52 Super Series: Vendée-Globe-Skipper segelt nun TP52 – „Platoon“ trotz Taktiker-Ausraster Zweiter

Wutausbruch mit Folgen

Die 52 Super Series verschwand in den vergangenen Jahren immer mehr aus dem Blickpunkt. 2025 waren es nur noch neun Boote, die alle Rennen absolvierten. Als Sieger Doug DeVos einen Rückzieher machte, schien das Ende besiegelt. Von wegen. Zum Saisonauftakt waren 14 Teams am Start. Es sollen sogar 16 werden.

Platoon-Taktiker Vasco Vascotto regt sich lautstark und gestenreich über eine Schiedsrichterentscheidung auf. © SuperSeries

2012 war es noch eine Überraschung, dass sich die Serie nach dem Hype um den Audi MedCup (2005 bis 2011), an dem zahlreiche America’s-Cup-Teams teilnahmen – auch Jochen Schümann –, neu erfinden konnte. Ohne Sponsor Audi musste ein anderes Modell gefunden werden. Einige vermögende Eigner fanden schließlich Spaß daran, selbst am Steuer einer TP52 zu stehen und ein Grand-Prix-Team zu unterhalten.

Für die Seglergeneration, die schwer unter der Krise im America’s Cup 2020 zu leiden hatte, wurden sie zu wichtigen Arbeitgebern. Das Modell funktionierte, auch wenn es weniger um die Außenwirkung der Regatten ging. Aber die fehlende Notwendigkeit, Sponsoren zu finden, nahm den Druck aus der Veranstaltung und vermittelte Planungssicherheit. Die Eigner finanzieren schließlich ihr Spiel selbst.

Die TP52-Flotte unter Gennaker vor Mallorca. © Nico Martinez / 52 Super Series

Dennoch schien das Modell unter Druck zu geraten. Mit jeweils knapp unter zehn Booten schrammte die Serie an der Relevanzgrenze entlang. Der DeVos-Ausstieg hätte der Sargnagel sein können. Schließlich baute kaum noch jemand neu. 2026 konnte man angesichts der weltweit kritischen wirtschaftlichen Lage eigentlich nicht auf Besserung hoffen.

Enge Startlinie vor Puerto Portals. © Nico Martinez / 52 Super Series

Aber von wegen. Zum Saisonauftakt in Puerto Portals schickten 14 Eigner ihre Teams an den Start – auch wenn eine Saison auf höchstem Niveau mehr als 2 Millionen Euro kostet. Zeitweise sollen es in diesem Jahr sogar 16 Boote an der Startlinie werden. Neue Teams haben sich gebildet. Der Schwede Joakim Sundberg hat sich dann doch eine neue TP52 für geschätzte 3 Millionen Euro bauen lassen und segelt mit dem Ex-Alinghi-Taktiker Ed Baird.

Vendée-Globe-Finisher Pieter Heerema am Steuer mit Terry Hutchinson (l.) als Taktiker. © Nico Martinez / 52 Super Series

Ganz besonders spannend ist der Einstieg des Holländers Pieter Heerema (74), der sich insbesondere durch die Teilnahme an der Vendée Globe 2016/17 einen Namen gemacht hat und dann auch noch 2021 nach 30 Jahren in der Drachenklasse den Gold Cup gewann. Er übernahm zu 75 Prozent das Siegerprojekt von Doug DeVos – inklusive Taktiker Terry Hutchinson –, gewann schon die Vorregatta PalmaVela und lieferte auch bei seiner Saisonpremiere in Puerto Portals auf Rang drei hervorragend ab.

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