Motorboot kollidiert mit Ankerlieger: Mastbruch bei deutscher Yacht

Auf die Hörner genommen

In einer Ankerbucht bei der kleinen griechischen Insel Ericussa im Ionischen Meer ist ein Unfall aufgezeichnet worden, der von einer 42-Fuß-Motoryacht verschuldet wurde. Sie rammte eine deutsche Bavaria 30 und schob sie gegen einen weiteren Cruiser.

(Direkter FB-Link)

Man wähnt sich sicher und entspannt in einer Ankerbucht, genießt den Tag, legt die Beine hoch – als es plötzlich laut kracht. Gläser fallen vom Cockpit-Tisch. Eine Maschine röhrt. Auf der Backbordseite erscheint ein großer Bugkorb, dahinter verspiegelte Scheiben – niemand ist zu sehen. Die Motoryacht ist nicht aufzuhalten …

Was für ein Alptraum, der für einen deutschen Skipper Realität wurde. Am Ende steht er vor einem Schlachtfeld aus Aluminium- und Kunststoffteilen. Der Mast ist gebrochen, der Urlaub abrupt beendet.

Kollision am Ankerplatz
Am Ende sieht es so aus. © Ferrario

Eine Azimut 42 hat die Bavaria 30 auf die Hörner genommen und sie danach noch gegen eine Island Packet 40 geschoben. Deren Eigner hat den Unfall genau erklärt und mit verschiedenen Videoansichten dokumentiert.

Demnach fuhr die Motoryacht erst gegen die vor Anker liegende Bavaria, verhakte sich mit ihr und drehte sich an deren Anker nach Backbord – zusammen dann gegen „Gigia“ von Maurizio Ferrario. Schließlich drehte sich das verkeilte Päckchen weiter im Kreis, sodass auch der Italiener direkt von der Azimut getroffen wurde.

Kollision am Ankerplatz
So zeichnet „Gigia“-Eigner Maurizio Ferrario die Situation auf: Rechts erfolgt der Erstkontakt, dann dreht das verkeilte Päckchen auf „Gigia“ zu, kollidiert auch hier und dreht weiter herum. © Ferrario

Er erklärt in seinem Video, die Bavaria habe etwa dreißig Meter achteraus geankert, als die Kollision erfolgte. „Dann begannen sie, sich im Kreis zu drehen, und kollidierten schließlich mit mir. Die andere Yacht gehört einer deutschen Familie, für die es mir sehr leid tut. Denn der Mast ist gebrochen. Er verklemmte sich zwischen meiner Radaranlage und meinem Mast.“

Er habe selbst direkte Rammings durch die Motoryacht erlitten: „Deren Motor lief weiter und die Propeller drehten. Mein Ersatzanker riss weg, als er hängen blieb, dann fiel der Mast auf mich herunter.“ Als sich das Motorboot von der anderen Yacht löste, habe es ihn auch „voll getroffen“. Es gab Beschädigungen am Bimini, zwei Relingsstützen brachen ab und der Bug hinterließ Spuren am Rumpf.

Ferrario, der zuvor regelmäßig Urlaubsberichte auf seinem Kanal veröffentlichte, ist bedient: „Unnötig zu sagen, dass dieses Ereignis das Ende meiner Reiseberichte bedeutet. Ehrlich gesagt, Leute, habe ich keine Lust mehr. Die ganze Poesie ist mir vergangen. Und wenn ich noch einen weiteren Grund gebraucht hätte, um in den Bergen Urlaub zu machen, dann habe ich ihn jetzt.“

Eine Erklärung für den Unfall liefert er nicht. Möglicherweise handelte es sich um einen Maschinenschaden der Motoryacht, der zu einem Kontrollverlust führte. Die Polizei wurde benachrichtigt und untersucht den Vorfall. Ein Ergebnis liegt bislang nicht vor.

 

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