German Offshore Award: Uwe Lebens geehrt – Alex Thomson im Hamburger Rathaus

"Versuche immer zu lächeln"

11. German Offshore Award für Helgoland‐Edinburgh ORC Sieger Uwe Lebens mit der STP65 “Milan” vor 300 Gästen vergeben. Offshore Team Germany mit Riechers und Stanjek stellt sich vor.

German Offshore Award

Alex Thomson im Hamburger Rathaus. © HFranck

Als beste deutsche Hochseeyacht der vergangenen Saison wurde im Kaisersaal des Hamburger Rathauses die STP 65 Milan für ihre Leistung als Gesamtsieger nach ORC beim Budweiser Cup Helgoland‐Edinburgh ausgezeichnet. Das 420 Seemeilen lange Rennen findet in den ungeraden Kalenderjahren direkt im Anschluss an die traditionelle Nordseewoche zu Pfingsten auf Helgoland statt und führt über die offene See und die Doggerbank bis in die schottische Hauptstadt. Ein Tiefdruckgebiet über der Nordsee mit heftigen Sturmböen machte den Regattateilnehmern 2017 zu schaffen, so dass nur ein Drittel der gemeldeten Yachten tatsächlich das Ziel unter Rennbedingungen erreichten. Die Milan absolvierte das stürmische Rennen in rund 40 Stunden.

Eigner Uwe Lebens nahm die Auszeichnung, die von Staatsrat Christoph Hollstein übergeben wurde, sichtlich bewegt an. „Das wir mit einem Schiff dieser Größe den Titel des ‚first ship home‘ öfter sicher haben, wissen wir“, sagt er. „Aber dass es diesmal gereicht hat, auch berechnet über alles zu gewinnen, hat uns sehr überrascht und gefreut.“

German Offshore Award

Staatsrat Holstein übergibt den German Offshore Award an Uwe Lebens © HFranck

Die übrigen nominierten Yachten waren die Elliot 52 Outsider (Tilmar Hansen) für den Sieg beim RORC Transatlantik Race in der Wertungsgruppe ORC; die X‐41 Halbtrocken 4.0 (Michael Berghorn) für den Sieg beim Sydbank Cup von Kiel nach Kopenhagen und zurück; die 35 Jahre alte Albin Stratus Sagitta (Tilmann Frank) für einen 6. Platz in ihrer Wertungsgruppe beim Rolex Fastnet Race und der Mini Lilienthal, mit dem Solosegler Jörg Riechers beim Mini Transat 2017 in der Klasse der Protoypen Zweiter wurde.

Den Wehring & Wolfes Youth Award erhielt in diesem Jahr der Akademische Segel Verein zu Rostock, der im kommenden Jahr sein 100‐jähriges Jubiläum feiert. Mit dem „Lifetime‐Award“ für besondere Verdienste um den deutschen Hochseesegelsport wurde die Abteilung Technik des Deutschen Segler Verbandes (DSV) ausgezeichnet, die für die Ausstellung von Messbriefen und die Vermessung von Segeln und Schiffen zuständig ist.

Offshore Award

Die STP65 “Milan” beim Budweiser Cup Helgoland‐Edinburgh. © Duensing

Highlight des Abends war der Vortrag des britischen Soloseglers und „Popstars“ der Imoca 60 Klasse Alex Thomson. Mit beeindruckenden Entertainer‐Qualitäten verriet der zweimalige Vendée Globe‐ Finisher den über 300 Zuhörern sein Erfolgsgeheimnis: „Versuche immer zu lächeln, dann siehst du alles viel positiver und bist mental gestärkt.“

Durch den Festakt im Hamburger Rathaus führte als Moderation die Segelsportjournalistin Sandra‐ Valeska Bruhns, die nach der Vorstellung der für die Leistung ihrer Yachten nominierten Segler auch Gelegenheit hatte, in einem Kurzinterview die Ziele des neu gegründeten Offshore Team Germany vorzustellen. Unter diesem Titel, abgekürzt OTG, wollen Solosegler Jörg Riechers und Ex‐Olympionike Robert Stanjek unter der Leitung von Jens Kuphal an einer erfolgreichen deutschen Kampagne für die drei großen Weltrennen Barcelona World Race, Vendée Globe und Volvo Ocean Race arbeiten.

Der German Offshore Award ist ein Senatspreis der Freien und Hansestadt Hamburg und wird traditionell von einem Vertreter des Hamburger Senats im großen Kaisersaal übergeben. Er wird veranstaltet von der German Offshore Owners Association (kurz GER‐00), die 2005 von dem passionierten Hamburger Hochseesegler Volker Andreae gegründet wurde. „In der Stiftungsurkunde ist festgehalten, dass der begehrte Preis vom Hamburger Senat zusammen mit der GER‐OO organisiert und übergeben wird“, erklärt Friedrich Hausmann, seit 2017 Vorsitzender des Vereins. „Die Jury für den Award wird vom Vorsitzenden des Hamburger Segler‐Verbands geleitet und setzt sich aus Vertretern der vier größten Hamburger Segelvereine zusammen. Dem Gremium steht Wetterexperte Dr. Meeno Schrader beratend zur Seite, die Juryentscheidung wird begleitet von Vertretern des Sportamtes und des Hamburger Senats.“

Volker Andreae, der seine seglerischen und ehrenamtlichen Aktivitäten gesundheitsbedingt stark einschränken muss, wurde bei der regulären Mitgliederversammlung der GER‐00 am vergangenen Freitag einstimmig zum Ehrenvorsitzenden ernannt. „Volker war seiner Zeit in vielem immer voraus, hat sich vor Jahren schon eine Segelweltmeisterschaft der verschiedenen Handicap‐Klassen gewünscht, wie wir sie dieses Jahr in den Niederlanden haben werden“, erklärt Carl Friedrich Schott, stellvertretender Vorsitzender der GER‐OO. „Der von Volker Andreae initiierte Award ist heute eine der begehrtesten Auszeichnung der deutschen Hochseesegler.“

Quelle: German Offshore Association

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5 Kommentare zu „German Offshore Award: Uwe Lebens geehrt – Alex Thomson im Hamburger Rathaus“

  1. avatar tyske Amatør sagt:

    Popstar?
    Ich finde Alex Thomson ist eher Dave Grohl als Helene Fischer…
    Also Rockstar!

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  2. avatar Backe sagt:

    Eine Pressemitteilung ist eine Pressemitteilung ist eine Pressemitteilung. Journalistisch günstig zu haben, aber meist schlichte Selbstdarstellung ohne die Spur einer Kritik.
    Sorry, SR, aber da hatte der große Mitbewerber ausnahmsweise die Nase vorn …

    Die haben außer der Preisvergabe auch gleich die Entscheidungskriterien hinterfragt und eine im Rahmen des Möglichen überraschend deutliche Kritik (“Szene krankt” “Erstarrung” “Mangel an Lebendigkeit und Esprit”)
    an den Verwaltern der Szene (Begrüßungsfloskeln, Grußadressen, Funktionärsgala) geübt.

    Lg, Backe

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    • avatar Backe sagt:

      P.S.: Helene Fischer ist bestenfalls Schlager, aber kein Pop.

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      • avatar tyske Amatør sagt:

        Mir viel grad nix unpassenderes ein… 😉 und ja, “bestenfalls” stimmt.

        Und ja, 2te:

        Backe, da hast Du völlig recht – “Die Bravo” las sich da eher wie SA. Ich war völlig perplex eine Cheffe-Redaktions-Kennzeichnung darunter zu finden anstelle der sonst üblichen Lobhudelein der Badeplattform der neuen Bavaria Modelreihe. (Ja, ich gebs zu, als Bootsbauer bashe ich die Fensterbaufirma únd die Bravo gerne)
        Was ist da in der Redaktion los?

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    • avatar Sail it sagt:

      Und für eine Erneuerung bzw frischen Wind in der Szene soll nun gerade die Pauschale Kritik der Segelbravo gut sein, die sich den Rest des Jahres kaum um Amateur-Seesegeln kümmert? Vielleicht sollte die Bravo lieber die RVS & GER-OO unterstützen, anstatt zu polarisieren … aber Wutbürgertum ist ja gerade im Trend 😉

      Besonders schräg die Umfrage, wo natürlich – wie bei jeder Frustumfrage – die „Dagegen“-Vertreter gewinnen werden …

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