Stephan Bodens Kolumne: Immer mehr Segler verrotten. Warum das so ist und warum das so bleibt.

Die See kennt keine Romantik.

Gefion, Ethel von Brixham, Gotland. Nur drei junge Beispiele von einst stolzen Traditionsseglern, die auf dem Schrott landeten. Dazu kommen all die vor sich hin gammelnden kleinen Yachten und Boote aus den 70ern. Egal ob groß, ob klein: es ist ein Muster erkennbar. Eines, welches leider eine ziemlich rosige  Zukunft hat.

"Gefion" Rødby
„Gefion“ auf den Steinen vor Rødby. © Alexander Stäblein

Nur drei neuere Beispiele von einst stolzen Schiffen, die es nicht mehr gibt:

Die „Gefion“ war so ein Schiff, an dem man achtlos vorbeiging, weil man glaubte, es gehöre einfach dorthin. Lange in Laboe beheimatet, viel Holz, viel Geschichte. Im vergangenen Sommer lief sie vor Rødbyhavn auf Grund. Der Pflegezustand war eher schlecht. 

Ähnlich erging es der Ethel von Brixham, einem der letzten großen Gaffelschoner britischer Bauart. Symbolischer Kaufpreis, ehrgeizige Pläne, Überführung – und dann die Havarie auf der Elbe. Bei der Bergung zerbrach der Rumpf. Geschichte wiegt viel, trägt aber nicht automatisch.

Die Gotland lag jahrelang auf meinem Weg vom Heimatliegeplatz in Kappeln in die Stadt. Der Zustand wurde von Jahr zu Jahr schlechter, bis sie letzlich verschrottet wurde.

Die Gotland während der Verschrottung in Arnis. Foto: privat

Bei solchen Traditionsseglern ist das Problem groß und sichtbar. Es geht um sechsstellige Unterhaltskosten, um aufwendige Werftzeiten, um Spezialisten für Holz, um Sicherheitsauflagen, Klassifikationen, Versicherungen. Und um die schlichte Rechnung, ob Touristenfahrten oder Charter die laufenden Kosten wirklich decken. Manche neue Eigner unterschätzen, was es heißt, ein schwimmendes Denkmal zu betreiben. Ein symbolischer Kaufpreis ändert nichts daran, dass jedes Jahr ein kleines Vermögen im Rumpf verschwindet.

Das ist die große Bühne. Es gibt noch eine weitere:

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Eine Antwort zu „Stephan Bodens Kolumne: Immer mehr Segler verrotten. Warum das so ist und warum das so bleibt.“

  1. Sven 14Footer

    sagt:

    Der Aufwand ist tatsächlich nicht klein. 2023 habe ich mir eine schicke 10m Segelyacht aus 1986 zugelegt. Vieles war beim Kauf schon erneuert, die Elektronik auf neuestem Stand. Trotzdem habe ich ca. den halben Kaufpreis nochmal investiert. Als Jollensegler reichte es aus, wenn ich mich GFK und Harz auskannte. Nun braucht es zusätzliche Expertise als Klempner, Elektriker und Motorenfachmann. Ist man das nicht zahlt man zusätzlich Unsummen an Handwerksbetriebe.

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