Liegeplatz online buchen an der Ostsee: Was spricht dafür? Was dagegen?

Fortschritt, Verbesserung oder Verlust der Hafenkultur?

Immer mehr Marinas in Europa, auch entlang der Ostseeküste, setzen auf die digitale Liegeplatzbuchung. Einfach per App oder Online-Plattform den Liegeplatz auswählen, reservieren, bezahlen und fertig. Segler spaltet das in zwei Lager. Wir haben uns beide Positionen genauer angesehen. 

Liegeplätze online buchen. Pro und Contra. © Stephan Boden / ADAC Skipper App

Freudig kündigt vergangene Woche die Marina Kühlungsborn auf ihrem Facebook Kanal an, dass Liegeplätze nun über den Anbieter Dock24 mittels QR-Code online gebucht werden können. Was im Mittelmeer bereits stark verbreitet und Usus ist, macht sich nun auch immer mehr an der Ostsee breit: die digitale Liegeplatzbuchung per App, QR-Code oder Webseite. Der freie Liegeplätze werden online angezeigt, direkt reserviert und oft auch unmittelbar bezahlt.

Für viele Segler ist das ein praktischer Fortschritt, für andere ein großer Verlust auf mehreren Ebenen. Immer mehr Anbieter drängen auf den Markt, schließen Kooperationen mit Häfen und Marinas. Der ADAC bietet in seiner „Skipper-App“ Liegeplatzbuchungen gleich über mehrere Partner an, wie DockBooking, Dockspot oder mySea. Imme mehr Häfen rüsten um und auf. 

In Kommentaren, Foren und Gesprächen an den Stegen zeigt sich, dass die Diskussion die Segler beschäftigt. Es geht um Sicherheit, Planung und Effizienz – aber ebenso um Spontaneität, Tradition, persönlichen Kontakt und den Geist des Fahrtensegelns. Die Argumente beider Seiten sind nachvollziehbar. Welche Argumente sprechen dafür, welche dagegen?

 

Pro: Mehr Sicherheit, bessere Planung, weniger Stress

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2 Kommentare zu „Liegeplatz online buchen an der Ostsee: Was spricht dafür? Was dagegen?“

  1. Cezar

    sagt:

    Viel mehr Sinn ergibt es, online zu bezahlen und verfügbare Plätze online anzuzeigen. Online-Buchungen bergen jedoch die Gefahr, dass manche zwar buchen (und vielleicht sogar schon bezahlen), dann aber doch nicht kommen. Für die Betreiber könnte es zwar egal sein, da der Liegeplatz bereits bezahlt ist, aber für Segler, die verzweifelt nach einem freien Platz suchen, ist dieser Platz dann nicht mehr sichtbar. Es gibt genug Marinas, in denen Dauerlieger die roten Schilder festnageln und dann für drei Wochen auf Segeltörn gehen.

  2. In diesem Kontext der Text von Heribert Prantl: https://www.sueddeutsche.de/meinung/prantls-blick-smartphone-alter-gefahr-ueberwachung-li.3473460

    Welche Grundrechte es irgendwann im deutschen Grundgesetz gäbe, interessiert Marinas im Mittelmeer wahrscheinlich wenig. Und ich wäre schon froh über eine Buchungsmöglichkeit der Wattenhäfen vor der niederländischen Küste (TVTAS, ihr wisst schon), denn wenn dann da nix frei ist, ist das echt blöd. Andererseits kommt man ja doch meistens „irgendwie“ unter (und sei es im Fischereihafen).
    Insofern kann ich die Argumentation des „es geht so viel Abenteuer verloren“ nicht nachvollziehen, sehe aber (auch oder gerade als ITler) die Notwendigkeit, Menschen mit weniger Zugang zu solcher Technik nicht zu benachteiligen.

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