America’s Cup: Die Regatten werden fortgesetzt – Alle Teams sind wohl weiter dabei

The show must go on

Die Organisatoren des America’s Cups haben verkündet, dass die Regatta nach dem Tod von Andrew Simpson wie geplant fortgesetzt wird. Eine Experten-Kommission untersucht das Unglück.

Emirates Team New Zealand

Emirates Team New Zealand beherrscht das Foilen. © Chris Cameron/ETNZ

In einer Pressekonferenz sagte Tom Ehman, der Vize Kommodore des Golden Gate Yacht Clubs:  “Der  America’s Cup wird in diesem Sommer fortgesetzt. Wir werden die weltbesten Segler auf höchstem Level segeln sehen auf einem der Rennkurse mit dem größten Kult-Charakter dieses Sports.”

Parallel sei ein unabhängiges Untersuchungskommittee eingesetzt worden, das den Unfall genau untersuchen soll. Mitglied ist unter anderem Emirates Team New Zealand Direktor Jim Farmer und der französische Katamaran Spezialist Vincent Lauriot-Prévost.

“Die Teams haben einstimmig ihre Unterstützung des Kommittees und dieses Vorgehens ausgedrückt.” Auch die U.S. Coast Guard unterstützt die Spezialisten und hat grünes Licht für die weiteren Segelregatten gegeben. Man könne bei einem Segel-Event gefährliche Vorfälle niemals zu 100 Prozent ausschließen. Erste Ergebnisse werden in einem Zeitraum von zwei Wochen erwartet.

Von allen vier Teams soll es Signale geben, dass sie weitermachen wollen. Luna Rossa hat seinen ersten Segeltag in San Francisco für Donnerstag angesetzt. Die Neuseeländer wollen am 23. Mai erstmals auf dem America’s Cup Revier segeln.

Zum Ausstieg des deutschen Teams beim Red Bull Youth America’s Cup betonte Tom Ehman in der Pressekonferenz: “Wir haben verstanden, dass das teilnehmen will.” Falls es wirklich nicht dazu komme, stehen zahlreiche Ersatzmannschaften bereit, die den Platz gerne übernehmen würden. Alle anderen Jugend-Teams sind weiterhin dabei.

LINK ZUR PK-AUFZEICHNUNG IN SAN FRANCISCO (Dauer: 38:25 min)

Das Untersuchungskommittee:

•    Iain Murray (AUS, Chair)
•    Sally Lindsay Honey (USA, Deputy Chair)
•    John Craig (USA)
•    Chuck Hawley (USA)
•    Vincent Lauriot-Prévost (FRA)
•    Jim Farmer QC (NZL)

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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12 Kommentare zu „America’s Cup: Die Regatten werden fortgesetzt – Alle Teams sind wohl weiter dabei“

  1. avatar Backe sagt:

    Wir sind in Deutschland einfach zu soft.
    Anderswo findet man einfachere Begriffe, um mit dem AC-Unfall umzugehen… zum Beispiel:

    ENCHILADA und MAISTORTILLA

    Zitat aus einem Konkurrenz-Blog:
    “Diese Kommission kann frühestens Donnerstag mit der Arbeit beginnen, doch laut Ehman stehe trotzdem schon fest, dass der Cup wie geplant über die Bühne gehen wird. Auf die Frage, wozu dann der große Aufwand dienen solle, antwortete Ehman, es gehe um die ganze “Enchilada”, womit er wohl den Schein meinte, den es zu wahren gilt.”
    … “Laut der australischen Zeitung Newcastle Herald habe Artemis-Steuermann Nathan Outterridge seinem Vater erzählt, der Kat sei bei der Kenterung “in Stücke zerbrochen und wie eine Maistortilla in sich zusammengeklappt. Dieser Bericht sei “völlig unrichtig”, erklärte Ehman auf eine Reporterfrage.”

    Andererseits … vielleicht sollten wir uns da kein Ei drauf backen.

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    • avatar Stefan sagt:

      …hey Jan, schreib doch mal ein Drehbuch für “CSI San Francisco”…ach, das gibt es noch nicht? Na, dann wird es wohl Zeit! 😉

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  2. avatar andreas borrink sagt:

    Also was der Murray da bringt ist für mich einfach der Gipfel an Pietätlosigkeit. Von einer Minute (so lange geht der Mitschnitt) befassen sich gerade mal zwei lapidare Sätze von insgesamt 20 sec. mit dem “tragic loss”. Dann kommt Werbung für die Veranstaltung in der wunderschönen SF Bay. Ich möchte nicht wissen, was die Witwe des verunglückten Seglers dabei empfunden hat.

    Aber andererseits sind wir ja in Amerika, und da kann man immer noch als Held sterben, no problem. Tot ist man aber leider trotzdem und diese Erkenntnis bleibt den Hinterbliebenen auf ewig erhalten.

    Wie Carsten schon ganz richtig erkannt hat: the show must go on!

    Wirklich!?

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    • avatar Zyniker sagt:

      Das war eine Pressekonferenz, keine Gedenkfeier.
      Im Übrigen in voller Länge – 38 min – auf Youtube zur sehen.

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      • avatar andreas borrink sagt:

        Ist mir klar, habe ich auch gesehen.

        Ändert aber rein gar nichts an dem völlig unangebrachten und gefühllosen Stil der Pressekonferenz. Immerhin nimmt Ehman im Verlauf seine alberne Sonnenbrille aus der Frisur……

        Bei Murray gewinnt man wenigsten den Eindruck, dass er sehr ambivalente Gefühle zu dem hat, was er da sagt.

        Ich kann hier aber nur meine ganz persönliche Meinung wiedergeben – sicher sind viele da deutlich pragmatischer aufgestellt.

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  3. avatar Christian sagt:

    The show must go on? Wie schrieb Simon (ein britisch-australischer 18-Footer-Segler) doch ganz richtig auf einem Konkurrenz-Blog:

    “And to all of those who say Bart would have wanted it to go on, I say that is an empty sentiment which misses the point because I would bet anything that, considering how many of his close friends are sailing these boats, his number one thought would be that everything must be done to ensure nobody else dies in this manner.”

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    • avatar ac sagt:

      Niemand stirbt bei eine Unfall freiwillig das ist doch klar oder?

      Trotzdem segelt besagter Simon doch aktiv 18fter obwohl in der Vergangenheit auf anderen Booten änliche Unfälle passiert sind und/oder jederzeit passieren können.

      the show MUST go on –> das Schicksal unseres Kulturkreises

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      • avatar Christian sagt:

        Simon ist beim 18er-Segeln sogar selber beinahe ertrunken. Seither ist er sowas wie der Sicherheitsbeauftragte bei den 18s. Das ist doch ein guter Umgang mit dieser unschönen Erfahrung.

        Die AC-Show MUSS nicht weiter gehen. Sie wird es, aber hoffentlich im obigen, von Simon formulierten Sinne.

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  4. avatar Fock sagt:

    Ich wundere mich doch sehr, dass die US Coast Guard das Training etc.pp. sofort wieder freigibt. Ich hab sie mal anders erlebt. Die Gesichter der beiden Verantwortlichten zeigten nach unten, schlechtes Gewissen für “the show must go on”. Die Show wird von Ellisson(Oracle) wie ein Dompteur geleitet. Beim Tod eines überaus erfahrenen, erfolgreichen sowie beliebten Seglers.Ellisson sollte zunächst die Untersuchungsergebnisse abwarten.

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  5. avatar enzo sagt:

    Jetzt haut’s mich langsam aus den Schuhen. Natürlich ist es tragisch wenn jemand stirbt… Andrew Simpsons Beruf war Segelprofi und er war sich dem Restrisiko bestimmt bewusst als er sich für diese Kampagne verpflichtete- und hat es in Kauf genommen. Genau wie ein Zimmermann vom Dach fallen- oder ein Strassenarbeiter von einem Auto erfasst werden kann.
    Der ganze Aufschrei von wegen Cup Absagen oder zu gefährliches Boot oder zuwenig Gefühlsduselei finde ich tatsächlich etwas heuchlerisch.

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    • avatar AC sagt:

      Stimmt. Generiert aber Seitenabrufe was ja letztendlich wieder gut für SR ist oder?

      Ggf. dürstet die SR-Gemeinde aber auch lediglich nach einer neuen Geschichte von Sexy-Weltumseglerin-Taru 😉

      Anmerkung: Es ist der Normalfall dass Sportveranstaltungen durchgezogen werden siehe Tour, VOR…
      Die Steigerung der Sicherheitsstandards wird erfolgen – das Restrisiko bleibt für alle (inkl. Zuschauer z.B. wegen eines möglichen Anschlags)

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  6. avatar Super-Spät-Segler sagt:

    Vielleicht kann sich noch einer der “alten Hasen” erinnern:

    Wie war es eigentlich 1999, als Martin Wizner bei einem Trainingsunfall durch
    Materialversagen ums Leben gekommen ist?

    http://www.americaone.org/oddsnends/memorial2.html

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