Wellenbildung: Freakwave enträtselt – Forscher erzeugen Monsterwelle im Labor

Kaventsmann aus der Retorte

Forscher der Universitäten Edinburgh und Oxford erzeugen im Labor eine Mini-Version der gefürchteten Monsterwelle. Ist das der Durchbruch für verlässliche Vorhersagen ?

Ein Forscherteam der Universitäten Oxford und Edinburgh hat zum ersten Mal die sogenannte Draupner-Freakwelle nachgestellt, die 1995 in der Nordsee gemessen wurde. Dieser extreme Brecher gilt als eine der ersten bestätigten Beobachtungen einer Freakwelle im Ozean. Sie wurde am 1. Januar 1995 in der Nordsee durch Messungen auf der Draupner-Ölplattform aufgeszeichnet.

Freakwellen sind im Vergleich zum umgebenden Wellenbild deutlich größer. Sie sind nicht vorhersehbar, tauchen ohne Vorwarnung auf und werden immer mehr als Ursache für den Untergang großer Schiffe verantwortlich gemacht, seit ihre Existenz nicht mehr als Seemannsgarn abgetan wird.

Erstaunliche Ähnlichkeit. Kunstwerk von 1930 und die Freakwave aus dem Labor

Das Forscherteam arbeitete wie viele Wissenschaftler seit 1995 daran, die Draupner-Welle unter Laborbedingungen zu reproduzieren, um zu verstehen, wie diese Freak-Welle im Ozean entstanden ist. Das ist ihnen nun in der FloWave Ocean Energy Research Facility an der University of Edinburgh gelungen, indem sie die Welle aus zwei kleineren Wellengruppen erzeugten und ihren Kreuzungswinkel variierten.

Kreuzungswinkel entscheidend

 

Dr. Mark McAllister von der University Oxford sagt, die Messung der Draupner-Welle sei der Startpunkt für viele Jahre der Erforschung von Freakwellen gewesen. Aus dem Gerücht, dass es Monsterwellen gebe, sei Realität geworden. “Nun sind wir durch die Nachbildung der Draupner-Welle im Labor sind dem Verständnis der möglichen Mechanismen dieses Phänomens einen Schritt näher gekommen.”

Der Kreuzungswinkel zwischen den beiden kleineren Wellengruppen war entscheidend. Die Forscher fanden heraus, dass es nur möglich war, die Freakwelle zum Leben zu erwecken, wenn der Winkel etwa 120 Grad betrug.

Wenn sich die Wellen nicht kreuzen, begrenzt der Wellenkamm die Höhe, die sie Welle erreichen können. Jedoch beim Kreuzen in großen Winkeln kreuzen ändert sich das Verhalten. Die Beobachtungen der brechenden Wellen unterscheidet sich deutlich vom bisherigen Wissensstand der Forschung.

“Große Welle von Kangawa”

Ein Bild macht den Briten Mut, dass sie nicht völlig falsch liegen mit ihren Beobachtungen. Zu ihrem Erstaunen ähnelt die künstlich erschaffene Welle auf unheimliche Weise der “Großen Welle von Kanagawa” einem Bild des japanischen Künstlers Katsushika Hokusai, das er etwa 1930 schuf. Es zeigt eine riesige Welle, die vor dem Berg Fuji im Hintergrund drei Fischerboote bedroht. Es wird angenommen, dass die Welle von Hokusai eine Freakwave darstellt.

Die große Welle vor Kanagawa. Der japanische Künstlers Katsushika Hokusai soll das Bildzwischen 1829 und 33 erschaffen haben. © Wiki

Die Ähnlichkeit der Laborwelle deckt sich auch mit Fotografien von Freakwellen. Die Forscher hoffen nun, dass ihre Studie die Basis dafür darstellt, um das Auftreten von Monsterwellen verlässlich vorhersagen zu können.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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2 Kommentare zu „Wellenbildung: Freakwave enträtselt – Forscher erzeugen Monsterwelle im Labor“

  1. avatar C.H. sagt:

    “Nun sind wir durch die Nachbildung der Draupner-Welle im Labor sind dem Verständnis…”
    …begrenzt der Wellenkamm die Höhe, die sie Welle erreichen können.
    Jedoch beim Kreuzen in großen Winkeln kreuzen ändert sich das Verhalten.
    Bild des japanischen Künstlers Katsushika Hokusai, das er etwa 1930 schuf – Der japanische Künstlers Katsushika Hokusai soll das Bildzwischen 1829 und 33 erschaffen haben

    Und das sind nur die großen Klopse, die mir auf Anhieb aufgefallen sind. Ich bin kein Deutschlehrer und erwarte auch nicht FAZ hier, aber einmal den 3.000-Zeichen-Artikel vor dem Veröffentlichen querlesen hilft, Lesewiderstände zu vermeiden…

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 9 Daumen runter 3

  2. avatar ALEXANDER WALLENHORST sagt:

    ALS ALTER SEGLER, DER AUF DER INSEL MARGARITA (VENEZUELA) LEBT, FINDET ICH TOLL, DEN SEGEL REPORT ZUM ERSTEN MAL BEI GOOGLE NEWS FINDET. HABEN HIER GROSSE KOMUNIKATIONS PROBLEME. SALUDOS

    Like or Dislike: Daumen hoch 2 Daumen runter 0

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