Gebrauchtboot-Markt: Gabart und Caudrelier investieren in „Reboat“ – Refit als neues Business-Modell

Aus alt mach’ (fast) neu – zum 1/2 Preis!

Zwei der bekanntesten französischen Hochseesegler – François Gabart und Charles Caudrelier – beteiligen sich am Start-up „Reboat“. Das Unternehmen aus Lorient überholt gebrauchte Segelboote und will damit eine günstige, aber auch umweltfreundlichere Alternative zum Neuboot schaffen. Ist das auch ein Modell für Deutschland?

Fürs Refit völlig entkernt: Archambault vorher, nachher © Reboat

Wir alle erleben es jedes Jahr aufs Neue: In Europa sind die Häfen mit Segelbooten überfüllt. Während der Saison sind die Bade- und Sightseeing-Buchten entlang der Küsten überbelegt, und auf manchen Binnenseen entsteht mitunter der Eindruck, man könne von Ufer zu Ufer trockenen Fußes gelangen, so viele Boote tummeln sich dort (bei Schönwetter). Es ist längst kein Geheimnis mehr: Der Markt ist gesättigt.
Dies schlägt sich bekanntlich auf den Absatz neuer Yachten nieder, der zuletzt allgemein als rückläufig bezeichnet wird. Viele Kaufinteressenten schrecken vor hohen Neupreisen zurück oder achten stärker auf die Umweltbilanz ihrer Passion.

Diese Archambault ist 25 Jahre alt und wurde von Reboat kürzlich „refittet“:

Auch die Franzosen spüren diesen Trend. Der Wert des französischen Gebrauchtbootmarktes beläuft sich nach Branchenangaben derzeit auf 1,2 Milliarden Euro. Eine Zahl, die klassische Wassersport-Werften ins Grübeln bringt. Immer häufiger werden Modelle nicht nur diskutiert, sondern auch umgesetzt, die den regelrecht überbordenden Bestand an Freizeitbooten regulieren könnten.

Tendenz: Anstatt immer neue Boote zu bauen, rücken Konzepte der Kreislaufwirtschaft in den Fokus. Selbst der Branchenriese Bénéteau hat begonnen, ältere Boote aufzubereiten, anstatt sie aufs Abstellgleis zu schieben. Trends: Boote länger nutzen, Ressourcen schonen und dennoch moderne Ansprüche erfüllen.

 

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5 Antworten zu „Gebrauchtboot-Markt: Gabart und Caudrelier investieren in „Reboat“ – Refit als neues Business-Modell“

  1. jorgo

    sagt:

    Inwiefern ist das ein Unterschied? Recycling, bzw. Upcycling ist doch Beides …. ebenfalls ist Beides Werftarbeit ….und natürlich im Kundenauftrag. Denn ohne Kunden kein Auftrag. Oder träumt irgendjemand dass Yachten heutzutage noch „auf Halde“ gebaut werden so wie früher bei Dehler?

  2. Friedrich

    sagt:

    Eine tolle Sache, das systematisch anzugehen und nicht nur mit Einzelprojekten, quasi als „Serienfertigung“. Das ginge vor allem dann, wenn man sich auf bestimmte Bootstypen konzentriert. Ich fürchte nur, dass die Sache mit dem halben Preis nicht funktioniert. Auch heute noch attraktive Bootstypen sind selten zum Spottpreis zu erwerben und wenn dann noch das Refit draufkommt, ist man schnell beim Preis eines vergleichbaren Neubaus.

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  3. jorgo

    sagt:

    In Deutschland macht Wrede das doch schon seit vielen , vielen Jahren sehr erfolgreich.
    Ich sehe das eher als PR für die eigene Familie und fürs eigene Gewissen denn die Cracks fahren natürlich selber überwiegend mit Neubauten zur See.
    Trotzdem eine gute Idee das Ganze etwas „hochzuheben“.
    Ich habe es bisher immer selbst gemacht….

    1. Wrede macht Refits im Kundenauftrag. Das ist ein großer Unterschied.

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      1. jorgo

        sagt:

        Ausser Wrede gibt es in Deutschland viele Werften, die genauso wie „ReBoat“ im Kundenauftrag refitten. Und das ist doch toll!😊
        Ich sehe da keinen großen Unterschied.

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