Umwelt: Der Ostsee geht es schlecht

Todeszone

Gestern erschien im Ressort Wissen der FAZ die Zusammenfassung einer skandinavischen Studie über den dramatischen Zustand der Ostsee. Eine beklemmende Lektüre.

Ausgerechnet im großen und recht tiefen Gewässer rings um Gotland breitet sich die sogenannte Todeszone aus. Sauerstoffmangel durch Nährstoffeintrag und Klimawandel lässt die Algen blühen und das Revier umkippen. Selbst die Fachleute sind schockiert.

Rote Flächen zeigen geringen Sauerstoffgehalt, schwarz = kein Sauerstoff, totes Gewässer © FAZ/Jacob Carstensen

Rote Flächen zeigen geringen Sauerstoffgehalt, schwarz = kein Sauerstoff, totes Gewässer © FAZ/Jacob Carstensen

Die Ostsee ist aus mehreren Gründen eines der beliebtesten Segelreviere. Sie liegt für norddeutsche und skandinavische Segler vor der Tür. Sogar Holländer, Belgier, Engländer oder Franzosen steuern sie an. Seit dem Verschwinden des eisernen Vorhangs ist das Revier für Fahrtensegler mit Zeit und der Bereitschaft, gegen den üblichen Südwest zurück zu kreuzen, sogar noch größer geworden.

Ringsum von schützenden Küsten umschlossen, ist sie ein riesiges, vielseitiges Binnenmeer, einzig durch den Öresund und die Belte mit der Nordsee verbunden. Aber genau das, nämlich der limitierte Wasseraustausch ist das Problem. Zumindest seit es zu einer wachsenden Nährstoffzufuhr kommt. Die Ostsee ist sprichwörtlich – und zwar maßgeblich durch die Landwirtschaft – überdüngt.

Es braucht nur ein paar Wochen Sommersonne und unser wunderschönes Segelrevier kippt. Die Algenblüte ist unübersehbar. Ans Schwimmen ist dann auch für uns privilegierte Segler, die sich den Anker- und Badeplatz aussuchen können, nicht zu denken.

In der vergangenen Saison zeigte sich die Ostsee überwiegend von ihrer guten Seite. Es gab viele Gelegenheiten, die Badeleiter einzuhängen. Man konnte überall ins Wasser springen. Aber das ist trügerisch.

 

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Erdmann Braschos

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4 Kommentare zu „Umwelt: Der Ostsee geht es schlecht“

  1. avatar Schwätzer sagt:

    In Europa macht man halt lieber anderen Völkern Vorschriften über den Umweltschutz als sich im eigenen Land darum zu kümmern. Man redet lieber über den Regenwald, die Antarktis, die Korallenriffe, die Wüsten, etc. pp.

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 8 Daumen runter 6

    • avatar SR-Fan sagt:

      Europa =/ eigenes Land?!

      Natürlich muss man sich zunächst immer an der eigenen Nase fassen, wenn ich mir aber die Lage des Algenteppichs ansehe, scheinen wir ausnahmsweise mal nicht im Fokus zu stehen. Und wenn man sich die Regelungswut bei uns im Hinblick auf Energie, Umwelt, usw. ansehe sollte man ausnahmsweise mal mit Hirn an die Sache rangehen, denn letztlich werden die Kosten dafür immer nur umgewälzt.

      VG

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  2. avatar KlausM sagt:

    Der Mensch bringt sich selber um – wenn es der deutsche Erdenbürger nicht schafft, schaffen es die anderen –

    Ironie des Schicksals

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  3. avatar Piet sagt:

    Irgendwann wird es so akutt das es dann auch schon zu spät ist und dann ist das gemecker groß.

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