Positionslaternen: Kupfer-Gehäuse, die echten Grünspan ansetzen

Wat mutt, dat mutt

Die Positionslaternen PB Classic aus mattiertem Kupferblech haben zwar eine Rückseite aus schnödem Plastik, machen dafür aber vorne herum Schluss mit stilbrüchig praktischem Niro.

Toplicht Positionslateren

Für die Freunde der seglerisch guten alten Zeit, als die Laternen entweder ständig poliert wurden oder halt Grünspan ansetzten, gibt es die “PB Classic” © Toplicht

Edelstahl ist eine feine Sache: Das Material korrodiert nicht, ist pflegeleicht und hält ewig. Dank praktischer Nirobeschläge kommen wir Segler bei unserem materialintensiven Sport eher zur Sache. Etwaige Anzeichen von Flugrost werden mit einem Tropfen Politur und einem Lappen beseitigt und fertig.

Nun haben derart pflegeleichte und abwischbare Positionslaternengehäuse aus Niro der Klassiker- und Traditionsschifferszene noch nie gefallen. So ein in der Sonne funkelndes Gehäuse passt nicht in die Welt der alten Schiffe mit ächzendem Gebälk, kalfaterten Planken und knirschenden Blöcken aus Esche.

Diesen modernen Frevel beheben die Laternengehäuse aus mattiertem Kupferblech, dem herkömmlichen Werkstoff für solche Zwecke aus der „guten alten Zeit“. Die Sonderedition „PB Classic“ der traditionsreichen Hamburger Lampenfabrik Peters & Bey  hat natürlich eine BSH-Zulassung und ist als rot-grüne Doppellaterne, übliche Seiten- Heck und Ankerlaterne ab 99 Euro exklusiv beim Ausrüster Toplicht zu haben.

Das „alterungsfähige Material kann an Bord poliert oder der natürlichen Verwitterung überlassen werden“ meint Kai Bruhn von Toplicht. Liebe Freunde des Gaffelriggs und der besegelten Gemüseewer: Die Dinger sind nicht besonders praktisch, aber wat mutt, dat mutt! Dass die Rückseite aus schnödem Plastik ist, wird in diesem Zusammenhang erstens großzügig übersehen und zweitens nach Montage des Kupferlaterne sofort vergessen. Damit muss man Leben.

 

Toplicht

Der 1981 von Michael Thönnessen gegründete Ausrüster weist in seinem braunen Din A5 Katalog Artikel wie Bootsmannspfeife, Finkenwerder Fischerhemden, bronzene Schiffsglocken, Repliken traditioneller Spills oder klassischer Winschen, oder auch bündig in der Bordwand sitzende Rumpfdurchführungen auf.

Toplicht beschäftigt 25 Mitarbeiter und setzt jährlich 4 Millionen Euro um. Tendenz entgegen dem Branchentrend steigend. Ein neues Domizil wird gerade in der Nähe des bewährten A7 und Elbtunnel-nahen Standorts in Hamburg-Bahrenfeld gebaut. „Wir könnten mehr Gas geben und mehr expandieren. Aber wir machen wie gehabt weiter. Das Wachstum kommt von selbst“ sagt Geschäftsführer Michael Thönnessen.

Für Thönnessen ist die Beschäftigung mit alten Schiffen, klassischen Jollen oder Yachten kein Lifestyle, sondern das Thema seines Lebens. Er gehört zum visionären Gründerkreis des Museumshafens Oevelgönne. Damals kümmerte er sich um die holländische Tjalk „Fortuna“, ein 30 Tonnen schweres Plattbodenschiff Baujahr 1914 des Hamburger Architekten Volkwin Marg.

Weil man für den Betrieb solcher Schiffe ständig was braucht, hatte Thönnessen immer ein paar Holzblöcke, etwas Teer oder Leinöl in der Garage. Aus dieser Vorratshaltung für Freunde wurde vor 32 Jahren Toplicht. Ein Ausrüster, der an die Küste gehört wie die Elbe zu Hamburg und mittlerweile halb Europa beliefert.

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Erdmann Braschos

Sein Spezialgebiet umfasst Mega-Yachten, Klassiker, Daysailor und Schärenkreuzer. Mehr über Erdmann findest Du hier.

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Ein Kommentar „Positionslaternen: Kupfer-Gehäuse, die echten Grünspan ansetzen“

  1. avatar Andreas Marksen sagt:

    Schade nur, dass der Grünspan in der heutigen Zeit dank der sauberen Luft nur noch kaum entsteht. Da können Sie verwittern lassen solang sie wollen, ein grün wird sich innerhalb der nächsten 10 Jahre nicht einstellen. Da müssten Sie schon in einem Industriegebiet wohnen. Dass der Hersteller das natürlich verschweigt erscheint offensichtlich. Einzig “künstlich” nachhelfen könnte man. Das ist dann aber natürlich nicht mehr romantisch. 😉

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