Stephan Bodens Kolumne: Wie Highspeed Internet mit Starlink das Segeln verändert.

„Bitte ruft woanders an.“

Es gab einmal eine Zeit, da bedeutete Segeln fast automatisch auch ein Stück Unerreichbarkeit. Irgendwann verschwand das Mobilfunknetz hinter dem Horizont, und damit verschwand auch der Rest der Welt und die Freiheit kam. Keine Mails, keine Messenger, keine Push-Nachrichten und keine ständigen kleinen Rückfragen. Wer unterwegs war, war unterwegs. 

Anlegen, Rechner auf. © Stephan Boden

Ein kleiner Ort an der schwedischen Westküste im Schärengarten irgendwann im Jahr 2006. Ich laufe mit meinem Laptop unterm Arm vom Hafen in den Stadtkern, setzte mich auf eine Mauer und schalte die WLAN-Suche ein. Nach einer Weile finde ich eines ohne Passwort, rufe den Wetterbericht ab, ein paar e-Mails, klappe den Rechner wieder zu und gehe zurück zum Hafen, der kein Netz zur Verfügung stellt. Ich war wochenlang analog, hin und wieder in solchen Momenten mal für ein paar Minuten digital. Und hin und wieder ging ich zu einer – man kennt das Wort kaum noch – Telefonzelle und meldete mich daheim. Roaming über das Handy war damals sündhaft teuer. Danach war ich wieder für mich, auf See, allein und völlig abgeschaltet. 

Im gleichen Jahr stellte Steve Jobs mit dem iPhone eine Revolution vor, die bis heute auch das Segeln sicherlich verbessert, aber auch stark verändert. Damit ging im Prinzip alles los. 

Hafenkino hat heute 4K

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