Der Katamaran-Spezialist Michael Walther hat in der Vergangenheit schon viele extreme Touren auf dem Wasser hinter sich gebracht, egal ob er von Basel nach Kiel paddelte, auf dem SUP entlang Grönlands Küste fuhr oder sich auf einem A-Cat Rennen mit Ostseefähren lieferte. Im November startet nun sein größtes Projekt: Er will als Stand-Up-Paddler den Atlantik überqueren. Wir haben Michael interviewt.

Michael Walther aus Kiel ist Segler, Extremsportler und engagierter Umweltaktivist. In der Vergangenheit hat er sich als Katamaransegler insbesondere in der Formula 18 Klasse einen Namen gemacht, war dreimal Deutscher Meister, nahm fünfmal bei der schwedischen Langstrecke Archipelago Raid teil und segelte an Bord von Roland Gäbler bei der Extreme Sailing Series.
Zuletzt verfolgte er Stand-Up-Paddling-Projekte, mit denen er Menschen für die Auswirkungen des Klimawandels sensibilisieren und Aufmerksamkeit für den Schutz unserer Umwelt schaffen will. Schon 2014 paddelte er von Kiel nach Ærø in Dänemark. Das Engagement setzte er seitdem mit dem von ihm ins Leben gerufenen Projekt „Zero Emissions“ fort.

Seine sportlichen Leistungen auch auf dem Brett sind beeindruckend: So hat Walther bereits eine herausfordernde Stand-Up-Paddling-Tour von Basel bis nach Kiel erfolgreich gemeistert. Außerdem wagte er eine zehntägige Paddeltour in der arktischen Wildnis Grönlands – eine enorme körperliche und mentale Herausforderung inmitten extremer Naturbedingungen.
Derzeit plant er ein besonders ambitioniertes Projekt – eine rund drei Monate lange Stand-Up-Paddling-Überquerung des Atlantiks. 6.000 Kilometer auf einem ozeantauglichen SUP. Wie geht das? Wir haben Michael zu Gast gehabt und ihn zu seinem Vorhaben interviewt.
Michael, seit wann planst Du, mit einem SUP über den Atlantik zu paddeln? Sowas geht ja sicher nicht von heute auf morgen?
Also schon relativ lange. Seit drei, vier Jahren habe ich das im Kopf und bin seitdem auch schon ziemlich aktiv dabei, Unterstützung zu suchen, Partner suchen. Das ist ein echt langer Prozess, denn so ein Vorhaben kostet ja eine ganze Stange Geld.

Wie geht man sowas an? Wie hast Du Deine Partner gefunden?
Viele Leute, die meine Touren, egal ob auf SUPs oder auf dem Katamaran, in den letzten Jahren gesehen haben, denken, dass ich da mal wieder Glück gehabt und so ganz im Vorbeigehen Sponsoren gefunden habe. Dabei ist das harte Arbeit, Partner zu finden. Ich will nicht wissen, wie viele Emails ich rausgeschickt habe. Ich glaube, ich habe 2021 die ersten potenziellen Partner angeschrieben. Die meisten E-Mails werden übrigens gar nicht beantwortet. Da braucht man Durchhaltevermögen.
Bei der Suche hilft sicherlich, dass Du ja bereits schon viele, teils spektakuläre Projekte mit einem SUP oder auch Katamaran unternommen hast.
Ja, ganz bestimmt. Diese Projekte helfen, auch weil sie noch immer aktuell sind. Im Mai startet zum Beispiel meine Kinotour mit dem neuen Film über meinen SUP-Trip nach Island. (Mehr dazu)
Nur ist es dieses Mal so, dass ich nicht zu 100 Prozent garantieren kann, auch wirklich auf der anderen Seite anzukommen. Ich könnte auch mit niemandem zusammenarbeiten, der ein Ankommen in Südamerika als Bedingung stellt. Deshalb bin ich für diesen großen Vertrauensvorschuss wirklich sehr dankbar. Aber Du hast recht, denn dieser Vertrauensvorschuss basiert sicher auch auf den vielen erfolgreichen Projekten, die ich in der Vergangenheit umgesetzt habe. Das hilft natürlich, weil ich nicht unglaubwürdig bin.
Kommen wir mal zu der geplanten Tour: Wo startest Du und wohin möchtest Du paddeln?
Schreibe einen Kommentar