IDM Seesegeln: Gute Stimmung, geringe Meldezahlen – Harte Bedingungen auf der Förde

"Ausgelassen getanzt"

Die Würfel sind gefallen. Der neue Deutsche Meister in ORC3/4 heißt „OneSpirit“ mit Gordon Nickel, die Bestenermittlung in ORC1/2 gewann die „Halbtrocken 4.0“ von Michael Berghorn.

Die Farr 30 “Heat” glitscht hinter ihrem Pauli-Spi her auf Platz zwei. © Sven Jürgensen/FSC

Die Entscheidungen über Silber und Bronze in den Klassen ORC1/2 und ORC3/4 sind gefallen. Nachdem die Sieger der beiden Klassen schon vor dem letzten Segeltag bereits feststanden, führte die finale Mittelstrecke die Entscheidung über die Ränge herbei.

Fiese Wolken über der Flensburger Förde. © Sven Jürgensen/FSC

Zum Abschluss der IDM der Seesegler vor Glücksburg bescherte die Förde den Crews beste Bedingungen. Wettfahrtleiter Hajo Andresen schickte die beiden ORC-Gruppen planmäßig um 10 Uhr auf die abschließende Mittelstrecke. Waren die vergangenen Tage noch von diversen Frühstarts geprägt, zeigten sich die Segler heute konservativ an der Startlinie.

Die TP52 “Outsider” von Tilmar Hansen war das schnellste Schiff auf der Förde… © Sven Jürgensen/FSC

…Bo Teichmann führte das Steuer. Der britische Promi-Taktiker Adrian Stead wies den Weg… © Sven Jürgensen/FSC

…Für den Sieg nach Berechnung reichte es nicht. © Sven Jürgensen/FSC

Vielleicht, um das Risiko zu minimieren, vielleicht aber auch auf Grund leichter Kopfschmerzen von der Party am vorherigen Abend: Das erstmalig am Clubhaus des Flensburger Segel Clubs aufgebaute Festzelt und die Klänge von Offshore-DJ „Fat Fechner“ hatten für hervorragende Stimmung unter den Seglern gesorgt: So ausgelassen wurde in Flensburg lange nicht mehr getanzt.

Bewegung im Leaderboard

Der Kurs der letzten Mittelstrecke führte die Yachten über rund 20 Seemeilen durch die Außen- und Innenförde. Der Wind wehte am Start böig um 18 Knoten und sollte über den Tag langsam abnehmen. Dennoch entwickelten sich schnell packende Zweikämpfe unter den Yachten die sich auch auf das Gesamtergebnis auswirkten: Die Zweitplatzierte vom Vortag, Hauke Mojes „Quiron“ kam zum Abschluss nicht über einen achten Platz hinaus und rutschte damit auf den vierten Platz über alles zurück.

Gordon Nickel am Steuer der Italia 9.98 “One Spirit” siegt überlegen mit jungem Team. Mit dabei der beste deutsche Finnsegler Fabian Kasüske. © Sven Jürgensen/FSC

Davon profitierte Max Augustin, der mit einem fünften Platz in der Mittelstrecke den zweiten Platz über alles errang, nun gefolgt von Dr. Knut Freudenbergs „Halbtrocken“ auf Rang drei. Der Abstand zwischen den Plätzen drei und vier: 0,2 Punkte. Gordon Nickel zeigte am Finaltag unterdessen erneut, warum die „OneSpirit“ vor Flensburg verdient den Titel des Deutschen Meisters ersegelte.

17 Teams in der ORCi 3/4 Wertung

In Sachen Boathandling, Speed und Fehlerminimierung ist die junge Crew mit ihrer Italia 9.98 derzeit das Maß der Dinge. Nickel sagte dazu: „Wir sind super happy über das Ergebnis und hatten eine tolle Zeit in Flensburg. Die Segeltage waren lang und schön und wir sind froh darüber, dass wir uns so gut platzieren konnten.“

„Halbtrocken“ stark, „Outsider“ auf Platz zwei

Auch in ORC1/2 stand der Sieger der Bestenermittlung schon vor dem Schlusstag fest. Die „Halbtrocken 4.0“ von Michael Berghorn hatte eine dominante Serie gesegelt und konnte daher entspannt in das Final starten.

Sieger “Halbtrocken” (l.) im Zweikampf mit “Sydbank”. © Sven Jürgensen/FSC

„Halbtrocken 4.0“ Skipper Michael Berghorn zog dementsprechend ein zufriedenes Resümee: „Anspruchsvolles Segeln mit böigen Winden mit über 30 Knoten haben gutes Bootshandling und eine gute Crew erfordert. Nach einer erfolgreichen Saison haben wir diese Herausforderung hier ganz gut bewältigen können und freuen uns die Saison mit einer guten Platzierung beenden zu dürfen.“

Nur acht Yachten in ORCi 1/2

Auf Rang zwei liegt nach einem Sieg bei der letzten Mittelstrecke die „Outsider“ von Tilmar Hansen. Torsten Bastiansens X-41 „Sydbank“ reichte ein dritter Platz im heutigen Rennen nicht, um den zweiten Platz über alles zu halten. Auch hier zeigen die Punktabstände zwischen den Teams auf dem Podium, wie eng es bei dieser IDM – trotz kleines Feldes – zur Sache ging: „Outsider“ und „Sydbank“ trennen 0,7 Punkte. Die 108. Flensburger Fördewoche wird am kommenden Freitag mit dem NOSPA Cup fortgesetzt.

Eventwebsite Seesegel DM

Ergebnisse

Harte Bedingungen für die J/80 bei der Geman Open. Martin Menzner siegt im Feld von 13 Booten. © Sven Jürgensen/FSC

Die X/79 bekamen für ihre German und Danish Open nur 10 Boote an die Startlinie… © Sven Jürgensen/FSC

…Einige Teams hatten Probleme. © Sven Jürgensen/FSC

Die Frauencrew der “Hotquido” um Anke Scheuermann wurde 11. © Sven Jürgensen/FSC

Quelle: Regatta Vereinigung Seesegeln / Bendix Hügelmann

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7 Kommentare zu „IDM Seesegeln: Gute Stimmung, geringe Meldezahlen – Harte Bedingungen auf der Förde“

  1. avatar Jürgen Klinghardt sagt:

    Prima Bericht und schöne Bilder. Nur war der Ergebnisdienst leider alles andere als meisterhaft. Bei mindestens einer Yacht wurde zunächst ein älterer Messbrief zugrunde gelegt, obwohl der aktuelle Messbrief 10 Tage und somit rechtzeitig vor der IDM vorlag. Die Ergebnisse wurden häufig korrigiert; erst war man auf dem 5. Platz, einen Tag später für dieselbe Wettfahrt plötzlich auf dem 8. Platz. Und on top durfte die Langstrecke – mit erhöhtem Faktor von 1,3!! – wie eine Kurzstrecke gestrichen werden, so dass sich für einige Yachten ein 30%iger Vorteil ergab, von dem gerade der Zweitplatzierte erheblich profitiert hat, der ansonsten auf dem 5. Platz gelandet wäre. So eine “Streich”-Regelung hatte es bisher noch nie gegeben – aus gutem Grund: Sie ist unlogisch und unfair. Aber auch die Jury hat sich daran nicht gestört…..

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 31 Daumen runter 41

    • avatar Julian sagt:

      Yo Mr. Klingehardt,

      Komm mal runter von deinem Berg des Zorns.

      1. der Ergebnis Dienst war nicht 1A, aber immerhin haben sie es am Ende doch ordentlich hinbekommen. Fehler macht jeder mal
      2. die Ausschreibung und die Segelanweisung waren Wochen vor der Veranstaltung online einsehbar bei manage2sail. Ich war wohl der einzige dem aufgefallen ist, dass die Langstrecke erreichbar ist und das angemerkt hat. Damit im Nachhinein zu kommen ist ja wohl Mega dreist….
      3. dein Mega unsportliches Verhalten der HEAT Crew an Land ging ja wohl mal gar nicht. Du bist HEAT, AKKA und OneSpirit voll vor (manchmal auch in) die Karre gefahren. Davon bist du einmal rausgeflogen. Sie dann als „Blankeneser Schnöselkinder“ zu bezeichnen und Nacht verlorenem Protest „man sieht sich zweimal im Leben“ hinterher zu rufen geht gar nicht…. ne Entschuldigung kam nicht und dann hat man meiner Meinung nach nichts auf dem Podest zu suchen.

      Manchmal sollte man auch einfach mal die Füße stillhalten… keiner von uns kommt aus Blankenese!

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    • avatar Paulina sagt:

      Herr Klinghardt, den approach an die Luvtonne immer wieder auf Steuerbord vorzunehmen und dabei anderen Booten die Vorfahrt zu nehmen hingegen ist grossmeisterlich!? Wer auf Regeln pocht, sollte sich selber erstmal an die Regeln halten.

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  2. avatar Wurst sagt:

    Unfair wäre es im übrigen auch gewesen, wenn falsch berechnete Ergebnisse nicht korrigiert worden wären. Daran ändert sich auch nichts, wenn die Verschlechterung Mr. Klinghardt betrifft. Wenn Sie erwarten, dass alles fehlerfrei läuft, können Sie ja mal eine Kasse aufmachen und gemeinsam mit den anderen Eignern genug Geld einzahlen, um eine professionelle Wettfahrtleitung einzukaufen. Besser segeln wäre die andere Alternative!

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  3. avatar Manfred sagt:

    Mann, mann, was ich hier lese hört sich nicht gut an. Früher (ja, ich weiß, da war alles besser… ha ha) jedenfalls gebot es der Anstand, dass man nach einer Protestverhandlung als unterlegener dem Protest Gewinner die Hand gab und alles war gut. Anschließend vielleicht noch ein Bierchen trinken. Gehört doch eine Protestverhandlung genauso dazu, wie eine korrekte Tonnenrundung. Und unsportliche Nachrufe gehen schon mal garnicht. Gibt da so einen schlimmen § in den Wettfahrt Regeln.

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    • avatar Andreas Borrink sagt:

      Jaja, früher…kurz nachdem wir noch einen Kaiser hatten. Da sind Segellegenden wie “Juju” Gahde oder “Orge” Nowka nach einem Regelverstoß auch entweder gleich nach Hause oder neben der Ziellinie vorbei gesegelt. Dafür haben sie auf dem Kurs nicht sinnlos und brüllend auf Ihr Recht bestanden, sonder auch mal jemanden durchgelassen, wenn es für beide besser passte.

      Sieht man heute alles eher selten…..

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