Besser spät als nie – bei The Ocean Race: Österreicher schaffen Start in letzter Minute

"Eine Art Sieg"

Es dauerte bis zum letzten möglichen Moment. Das Austrian Ocean Racing Team, das bei seiner Ocean Race Premiere die erste Etappe gewann, hat mit der Stadt Genua den letzten Geldgeber gefunden, um beim VO65 Sprint Cup von The Ocean Race teilzunehmen.

Das Team Austria bei einem seiner vielen Trainingsschläge. © Austrian Ocean Racing powered by Team Genova / Stefan Leitner

Austrian Ocean Racing powered by Team Genova hat in letzter Minute seine Teilnahme am neuen The Ocean Race Sprint Cup angekündigt, das mit der bisherigen Volvo Ocean Race Onedesign-Klasse VO65 gesegelt wird. Es führt mangels Budgets bei den potentiellen Teilnehmer-Teams nur noch über drei Etappen statt wie bei den IMOCAs um die Welt. Aber mit den Österreichern ist die Flotte nun doch auf sechs von insgesamt acht gebauten VO65 Yachten angewachsen und erreicht doch eine gewisse Qualität.

Das neue Team bei der Präsentation in Genua. © Austrian Ocean Racing powered by Team Genova / Stefan Leitner

Es ist nun das erste Mal, dass ein in Österreich gegründetes Team mit einem Boot unter österreichischer/italienischer Flagge an einer teilnimmt. Die Veranstaltung beginnt am 8. Januar mit einem In-Port-Race in Alicante gefolgt von der ersten von drei Offshore-Etappen – Alicante nach Cabo Verde – am 15. Januar.

Das Segelteam wird von Skipper Gerwin Jansen angeführt, der im vergangenen Sommer ein junges österreichisches Team beim Ocean Race Europe steuerte, das die Regatta mit einem Etappensieg begann aber schließlich doch auf Rang 7 landete.

Die Meldung konnte spät durch die Unterstützung der Stadt Genua und der Region Ligurien realisiert werden. So werden nun jeweils bei den drei Etappen mindestens zwei Italiener an Bord sein, die sich zu einer Crew aus jungen österreichischen und europäischen Seglern gesellen.

“Obwohl es für uns schon eine Art Sieg ist, an der Startlinie des The Ocean Race VO65 Sprint zu stehen, sind wir bereit, noch weiterzugehen und haben ehrgeizige Ziele”, sagte der Skipper Gerwin Jansen.

Das überarbeitete Unterwasserschiff des österreichischen VO65. © Austrian Ocean Racing powered by Team Genova / Stefan Leitner

“Wir sind stolz darauf, ein Boot mit unserer Flagge und dem Namen unserer Stadt am Start dieses außergewöhnlichen Wettbewerbs zu haben”, sagte der Bürgermeister von Genua, Marco Bucci. “Es war eine lange und manchmal nicht ganz einfache Arbeit, aber alle, die heute hier an Bord des Team Genova sind, haben an dieses Projekt geglaubt und wir danken ihnen und freuen uns auf das Rennen.”

Neben der Eröffnungsetappe von Alicante nach Cabo Verde umfasst das Ocean Race VO65 Sprint zwei weitere Etappen im Frühjahr 2023; die erste führt von Aarhus, Dänemark, nach Den Haag, bevor die letzte Etappe von Den Haag zum Gastgeber des Grande Finales, Genua, Italien, führt.

„Wir haben die Yacht einem Refit unterzogen und sind dankbar für alles, was Genua für uns Segler zu bieten hat”, sagt Oliver Kobale – Co-Skipper und Boat Captain. “Es war eine Mammutaufgabe, aber dank des Engagements des gesamten Teams und der Unterstützung der Stadt haben wir es geschafft. Jetzt sind wir bereit und hungrig auf das Rennen.“  

Die Rumpfform des schnellen Offshore Racers.© Austrian Ocean Racing powered by Team Genova / Stefan Leitner

 
Obwohl die Mannschaft nur wenige Wochen Zeit hat, alles vorzubereiten, sei sie bereit, auf hohem Niveau zu segeln und für die eine oder andere Überraschung zu sorgen.

„Unsere Teilnahme am Ocean Race ist bereits ein Sieg, aber wir sind bereit, uns noch mehr anzustrengen und noch erfolgreicher zu werden“, sagt der Skipper des Teams Gerwin Jansen (40), „und mal sehen, vielleicht gelingt uns eine ähnliche Überraschung wie beim Ocean Race Europe, wo wir die erste Etappe gewonnen haben.“ 

Die jungen österreichischen Brüder Konstantin (26) und Oliver Kobale (23) sowie der Niederländer Gerwin Jansen gründeten das Team im Jahr 2019. Seitdem wurde daran gearbeitet, das Team und das Boot für das Ocean Race fit zu machen. Mehrere Regatten wurden zu Trainingszwecken gesegelt, und Sisi und das Team haben bereits acht Atlantiküberquerungen erfolgreich absolviert.

Seit 2021 ist Genua der Heimathafen des Teams. Die Stadt hat sich dem Segelsport verschrieben und bietet beste Möglichkeiten für ein Segelteam. Das Refit der VO65-Segelyacht begann Anfang September in Genua bei der Werft Sangiorgio Marine. Es wurde von der gesamten Stadt unterstützt. “Wir haben die Yacht von oben bis unten vorbereitet und sind dankbar für alles, was Genua als Seglerparadies zu bieten hat”, so Kapitän Oliver Kobale. Es war eine Mammutaufgabe, aber wir haben es dank des Engagements des gesamten Teams und der Unterstützung der Stadt geschafft.”
 
Der Teamchef Konstantin Kobale fügte hinzu: “Als Österreicher ohne Zugang zum Meer sind wir begeistert, in Genua einen so wunderbaren Heimathafen gefunden zu haben, der nicht nur alles bietet, was ein Segelteam braucht, sondern auch eine lebendige internationale Atmosphäre hat, die das ganze Team genießt.”

Das Segelteam

Oliver Kobale (AUT-CoSkipper/Boat Captain), 
Gerwin Jansen (NED-Skipper)
Konstantin Kobale (AUT-CEO)
Jolbert van Dijk (NED-Navigator)
Oliver Kobale (AUT-CoSkipper/Boat Captain), 
Daniel Gaw (CAN-Bow)
Michiel Goegebeur (BEL-Pit)
Ruaridh Wright (GBR-Watch Leader)
Alberto Riva (ITA-Sailor)
Deborah Blair (GBR-Sailor)
Anna Luschan (AUT-Sailor)
Cecilia Zorzi (ITA-Sailor)

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