Tipps und Tricks vom Blauwasser Hans: Lange Landfesten ausbringen

Dinghy versus Kampfschwimmer Variante

Eine lange Landfeste mit einer zuziehenden Schlinge um einen Felsblock befestigt © H.Mühlbauer

Manche Ankerbuchten sind so klein oder so viel besucht, dass nicht alle Yachten frei an ihren Ankern schwojen können – der Raum dazu ist zu begrenzt. Deshalb legen sich die Yachten dann vor Buganker und bringen ein oder zwei lange Landfesten zu Bäumen oder Felsblöcken am Ufer aus.

Damit dies gelingt können zwei verschiedene Manöver angewandt werden:

1. Mit dem Beiboot. Die Yacht geht vor der gewünschten Liegeposition vor Buganker und rangiert vorsichtig rückwärts an das Ufer heran. Vorher wurde das Dinghy ausgebracht und ist nun in Standby-Position. Die luvwärtige Landleine wird in jedem Fall zuerst ausgebracht. Wenn die Entfernung zum Ufer nicht zu groß ist kann die lange Leine an Bord belegt werden und die Beibootcrew schleppt das andere Ende mit Paddeln oder Außenborder zu einem Punkt in Luv und macht es dort fest. Anschließend wird die Leeleine ausgebracht und die Yacht liegt komfortabel, platzsparend und fest.

Selbstzuziehende Schlinge mit Hilfe eines Pahlsteks der noch an Bord geschlagen wird - schnell und effektiv © H.Mühlbauer

2. Mit einem “Kampfschwimmer”: Die Landleinen werden, wie auch bei der Dinghy-Variante, vorab ohne Wuhling an Deck ausgelegt. Das Ende für den Schwimmer bekommt eine kleine Palstekschlinge, die er sich über den Arm legen kann. Dann hat er beide Hände frei zum Schwimmen und An-Land-klettern. Auf Skipperkommando springt er ins Wasser und belegt die Achterleine an Land. Die Palstekschlinge hilft dabei, um schnell eine große und sich zuziehende Schlinge um einen Felsblock zu schnüren.

In jedem Fall müssen die Landleinen gut vorbereitet sein, denn ein Knoten bringt das Manöver schnell zum scheitern. Ferner soll die Yacht mit eingelegtem Rückwärtsgang an der gespannten Ankerkette gehalten werden. Geschieht dies nicht dann zieht das Gewicht der Ankerkette den Rumpf vom Ufer weg und Dinghy wie Kampfschwimmer müssen einen langen Weg samt immer längerer Leine zurücklegen.

Bei der Beibootvariante ist unbedingt darauf zu achten, dass der Propeller des Außenborders keine Grundberührung hat, was ein Abscheren des Sicherungs-Scherstiftes oder eine Beschädigung des Propellers zur Folge hätte. Auch kann ein Touchieren mit scharfkantigen Steinen das Dinghy beschädigen.

Die “Kampfschwimmer-Version” ist die schnellere und sicherere Variante.

 

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Hans Mühlbauer

... hat in mehr als drei Dekaden in Mittelmeer und Übersee auf diversen Charteryachten und auf eigenen Yachten über 100.000 Meilen als Skipper (mit SHS, LRC etc.), Reiseveranstalter, und als Fahrtensegler gesammelt. Als freier Journalist, Autor und Filmemacher erkundet er spannende internationale Reviere, publiziert Bücher, schreibt Fachartikel für Zeitschriften und produziert Videos auf DVD und für das Fernsehen. Mehr unter www.dmcreisen.de. Seine Praxistipps finden Sie hier
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