Stephan Bodens Kolumne: Die fünf Phasen des Saisonendes

Herrlich frisch!

Das Ende der Segelsaison kommt nie plötzlich. Es kündigt sich an – mit kühlen Morgenstunden, leeren Häfen, ersten Kranterminen und der hartnäckigen Weigerung, das alles wahrhaben zu wollen. Ein Segler durchläuft dabei zuverlässig fünf Phasen. Und jede davon ist vollkommen irrational.

Ende Oktober auf dem Wasser. Heißer Tee hilft. © Stephan Boden

Ich hatte gerade eine Situation, die auch in diese Richtung ging. Mitte August habe ich ein neues Boot gekauft. Es stand segelklar an Land, es war nichts mehr großartig vorzubereiten. Nach dem Kauf ging die Träumerei los: „Der September wird sicher noch schön, da können wir das neue Boot ausreichend nutzen.“ Nun, leider – oder besser gesagt zum Glück kam es anders. Denn Termine, die schon lange feststanden, machten aus möglichen sechs Wochenenden nur noch drei. Und in der Nachbetrachtung hätten wir vermutlich nicht eine einzige Seemeile gemacht, weil natürlich genau an diesen Wochenenden das Wetter denkbar schlecht war: entweder nasskalt oder Starkwind. Das Boot ist deshalb von Sommerlandplatz zum Winterlagerplatz gewandert und nun warte ich sehnsüchtig auf die kommende Saison. Sind ja nur noch bummelige 200 Tage. 

Ich habe dennoch viel mit mir gehadert, und darüber nachgedacht das Boot doch noch einzuwassern. Aber da wir Anfang Oktober einen lang geplanten Auslandsurlaub antreten, wurde aus dem Hadern eine Vernunftentscheidung, die eigentlich unüblich für Segler ist. Denn eigentlich kennen ich diese Zeit anders. 

Psychologen kennen für den Umgang mit unangenehmen Wahrheiten verschiedene Phasenmodelle. Für Segler gibt es bislang erstaunlicherweise keines. Dabei wäre es dringend nötig. Denn der Abschied von der Segelsaison folgt jedes Jahr einem nahezu identischen Muster.

Phase 1: Verdrängung

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Ein Kommentar zu „Stephan Bodens Kolumne: Die fünf Phasen des Saisonendes“

  1. Matze

    sagt:

    Hahaha. Ich habe 1. sehr gelacht und 2. mich bei jedem Punkt erkannt. (Einen Termin zum Einwintern habe ich noch nicht gemacht)

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