Segelyacht A: „Geheimagent“ wollte sie mit gestohlenem Schlauchboot entern

Im Auftrag keiner Majestät

Verrückte Geschichten rund um Mega-Yachten sind eigentlich nicht sonderlich ungewöhnlich. Diese schon: Ein offenbar verwirrter Mann hat versucht, die Segelyacht A im Golf von Triest zu entern. Er gab sich gegenüber den Behörden als „Geheimagent“ in geheimer Mission aus. Damit ist die Geschichte aber noch nicht zu Ende erzählt. 

Auf Steuerkosten an der Kette. Die Segelyacht „A“ © Stephan Boden

Die Segelyacht A polarisiert, seit sie in Kiel bei der Nobiskrug-Werft enthüllt wurde und das Licht der Welt erblickte. Nun aus einem anderen als den üblichen Gründen: seit fast vier Jahren ankert sie vor der Küste im Golf von Triest, festgesetzt von den italienischen Behörden im Zuge der EU-Sanktionen gegen Russland. Im März 2022 setzte die Guardia di Finanza die Maßnahme um, juristisch ein sogenanntes „congelamento amministrativo“, also ein administratives Einfrieren von Vermögenswerten. Das Schiff darf seitdem weder bewegt noch wirtschaftlich genutzt werden.

Als eigentlicher Eigner gilt der russische Unternehmer Andrey Melnichenko, auch wenn die Eigentumsstruktur über Firmen und Trusts läuft, wie das bei solchen Yachten üblich ist. Die juristische Klärung zieht sich bis heute hin. Solange nicht abschließend entschieden ist, ob und in welcher Form die Sanktion Bestand hat, bleibt die Yacht gewissermaßen im Schwebezustand – festgesetzt, aber nicht enteignet.

Festsetzen bedeutet bei einem 143 Meter langen Koloss mit einem eher Pseudo-Rigg allerdings: das kostet. Ein Schiff dieser Größenordnung, im geschätzten Zeitwert von etwa 500 Millionen Euro,  lässt sich nicht einfach abschalten. Systeme müssen gewartet, Technik konserviert, Pumpen, Motoren und Generatoren regelmäßig laufen, Rumpf und Ankeranlage müssen ständigüberwacht werden.

Italienische Medien beziffern die laufenden Kosten seit Jahren mit mehreren zehntausend Euro pro Tag. Ende 2025 war von Gesamtausgaben von deutlich über 30 Millionen Euro die Rede; im Februar 2026 kursierte die Zahl von rund 36 Millionen Euro, die der italienische Staat inzwischen für Unterhalt, Bewachung und Verwaltung aufgebracht habe. Die „A“ ist damit nicht nur politisches Symbol, sondern auch ein teures. Damit aber nicht genug. 

Nun auch noch ein verwirrter „Geheimagent“

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