Wenn eine Segelyacht, bestückt mit riesigem Sternenbanner, auf Ansage gegen eine Steinbarriere kracht, kommt man an der möglichen symbolhaften Bedeutung kaum vorbei. In diesem Sinne kann vielleicht auch das folgende Happy End Mut machen.
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Defiance, eine Beneteau Oceanis 38.1, segelt hoch am Wind und nähert sich einer Untiefe. Sechs Familienmitglieder und ein Hund sind an Bord. Der Mann hinter der Handykamera sieht das Unglück kommen. Er gehört zur lokalen Boating-Community und weiß, wie flach das Gewässer an dieser Stelle plötzlich wird. Es kommt, wie es kommen muss: Die Yacht läuft auf und hängt fest. Bei einem Tidenhub von rund drei Metern und ablaufendem Wasser scheint ein Bergungsversuch wenig Sinn zu machen. Aber die Rettung wird sofort eingeleitet.
Denn nach der Einschätzung des Videoautors TJ Watson blieb keine Zeit, um auf die Flut zu warten. Die Yacht wäre durch den Wellenschlag der vorbeifahrenden Boote noch höher auf die Steine gedrückt und beschädigt worden. „Wäre das Boot noch eine Stunde länger dort geblieben, wäre es ein Totalschaden gewesen“, sagt Watson überzeugt.
Die Szene spielt im New Meadows River nördlich von Cundy’s Harbor im US-Bundesstaat Maine. Das Revier ist für seine zahlreichen Felsriffe und Untiefen bekannt. Die offiziellen nautischen Beschreibungen weisen auf die zerklüftete Topografie und zahlreiche markierte Gefahren hin. Der U.S. Coast Pilot erklärt, dass es ein tiefes Fahrwasser gibt, das weiter nördlich aber schmal wird und dessen fehlende Markierungen Ortskenntnis erfordern.


In diesem Fall führt aber offenbar Unachtsamkeit zum Auflaufen. Die Untiefe ist sogar mit bloßem Auge zu erkennen. Dabei scheint es sich bei dem Skipper nicht um einen unerfahrenen Neuling zu handeln. Die Yacht wird regelmäßig bei Regatten gesegelt und hat ordentlich Segel gesetzt. Im Moment des Kontakts wird sofort die Genua losgeworfen, um nicht weiter auf die Felsen geschoben zu werden.
Aber es hilft nichts. Defiance (Bedeutung: Trotz) verklemmt sich mit dem Kiel und ist aus eigener Kraft nicht zu befreien. Die einheimischen Helfer greifen ein. Mit mehreren Motorbooten versuchen sie zunächst, die Beneteau vom Felsen zu ziehen. Aber erst als ein Fall benutzt wird, um die Yacht durch den Zug der Motorboote zu krängen, bewegt sie sich vom Riff.

Bleibt die Frage, was es mit der riesigen US-Flagge auf sich hat, die der Eigner an der Dirk spazierenfährt. Schließlich ist das Sternenbanner ein wesentlicher Bestandteil der visuellen Marke der MAGA-Bewegung. Die Nationalflagge wird in den USA ebenso wie in Deutschland von vermeintlichen „Patrioten“ vereinnahmt und steht immer mehr für eine eher rechte Gesinnung.
In diesem Fall könnte sie aber auch eine andere Bedeutung haben. Der Voreigner war Army-Veteran und engagierte sich mit seiner Familie und seinem Unternehmen über das Segeln für die America’s Warrior Partnership, einer Organisation, die Geld sammelt, um die hohe Suizidrate unter Kriegsveteranen zu senken. Der neue Besitzer der Defiance steht mit dem alten in engem Kontakt. Möglicherweise versucht er mit der Flagge, dessen Botschaft weiter zu verbreiten.
Das Auflaufen mag bei der Reichweite geholfen haben. Aber auf ein solches Video hätte der Skipper wohl lieber verzichtet. Dennoch mögen die Bilder auch eine Bedeutung im übertragenen Sinne haben: Die USA kracht mit ihrer speziellen aktuellen Regierung unter vollen Segeln auf die Felsen. Aber Rettung ist in Sicht … Die Hoffnung stirbt zuletzt.
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