, was es tatsächlich drauf hat (und sein Skipper) © team malizia

Die Folgen waren wesentlich unangenehmer, als es die zunächst recht erfolgreich wirkende Notreparatur vermuten ließ. Die Crew konnte die Segel nicht mehr so dicht und mit demselben Druck fahren wie zuvor. Sobald Malizia 4 etwas langsamer wurde, musste sofort gefiert werden, um Druck aus dem Rigg zu nehmen. Die Mannschaft war deshalb permanent mit Schoten und Trimm beschäftigt. Für einen der kurzen 20-Minuten-Speed-Sprints ließ sich das Boot mit entsprechendem Einsatz trotzdem auf hohem Tempo halten, erklärt Herrmann. Über Stunden und Tage funktionierte das nicht – und genau deshalb konnte Malizia trotz teilweise beeindruckender Geschwindigkeitsspitzen mit den unbeschädigten Konkurrenten auf Dauer nicht mithalten.
Genau das beschreibt Herrmann jetzt erstmals etwas ausführlicher in einem Interview mit Voiles & Voiliers. Und trotz des Schadens klingt seine erste Bilanz des neuen Antoine-Koch-IMOCA ziemlich euphorisch.

 

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Ein Kommentar zu „Ocean Race: Boris Herrmann und Team Malizia – bereit für die Welt, aber gegen wen?“

  1. jorgo

    sagt:

    Kläglich!

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