Brenta 222: Schöner wohnen und segeln auf windgeschützter Terrasse

Stilvoll lungern

Fahrtenboote werden von innen nach außen entworfen. Es geht um Lifestyle-Geschichtspunkte, den zuhause gewohnten Komfort, der auch an Bord erwartet wird. Das Bordlebensgefühl zählt. Das ist bei Megayachten nicht anders als beim mittelgroßen Kompaktboot wo jedoch alles auf wenigen Metern Länge unterzubringen ist.

Brenta 222

Zum stilvollen Herumlümmeln achtern sehen die Mailländer zwei windgeschützte Polstergarnituren vor © Luca Brenta & C.

Natürlich ergeben sich bei großen Projekten wie der Brenta 222 andere gestalterische Spielräume. Auf 68 Metern Länge gibt es genug Platz, auch für die 13-köpfige Besatzung im Vorschiff und eine Eignersuite mit Heckterrasse und Sofas am anderen Ende.

Wie die ersten Einrichtungsskizzen, Renderings und vorläufige Zeichnungen der gigantischen Slup zeigen, kann sich das Projekt sehen lassen. Es wird ähnlich wie die Dubois-Konstruktion der 66 m langen „Aglaia“ von 2011 ein flachbordig schlankes Geschoß.

Salon mit Meerblick

Brenta 222

Der Brentasche Minimalismus geht auch in 222 Fuß. Das sind 68 m Länge © Luca Brenta & C.

„Wir wurden vom Eigner einer 43 m Huisman Ketsch um die Entwicklung dieser Slup gebeten“ berichtet Lorenzo Argento vom Mailänder Konstruktionsbüro Luca Brenta & C. „Nach den ersten Gesprächen entstand das Konzept mit umlaufender Schanz. Diese angehobene Bordwand bietet viel gefühlte Sicherheit.

Um nun dennoch aus dem flach gehaltenen Deckssalon aufs Meer gucken zu können, wurde die Schanz nur halbhoch ausgeführt und mit einer Reling versehen. Um auch im Salon sitzend den gewünschten Meerblick zu haben könnte die Schanz seitlich neben dem Aufbau abgesenkt werden“ berichtet Argento.

Brenta 222

Auch bei einen 68 m Boot wird von innen, von Bordlebensgesichtspunkten nach außen gedacht und skizziert. Beim Blick vom Deckssalon über die halb hohe Schanz nach draußen geht es um Zentimeter © Luca Brenta & C.

Wie bei Brenta-Konstruktionen, beispielsweise den als B-Yachts gebauten Daysailern bekannt, kommt auch die riesige Slup ziemlich aufgeräumt und funktional daher. Vom diesmal Käppi-artigen Aufbau mit schattenspendendem Dachüberstand, den Sofas und den beiden Steuerständen abgesehen und der allernötigsten Segelhardware wird das Deck schier. Schöner wohnen und segeln a la Brenta.

Stilvoll lungern

Ins Schippen-förmige Heck soll eine windgeschützte Terrasse mit direktem Zugang zum Meer eingelassen werden. „Hier wären es nur wenige Schritte von der Eignerkajüte ans Wasser“ erläutert Argento. Das Achterdeck des 10,50 m breiten Bootes böte genug Platz für zwei Wohnzimmergarnituren, in denen man je nach Sonnenstand und Krängung entweder back- oder steuerbord stilvoll lungern kann.

Brenta 222

Ein 90 Meter Partialrigg auf einem 68 m Boot: Wer ko der ko! © Luca Brenta & C.

Noch befindet sich das ganze in einem frühen Projektstadium und Einzelheiten zur Struktur, den Abmessungen des Riggs und den Systemen müssen im Detail ausgearbeitet werden“ berichtet Argento aus der Welt des abgefahren großen, ansehnlichen Segelns.

 

Eckdaten Brenta 222 (vorläufig)

Länge: 68 m
Breite: 10,50 m
Tiefgang Hubkiel): circa 9 m
Brückendurchfahrtshöhe:90 m

Designbüro Brenta

Das Mailändische Konstruktionsbüro Luca Brenta & C. machte 1991 mit der 25 m Slup Wallygator von sich reden, der 1994 die 32 m Ketsch gleichen Namens folgte, 1998 dann die Slup „Wally B“, im Jahr darauf die 33 m lange „Kenora“. 2005 zeichneten die Ästheten den 37 m Vitters Werftbau „Ghost“, zwei Jahre später einen 27 m langen Nautor Einzelbau und 2008 die vielbeachtete „Chrisco“ mit einem komplett verglasten Deckshaus. 2004 lancierten die Mailänder mit B-Yachts eine eigene Range funktional formschöner Daysailer, die als sechs verschiedene Typen von 30 bis 60 Fuß auch für deutsche und österreichische Eigner entstehen. Das Büro wird von Luca Brenta und seinem Kompagnon Lorenzo Argento geführt.

Das Rendering setzt den Menschen ins Verhältnis zum Schiff. Der Aufbau verschwindet fast hinter dem Schanzkleid. Das Bleitorpedo des 9 m tief gehenden Hubkliels würde 13 m lang © Luca Brenta & C.

Das Rendering setzt den Menschen ins Verhältnis zum Schiff. Der Aufbau verschwindet fast hinter dem Schanzkleid. Das Bleitorpedo des 9 m tief gehenden Hubkliels würde 13 m lang
© Luca Brenta & C.

Der Zugang von der Heckterrasse zur Eignerkajüte achtern würde wie bei normalen Booten Mittschiffs üblich durch einen Niedergang mit Schiebeluk erfolgen © Luca Brenta & C.

Der Zugang von der Heckterrasse zur Eignerkajüte achtern würde wie bei normalen Booten Mittschiffs üblich durch einen Niedergang mit Schiebeluk erfolgen © Luca Brenta & C.

 

 

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Erdmann Braschos

Sein Spezialgebiet umfasst Mega-Yachten, Klassiker, Daysailor und Schärenkreuzer. Mehr über Erdmann findest Du hier.
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16 Kommentare zu „Brenta 222: Schöner wohnen und segeln auf windgeschützter Terrasse“

  1. avatar I-330 sagt:

    wenn man denn geld hätte dafür – hübsch anzusehn ist sie allemal, aber die vorstellung dass das eigene boot zweimal quer reinpassen würde auch leicht seltsam.

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  2. avatar T.K. sagt:

    Die gibt es bestimmt demnächst als Volksboot für 77.777.777,77 Teuronen demnächst von Hanse im Supidupisonderangebot (brutto versteht sich, das Volk kann sowas ja nicht absetzten)

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    • avatar bagatell sagt:

      Schon wieder Punkrock. Wird ja immer besser hier!
      Sailing Anarchy ist out – Punkrock Sail ist in.

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  3. avatar Alex sagt:

    Wäre auch spannend, wie viele Arbeitnehmer und wie lange, nur von diesem Projekt ihre Familien ernähren können, und sicher glücklich sind, über den Auftragseingang bei ihrem Arbeitgeber.

    Nur bevor die Debatte „Geiz ist geil” und wieso baut keiner Billigboote zum Discounttarif, laminiert in Bangladesch, weil´s da noch billiger wird, erneut startet.

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    • avatar sanne sagt:

      Das ist nicht spannend. Es bekommen genauso viele Arbeitnehmer genauso lange die gleichen Krümel vom Kuchen wie bei jedem anderen Projekt.

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    • avatar Schlaufuxx sagt:

      Gebaut wird sowas seit 4-5 Jahren nur noch in der Türkei.
      Das geht weder in Holland noch in Italien.
      Nichtsdestotrotz kommen selbst bei Benetti-Kisten die Schränke z.T. aus Ostholstein und die Elektronik auch gerne aus Deutschland.
      Da ist genug zu tun.
      Lütje, Lürssen, BV und viele andere freuen sich.
      Made in GER ist in dem Preissegment immer noch in.
      Dass die Italiener gutes Design machen ist ja nicht neu.
      Mir wäre ne Brenta 40 in Pto Cervo trotzdem lieber.

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    • avatar bagatell sagt:

      “laminiert in Bangladesch”

      Way off topic!

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  4. avatar Vodka sagt:

    Oh Lord, won’t you buy me…

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  5. avatar Christian1968 sagt:

    Also, wenn die Sofas schöner wären, hätte ich sie bestellt, aber so bleibt mir keine andere Möglichkeit, als meine Order zu canceln 😉

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  6. avatar Martin sagt:

    Nicht so mein Ding; evtl. als Zweitboot?

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  7. avatar o nass is sagt:

    Immer diese Zwickmühle – Heckterrasse oder Heckgarage? Ich persönlich würde ja die Terrasse bevorzugen. Aber was sagen die Kids dazu? Die wollen doch ihre Spielzeuge in ‘Bereitschaft’ haben.
    Kann man das dem Personal zumuten, die Dinger mal fix aus dem Vorschiff zu kranen? Oder sind die dann wieder überfordert? Und gute Leute sind ja nun auch schwer zu finden.

    Das mit dem Ausblick aus dem Salon wäre ja einfach zu lösen: machen wir das Schanzkleid im Bereich der Salonfenster doch absenkbar, meinetwegen hydraulisch. An Kleinigkeiten soll so etwas doch nicht scheitern…

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  8. avatar dubblebubble sagt:

    Die Pornorampe hinten is mir nicht diskret genug.

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  9. avatar Drahtzieher sagt:

    Gesund geschrumpft?

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    • avatar SR-Fan sagt:

      Das Buch von Digger gibts wahrscheinlich bei der Übergabe als Gastgeschenk 😉

      VG

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