America’s Cup: Keine Rennen am 11. Wettfahrttag

Staying alive

Unstete Winde in der Bucht von San Francisco haben am Samstag dafür gesorgt, dass die 11. Wettfahrt des 34. America’s Cup nicht gestartet werden konnte.

America's Cup Kartoon

Immer noch am Leben…© o’Brian / monstacartoons.com

Die endgültige Absage wurde um 14:40 Uhr Ortszeit (23:40 Uhr MESZ) verkündet – später darf ohnehin kein Rennen gestartet werden. Zwar war die Windstärke ausreichend, die angepeilte Windrichtung (230 Grad) war aber knapp nicht erreicht worden.

„Dass so etwas heute passieren könnte, sahen wir schon vor ein paar Tagen kommen”, meinte Regatta Director Iain Murray. „Gestern Abend haben wir mit den Teams zusammengesessen und über den möglichen Leichtwind aus Süd gesprochen. Es gibt zwar einen Ausweichkurs, den wir den Teams angeboten haben, aber sie haben abgelehnt.

Dunkle Wolken über der Starttonne. Viel Regen, falsche Windrichtung, Abbruch. © Jens Hoyer

Dunkle Wolken über der Starttonne. Viel Regen, falsche Windrichtung, Abbruch. © Jens Hoyer

Sie zogen es vor, darauf zu warten, dass der Wind zurück nach Südwest schwingt, und der normale Regattakurs genutzt werden kann. Die noch ausstehenden Rennen sind unglaublich bedeutsam, deshalb wollte keines der Teams die Entscheidung unkalkulierbaren Umständen überlassen, die keiner kennt.“

Das Emirates Team New Zealand führt nach Punkten mit 8:3 . Neun Zähler sind zum Gesamtsieg nötig. Die Neuseeländer brauchen also nur noch einen Wettfahrtsieg, um den America’s Cup zum dritten Mal nach 1995 und 2000 zu gewinnen. Das ORACLE TEAM USA hingegen muss sechs Rennen in Folge für sich entscheiden, um die 2010 erstmals gewonnene Trophäe erfolgreich zu verteidigen.

Die Windstärke reichte kurz vor dem Rennabbruch noch aus. Aber die Richtung hätte nur Anlieger erlaubt. © Jens Hoyer

Die Windstärke reichte kurz vor dem Rennabbruch noch aus. Aber die Richtung hätte nur Anlieger erlaubt. © Jens Hoyer

Die 14.Wettfahrt ist am Sonntag neu angesetzt, gefolgt von Rennen 15 (13:15 und 14:15 Uhr Ortszeit/22:15 und 23:15 Uhr. MESZ). Es werden dann wieder normale San Francisco Bedingungen erwartet. Der Wind wird mit 14-17 Knoten vorhergesagt. Die Strömung sollte das 23 Knoten Windlimit nicht mehr negativ beeinträchtigen.

In den USA wird der America’s Cup live auf NBC und NBC Sports Network zu sehen sein. Zeitversetzt sind die Rennen auch auf dem America’s Cup YouTube Channel abrufbar.

Weltweit wird das Finale in mehr als 170 Ländern und Regionen ausgestrahlt. Liveübertragungen sind zudem auf dem America’s Cup YouTube Channel verfügbar (in manchen Ländern kann dies aus rechtlichen Gründen nicht möglich sein).

Wer ein Smartphone besitzt, kann die Wettfahrten auch über die America’s Cup App für Android- und iOS-Endgeräte verfolgen.

Stand des 34. America’s Cup nach 13 Rennen

Emirates Team New Zealand – 8
ORACLE TEAM USA – 3

Zeitplan zum America’s Cup

Sonntag, 22. September: Rennen 14 (13:15 Uhr Ortszeit/22:15 Uhr MESZ) Rennen15* (14:15 Uhr Ortszeit/23:15 Uhr MESZ)

Montag, 23. September: Rennen 16* (13:15 Uhr Ortszeit/22:15 Uhr MESZ) Rennen 17* (14:15 Uhr Ortszeit/23:15 Uhr MESZ)

Dienstag, 24. September: Rennen 18* (13:15 Uhr Ortszeit/22:15 Uhr MESZ) Rennen 19* (14:15 Uhr Ortszeit/23:15 Uhr MESZ)

(*falls nötig)

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http://blueocean.berlin/magicmarine-team-werden/

6 Kommentare zu „America’s Cup: Keine Rennen am 11. Wettfahrttag“

  1. avatar matthias pape sagt:

    So bleibt Segel immer eine TV Randsportart, wenn die Windrichtung nicht passt oder es zu wenig ist oder die Leute zeitig zum Tee nach Hause wollen. Irgendwas passt immer nicht beim Segeln. Gestern hätte man fahren können.

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  2. avatar boatsailing sagt:

    Die Regeln sind zu krass. Kein Segeln bei:
    – Zu viel Wind/Tide
    – zu “wenig” Wind (Zeitlimit überschritten bei 20kn Bootsgeschwindigkeit, wie bitte?)
    – falscher Windrichtung
    – Tageszeitlimit
    was denn noch?

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 8 Daumen runter 2

  3. avatar Dominik sagt:

    Diese Regeln passen meiner Meinung nach zu diesem Wettkampf und sollten vor allem nicht während der Serie geändert werden. Unterschiedlich taugliche Wetterbedingungen gehören zum Freiluftsport und machen stets seine Würze aus.

    Am ehesten könnte man (vorher daran denken) das tägliche Zeitfenster erweitern, aber dann liegt sehr, sehr viel Verantwortung bei diesem Zweiboote-contest auf der Wettfahrtleitung, die in diesem Spielraum zu entscheiden hat, wann gestartet wird. Soll man noch auf etwas stärkeren, besser eingependelten Wind warten?

    Die einen werden wollen, die anderen eher nicht. Auch Abbrüche müssen klar geregelt sein – zB per Zeitlimit – so traurig es bei der Performance von ETNZ war

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    • avatar boatsailing sagt:

      Klar, für Veränderungen ist es jetzt zu spät. Und zum Segeln gehören Rennausfälle dazu.

      Aber ein so eng bemessenes Möglichkeitsfenster muss es nicht sein. Das ist frustrierend für alle Beteiligten und Zuschauer.

      Das tägliche Zeitfenster ist denke ich notwendig, weil es schätzungsweise was mit den Programmfenstern der Sender weltweit zu tun hat. Ds Windlimit wurde aus bekannten Gründen eingeführt, meiner Meinung nach ist das auch auch ok, zumal die Foils nicht wie Tuchsegel verkleinert werden können. Aber ein Zeitlimit, das mit 20kn Bootsgeschwindigkeit nicht zu schaffen ist, ist idiotisch! Und es gibt keinen Grund, warum der Winkel einer Regattabahn – trotz Tide – nicht an die Windrichtung angepasst werden kann, so wie das bei Regatten allgemein üblich ist…

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  4. avatar Michael Wolters sagt:

    Segler sind nun einmal vom Wetter abhängig.
    Ob im Urlaub oder auf der Spaß-Regatta, Flauten sind genauso ärgerlich wie Dauerregen.
    Auch bei “falscher” Windrichtung kann ein entspannter Tagesschlag zu einem Stresstag ausarten, der den Eindruck einer kompletten “perfekten Woche” zu Nichte macht.

    So wird sich halt zwischen den Titelverteidigern und Herausforderern auf ein Reglement geeinigt, dessen Vor- wie Nachteile für Alle gelten.

    Perfekt ist es nie!

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  5. avatar andreas borrink sagt:

    Es ist eben alles neu; die Boote, die <geschwindigkeit, das Format und die Regeln dementsprechend auch. Da hat noch keiner so wirklich viel Erfahrung mit und der Murray macht schon einen guten Job, finde ich. Die Regeln sind noch nicht optimal, klar, das weiß der auch, aber sie lassen sich bestimmt verbessern. Nur eben nicht im laufenden Wettbewerb, das geht gar nicht.

    Erlaubt sei wieder der Vergleich mit der Formel 1: die fahren auch bei 40°C oder 15°C Streckentemperatur, bei Regen oder Sonnenschein, nachts oder am Tag, ganz egal. Wenn Millionen vor der Glotze sitzen, müssen die Gladiatoren performen, sonst geht der Daumen nach unten. Mittelfristig muss die Reise da wohl hingehen, wenn Segeln ein medienkompatibler Sport werden soll. Aber übers Knie brechen darf man das nicht; wir erleben doch gerade schon genug (R)evolution.

    Und heute Abend ist erstmal Schluss, das hab' ich im Gefühl…..go Kiwis!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 5 Daumen runter 0

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