Clara und Oli segeln nach Rang zwei im Qualifier direkt ins WM-Finale. Im Gespräch mit SR erzählen sie, warum sie damit selbst kaum gerechnet haben und wie sie das finale Rennen angehen. Auch Lina Rixgens und Andreas Baden haben sich mit Platz fünf qualifiziert. Baden erklärt ihr Rennen.

Clara Witthinrich und Oliver Schmidt-Rybandt haben sich bei der Offshore Double Handed World Championship vor Marseille mit Rang zwei überraschend souverän für das Finale qualifiziert. Und sie sind dort nicht allein: Auch Lina Rixgens und Andreas Baden beendeten ihren Qualifier in der zweiten Gruppe auf dem entscheidenden fünften Platz. Insgesamt sind 17 Teams aus 13 Nationen am Start
Damit stehen die zwei deutschen Mixed-Crews im Finale der besten elf Teams. Jeweils fünf Teams kamen weiter. Eine weitere Crew kann sich über einen Hoffnungslauf qualifizieren. SegelReporter hat mit Witthinrich und Schmidt-Rybandt darüber gesprochen, wie aus einem zunächst eher ernüchternden Rennen plötzlich Platz zwei wurde – und warum die Rollenverteilung an Bord ziemlich eindeutig ist.
Für beide war die direkte Qualifikation für das Finale das erklärte Ziel. Dass sie es mit Rang zwei derart souverän erreichen würden, hatten sie allerdings nicht erwartet. Das zweite deutsche Team zog einen Tag später nach: Lina Rixgens und Andreas Baden kamen in ihrem Qualifier auf Rang fünf ins Ziel und sicherten sich damit ebenfalls einen der fünf direkten Finalplätze ihrer Gruppe.
Ergebnisse
Qualifier 1
1. 🇫🇷 Christopher Pratt / Maïlys Radulic – Frankreich
2. 🇩🇪 Clara Witthinrich / Oliver Schmidt-Rybandt – Deutschland
3. 🇦🇺 Annie Stevenson / Peter Winter – Australien
4. 🇳🇱 Simeon Tienpont / Christiane Walta – Niederlande
5. 🇸🇪 Lena Having / Eivind Bøymo-Malm – Schweden
6. 🇺🇸 Adrianna Lee / Cade Morris – USA
7. 🇳🇴 Karl Otto Book / Maren Magda Book – Norwegen
8. 🇪🇸 Hugo Ramon Froye / Maira Bover Guerrero – Spanien
9. 🇯🇵 Yoshihiko Murase / Nanami Iguchi – JapanQualifier 2
1. 🇧🇪 Jonas Gerckens / Djemila Tassin – Belgien
2. 🇫🇷 Thomas André / Colombe Julia – Frankreich
3. 🇸🇪 Anna Drougge / Emil Forsgren – Schweden
4. 🇺🇾 Federico Waksman / Irina Gracheva – Uruguay
5. 🇩🇪 Lina Rixgens / Andreas Baden – Deutschland
6. 🇮🇪 Richard Bretherton / Inka Lührs – Irland
7. 🇨🇦 Michael Egberts / Catherine Kierans – Kanada
8. 🇳🇴 Lars-Fredrik Moe-Helgesen / Gina Lillmeørk Nilsen – Norwegen
Damit sind beide deutschen Crews dabei, wenn am Mittwoch, 30. September, elf Teams zum entscheidenden Rennen um die Medaillen bei der Offshore Double Handed World Championship starten. Das Finale ist als rund 48-stündiges Offshore-Rennen über zwei Nächte geplant. Gesegelt wird wie schon in der Qualifikation auf identischen, vom Veranstalter gestellten Sun Fast 30 One Design.
Das Ergebnis ist für Clara und Oli bemerkenswert. Marseille ist für beide ein neues Revier, die Sun Fast 30 OD war ihnen vor der WM ebenfalls unbekannt und gemeinsam haben sie bislang kaum Regattaerfahrung gesammelt. „Noch nie hier gesegelt und noch nie auf diesem Boot“, fasst Oli die Voraussetzungen zusammen. Vor dem ersten Start blieben gerade einmal drei halbe Trainingstage auf dem Boot. Danach war Schluss. Vor dem Finale dürfen die qualifizierten Crews nicht mehr trainieren.

Trotzdem fühlte sich die Sun Fast für die beiden erstaunlich schnell vertraut an. Die Bedienung erinnere in vielen Bereichen an die Dehler 30 OD, mit der Witthinrich und Schmidt-Rybandt in diesem Jahr bereits gemeinsam die Baltic 500 gesegelt haben. „Wir haben das Boot sofort verstanden“, sagt Schmidt-Rybandt. Schwieriger sei weniger das Handling als herauszufinden, wie das Boot tatsächlich schnell gesegelt werden müsse. Winkel, Steuergefühl und die Belastungen auf der Pinne seien deutlich anders als gewohnt.
„Vielleicht sind wir doch auf der falschen Veranstaltung“

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