Gitana 18 im Wasser: In 30 Tagen um die Welt? – Wie der 100-Fuß-Trimaran zum schnellsten Ofshore-Segler der Welt wird

Grenzen statt Gegner überwinden

Der wohl schnellste Offshore-Racer aller Zeiten ist in Lorient nach insgesamt gut zwei Jahren Bauzeit zu Wasser gelassen worden. Er soll mit seiner revolutionären Flügelkonfiguration und schwenkbaren Salingen 55 Knoten schnell fliegen können, macht aber eine Klasse kaputt.

Die besondere Foil-Konstruktion macht den Neubau aus. © Gitana

Dass sich die Protagonisten der 100-Fuß-Ultim-Klasse nicht besonders grün sind, wurde spätestens durch den gut zwei Jahre dauernden Streit um die Konformität von François Gabarts Trimaran SVR Lazartigue klar. Dieser landete schließlich vor Gericht, sorgte für zerbrochene Freundschaften und zwang Gabart schließlich doch zum Einlenken. Erst im April 2023 wurde der Fall geklärt und der Trimaran SVR Lazartigue durfte nach baulichen Überarbeitungen beim Transat Jacques Vabre im Rahmen der Ultim-Klasse teilnehmen.

Animation im Segelmodus – bald soll es so weit sein. © Gitana

Es ging damals darum, die Konkurrenzfähigkeit der Ultim-Klasse auf ähnlichem Niveau zu halten, um sportliche Spannung und damit Aufmerksamkeit für alle zu generieren. Das galt schließlich für vier der 100-Fuß-Trimarane: SVR Lazartigue, Sodebo, Banque Populaire und auch Actual Ultim 4, die ehemalige Gitana 17, den Vorgänger des aktuellen Neubaus.

Mit dem Stapellauf von Gitana 18 hat die Klasse nun aber eigentlich keine Relevanz mehr. Es wird erwartet, dass dieser jüngste Ultim, der sich durchaus an den Klassenregeln orientiert, im Schnitt gut 15 Prozent schneller als sein Vorgänger segelt, also mit 40 Knoten unterwegs ist. Der auf ein Investitionsvolumen von bis zu 50 Millionen Euro geschätzte Neubau soll Höchstgeschwindigkeiten über 55 Knoten erreichen und damit mehr als 5 Knoten schneller sein. Die Ingenieure rechnen damit, den Jules-Verne-Rekord, den Sodebo gerade auf gut 40 Tage gedrückt hat, mit einer perfekten Routenplanung auf 30 Tage festsetzen zu können. Mit einem Schnitt von 40 Knoten wären es 32 oder 33 Tage.

Der Rekord ist das ausgemachte Ziel für den Skipper Charles Caudrelier. Die Siege bei den großen Ultim-Regatten über den Atlantik kommen dann quasi nebenbei. Es geht für ihn nicht mehr darum, Gegner zu überwinden, sondern Grenzen – auch die der Physik. Dabei wird die Foiling-Technik auf ein neues Niveau gebracht.

Mitgliedschaft erforderlich

Sie müssen ein Mitglied sein, um auf diesen Inhalt zuzugreifen.

Mitgliederstufen anzeigen

Already a member? Hier einloggen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert