America’s Cup vor Gericht: Amerikaner will vor dem Supreme Court klagen – Was das soll

„Über dem Wasser zu fliegen ist kein Segeln”

Der America’s Cup hat es schwer genug, im Wettbewerb mit dem SailGP zu bestehen und schien zuletzt auf einem besseren Weg auch mit der Rückkehr von Alinghi. Nun könnte es aber wieder Ärger geben durch John Sweeney, den Ex-Sportdirektor von Shosholoza (2007), der eine offizielle Rechtsbeschwerde eingelegt hat.

John Sweeney
John Sweeney © Sweeney

Der US-Amerikaner John Sweeney (55) hat eine offizielle Rechtsbeschwerde beim Charities Bureau des New Yorker Generalstaatsanwalts eingereicht. In diesem Dokument wirft er dem Royal New Zealand Yacht Club als aktuellem Titelverteidiger schwerwiegende Verstöße gegen die historische Deed of Gift vor. Dieses Dokument aus dem 19. Jahrhundert fungiert als rechtliche Stiftungsurkunde des Cups und definiert ihn als einen gemeinnützigen Treuhandfonds, der dem sportlichen Wettbewerb zwischen Nationen dienen soll.

Sweeneys Kritik setzt an der technischen und organisatorischen Entwicklung des 38. Cup-Zyklus an, der 2027 in Neapel ausgetragen werden soll. Er argumentiert, dass die modernen AC75-Einrumpfboote, die auf Tragflügeln über das Wasser fliegen, die in der Deed of Gift festgeschriebenen Anforderungen an Länge, Breite und Tiefgang konstruktionsbedingt nicht erfüllen können, wenn sie sich im Flugmodus befinden.

Zudem verurteilt er die zunehmende Technisierung, insbesondere die für den nächsten Cup geplante Lockerung des Verbots von gespeicherter Energie an Bord. Es wird keine Grinder mehr geben, sondern die Crew soll auf fünf Segler beschränkt sein, die meist per Knopfdruck Batterie-Energie anzapfen.

Luna Rossa gegen Team New Zealand
Luna Rossa gegen Team New Zealand in Barcelona. © ACE / Studio Borlenghi

Für Sweeney sind diese Schiffe keine Segelyachten mehr, sondern „Flugmaschinen“, die den Kern des Sports korrumpieren. Ein weiterer zentraler Punkt seiner Beschwerde ist die neu geschaffene America’s Cup Partnership, über die fünf Teilnehmer zusammen die nächste Veranstaltung planen und ausrichten. Die Rolle des Verteidigers wurde beschnitten. Alle Parteien haben sich auf die gemeinsame Arbeit eingeschworen.

Mit diesem KI-generierten Bild wirbt Sweeney für sein Anliegen. © Sweeney

Sweeney behauptet allerdings, dass hierbei die traditionelle Verwaltung durch gemeinnützige Yachtclubs illegal durch gewinnorientierte Unternehmen ersetzt wurde, was den Treuhandcharakter der Veranstaltung zerstöre. Stattdessen möchte er den 38. America’s Cup, der 2027 in Neapel stattfinden soll, auf Yachten austragen sehen, „die von Menschen und nicht von Foils angetrieben werden“.

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5 Kommentare zu „America’s Cup vor Gericht: Amerikaner will vor dem Supreme Court klagen – Was das soll“

  1. Bobe Andreas

    sagt:

    Da drücke ich aber mal ganz feste die Daumen, dass Herr Sveeney erfolgreich ist. Vielleicht wende ich mich dann auch wieder dem schönen Regattasport beim America‘s Cup zu. SailGP geht mir übrigens auch an der Sitzgelegenheit vorbei. Hat doch alles nichts mehr mit Segeln, Winchen, Trimmen zu tun.

  2. PL_achso77

    sagt:

    etwas off-topic:
    Verstehe ja, dass das hier einen Artikel wert ist (und habe ihn erstaunt/amüsiert/kopschüttelnd) gelesen.
    Aber etwas mehr Berichterstattung zu laufenden Resten wäre schon auch schön. Ich würde mich extrem über eine umfassendere Begleitung der Globe40 freuen. Auch wenn Fink/Burkhardt erst mal nicht dabei sind, wäre es schön, SR da am Ball bleiben würde…

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    1. Bobe Andreas

      sagt:

      Da bin ich ganz ihrer Meinung. Mehr Sportberichte als Sensationsberichte!

  3. Hans W.

    sagt:

    Er spricht mir aus der Seele.

    1. Hurghamann

      sagt:

      Segeln ohne Segelwechsel und Seemannschaft, Eingespielte Crews und deren Manöver fehlt was.
      Ein paar Leute die sich verzweifelt an fliegende Kisten klammern mit einem Wingtrimmer gibt es schon beim Sail GP.
      Ich hoffe Mr Sweeney hat Erfolg.

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