Ein Seglerpaar auf dem Weg von Skandinavien nach Portugal ist am Freitagabend vor Wangerooge in Seenot geraten. Nach einem Mastbruch trieb der rund zehn Meter lange Katamaran manövrierunfähig auf der Nordsee und musste von den Seenotrettern nach Hooksiel geschleppt werden.

Die Überführungsfahrt eines Seglerpaares von Skandinavien nach Portugal hat am Freitag, 25. September 2026, vor der ostfriesischen Insel Wangerooge ein ungeplantes Ende genommen. Rund neun Seemeilen nördlich der Insel brach aus bislang ungeklärter Ursache der Mast ihres etwa zehn Meter langen Kajüt-Katamarans. Das Boot war danach nicht mehr manövrierfähig.
Gegen 17.30 Uhr nahm Bremen Rescue Radio, die Seenotküstenfunkstelle der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), auf UKW-Kanal 16 einen nur schwach verständlichen „Mayday“-Ruf auf. Weder Schiffsname noch Position waren daraus zu erkennen. Kurz darauf meldete sich die Besatzung einer Segelyacht bei den Seenotrettern. Sie hatte den Notruf ebenfalls empfangen und in ihrer Nähe einen havarierten Katamaran entdeckt.
Die deutsche Rettungsleitstelle See, das Maritime Rescue Co-ordination Centre (MRCC) Bremen, setzte daraufhin den Seenotrettungskreuzer BERNHARD GRUBEN der Station Hooksiel ein. Das zugehörige Tochterboot JOHANN FIDI war zu diesem Zeitpunkt bereits auf See und nahm direkt Kurs auf die Unglücksstelle. Auch das Bundespolizei-Einsatzschiff Bad Düben hatte den Funkverkehr mitgehört und lief den Havaristen an.
Gegen 18.15 Uhr erreichten die Einsatzkräfte den Katamaran. Der Skipper war durch die Bewegungen des manövrierunfähigen Bootes in der Dünung stark seekrank geworden. Er wurde mit dem Kontrollboot der Bad Düben auf das Einsatzschiff gebracht und dort zunächst medizinisch betreut.
Seenotretter und Bundespolizisten gingen anschließend gemeinsam auf den Katamaran über. Um das Boot schleppfähig zu machen, mussten sie den gebrochenen Mast samt Segel und Teilen der Takelage vom Schiff trennen. Die Bad Düben übernahm Mast und Segel anschließend mit ihrem Kran.
Danach nahm die BERNHARD GRUBEN den Katamaran in Schlepp. Die Segelpartnerin des Skippers blieb während der Fahrt an Bord und übernahm das Ruder des Havaristen.
Um 22.45 Uhr erreichte der Schleppverband sicher den Hafen von Hooksiel. Wenig später lief auch die Bad Düben ein, sodass das Seglerpaar wieder zusammenkam. Eine weitere medizinische Behandlung des Skippers war nach Angaben der Einsatzkräfte nicht erforderlich.
Zum Zeitpunkt des Einsatzes herrschte Wind der Stärke drei mit Geschwindigkeiten von bis zu etwa 19 km/h. Auf der Nordsee stand eine langgezogene Dünung mit ungefähr einem halben Meter Wellenhöhe.
Quelle: Die Seenotretter/DGzRS

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