Stephan Bodens Kolumne: Viele Werften schotten sich auf Messen immer stärker gegen Besucher ab.

Zugangskontrolle wie im Berghain

Mit jeder neuen Bootsmesse fällt auf, dass immer mehr Werften stärker gegen so manchen Besucher abschotten, nur mit Termin, persönlicher Begleitung und mit einer Registrierung auf die Boote lassen. Ich halte das für einen Fehler und ein fatales Zeichen zugleich.

Warteschlangen vor den Ständen © Stephan Boden

 

Kaum ist die boot Düsseldorf vorüber, erscheinen in den sozialen Medien, auf Youtube und wo auch immer Zusammenfassungen und Bewertungen von Besuchern. Fast immer – und das nur bei Seglern – wird der immer gleiche Kritikpuntkt angesprochen: viele Werften schotten sich gegen Besucher geradezu ab. Und es ist wirklich so:  Wer heute eine Segelyacht besichtigen will, braucht bei vielen Ausstellern mehr als nur Interesse. Anmeldung, Registrierung, oft ein festes Zeitfenster und manchmal sogar die richtige Kleidung sind inzwischen Voraussetzung, um überhaupt an Bord gehe zu dürfen. Spontan einfach mal schauen? Bei etlichen Werften ist nicht mehr vorgesehen.

Heute früh sah ich wieder so ein Video eines „Influenzers“, der zwar aufgrund mangelnder Follower nicht influenzt, aber dennoch seine Meinung veröffentlicht. Vier Stunden Fahrt zur Messe, dann Enttäuschung darüber, dass er auf kaum ein Boot kommt. Andere berichten von bestimmten Händlern, die den Besuchern „zugeteilt“ werden und auf die man zwingend warten muss. Das Fazit danach ist dementsprechend enttäuschend. 

Wie die Tür vom Berghain

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10 Antworten zu „Stephan Bodens Kolumne: Viele Werften schotten sich auf Messen immer stärker gegen Besucher ab.“

  1. Expresssegler

    sagt:

    Ich wollte auch auf manches Boot. Überall Anmeldung, Kontakdaten oder schlichtweg überfüllt (HR). Letztendlich war ich auf der Saare. Messestand von der Familie gemanagt. Leichter Schnack und schon war ich auf dem wunderschönen Schiff und hatte genug Zeit in alle Ecken zu gucken.

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  2. horstj

    sagt:

    Vielleicht ist die Schranke eher im Kopf. Als Forenthema ist das hier ja seit vielen Jahren ab Weihnachten gesetzt. War am eher sehr gut besuchten letzten Wochenende da. Was mich im Kern interessierte, natürlich vorher gebucht. Ist ja ein Klick und fertig. Zum in der Schlange stehen oder im Boot rumquetschen geht doch keiner auf die Messe. Da mich eher bootstechnische Fragen interessieren sage ich das vorher. War kein Problem, auch bei spontanen Anfragen am Stand.

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  3. Daniel Zimmermann

    sagt:

    Alles nicht so schlimm,jeder ernsthafte Interessent macht vorher ein paar Termine bei den Ausstellern die für Ihn in die engere Wahl kommen.Damit ist garantiert, daß sich für Ihn Zeit genommen wird und er nicht wegen der reinen Sehleute dumm raumstehen muss.
    das war auch früher schon üblich, ist aufgrund des immer mehr werdenden schlechten Benehmens natürlich mehr geworden.

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    1. Dabei blendest Du die aus, die ein Boot suchen, sich aber erst einmal auf der Messe umschauen und vergleichen wollen, ohne gleich mit jedem in Frage kommenden Händler Termine zu machen.
      Ich geh ja auch nicht in Autohäuser und mache vorher Termine.

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  4. Austeller

    sagt:

    Wenn du wirklich ein neues Schiff kaufen wolltest, bzw. kurzfristig suchst, warum hast du denn keinen Termin vereinbart im Vorwege? Ist nix neues. Es ist nun mal eine kommerzielle Verkaufsveranstaltung und keine öffentliche „Ausstellung“! Das sollte man verstehen. Die Austeller z.B. in der Segelyacht-Halle 16, bezahlen horrende Summen an die Messe, somit kann man sich die Spielregeln aussuchen. Geht natürlich zu Lasten der „Rucksack-Sehleute“ aber ich kann verstehen, dass der wirtschaftliche Aspekt der Austeller im Vordergrund steht. Ohne Kaufabschlüsse – keine Messe, ganz einfach.

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    1. Sven 14Footer

      sagt:

      Hallo Aussteller, wenn Du wirklich auf der boot ausgestellt hast, tut es mir leid um das viele Standgeld was Du umsonst investiert hast. Wenn ich wirklich so konkret weiß welches Schiff ich genau mir anschauen möchte, würde ich nicht im Messestress sondern beim Händler meiner Wahl einen Termin machen.
      Da möchte ich 3 Boote an einem Nachmittag besichtigen. Das Erste, eigentlich ganz spannende Boot ist dann doch enttäuschend und ich verlasse den Messestand nach 15 Minuten wieder. Dafür ist das Zweite Boot überraschend superinteressant und ich möchte mir unerwartet jedes Detail anschauen. Wie soll man da eine vernünftige Terminierung machen. Bei Luxusschiffen der sehr gehobenen Preisklasse mit der Erwartung an besonderen Service vielleicht noch verständlich.

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      1. Austeller

        sagt:

        genau, dafür gibt es ja die Halle 17…musst du da Termine machen?

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      2. Austeller

        sagt:

        ach ja, war nicht „umsonst“ das Standgeld, stehen kurz vor einigen Kaufabschlüssen mit Kunden, die einen Termin gemacht haben…

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    2. Moin. Wie Du hier am Kommentar ganz unten siehst, geht das wohl ab und zu am Kunden vorbei, der offenbar auf der Suche nach einem Boot ist.
      Es soll Menschen geben, die im Vorfeld noch gar nicht genau wissen, wann sie nach Düsseldorf fahren können. Es soll auch Menschen geben, die sich erst mal in Ruhe umschauen wollen, ohne Verkaufsgespräch, ohne den zuständigen Händler, ohne Daten abzugeben.
      Und es gibt Menschen, die optisch aussehen, als können sie sich kaum ein Brot leisten, sich in Wahrheit aber im vorbeigehen ein Boot leisten können.
      Der Anspruch ist meines Erachtens in die falsche Richtung gedacht: Nicht der Verkäufer ist der, der Ansprüche nach seinen Vorstellungen stellt, sondern der Käufer.

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  5. Hansi

    sagt:

    Das stimmt. Ich war unter der Woche dort und wurde an gleich drei Ständen abgewimmelt, auch weil ich keinen Termin vereinbart hatte, und dabei waren die Stände nicht mal voll. Erwarten die denn, dass ich mir vorher alles im Internet ansehe und dann vor der Messe schriftlich Termine beantrage? Wo leben die denn? Das war für uns als Besucher enttäuschend, deshalb gehe ich ja zur Boot. Allein schon das naserümpfende Verhalten des Personals am Eingang – nein danke, dann eben nicht. Es gibt ja auch andere Hersteller, die das besser machen und sich um die Kunden kümmern. Übrigens suchen wir kurzfristig ein neues Schiff.

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