Kieler Woche: Philipp Buhl will es wieder wissen – nach zwei Tagen „nur“ auf Rang 5

Einhand zu dritt

Kieler Woche, Laser, Buhl

Der Laser-Leitwolf Buhl hat es mit starker Konkurrenz zu tun © kieler woche otg

Viermal schon hat Philipp Buhl die Kieler Woche im Laser Standard gewonnen. Auch die Deutschen Sparrings-Partner sind stark und hungrig auf mehr. Viel mehr!

Beim Kampf um die deutsche Laser-Spitze entwickelt sich Konkurrenz im eigenen Lager. Seit Jahresbeginn trainiert der Olympiateilnehmer von Rio gemeinsam mit den jungen deutschen Laser-Assen Nik Willim und Theodor Bauer. Alle drei haben das gleiche Ziel: Olympia 2020 in Tokio. Aber nur einer wird dort segeln können.

„Ich bin höchst motiviert“, sagt Nik Willim (21), „mit dem richtigen Engagement könnte es noch knapp werden.“ Das gemeinsame Training pusht alle drei nach vorne. „Wir profitieren viel von Philipp. Er ist sehr offen zu uns.“ Gemeinsam mit Trainer Alexander Schlonski werden viele technische Abläufe erarbeitet. Und auch Buhl sagt: „Gute Trainingspartner sind das Wichtigste, was man braucht. Allein verhungert man.“ Dass die anderen beiden das gleiche Ziel haben wie er, stört ihn überhaupt nicht. Für eine Medaille bei Olympia müsse man sowieso besser sein als alle anderen – ob national oder international. Doch momentan werde Olympia zu sehr in den Vordergrund gestellt, gibt es doch noch so viele andere Regatten vorher. So steht der WM-Titel als oberstes Ziel in der Agenda des Leitwolfes der deutschen Laser-Flotte.

Eine gute nationale Trainingsgruppe „macht mehr Spaß“, so Buhl, der sich gern an die gemeinsame Vorbereitung mit Simon Grotelüschen auf die Spiele in Rio erinnert, auch wenn am Ende der Lübecker das Rennen um das eine Olympia-Ticket gewann. „Man spricht die gleiche Sprache und spart sich eine Menge Koordinationsaufwand.“ Und schließlich hat diese Trainingsgruppe das Ziel, insgesamt in die Top-Ten zu fahren. „Das macht richtig viel Spaß“, peilt Einhandsegler Buhl einen Mannschaftserfolg an.

Nik Willim

Nik Willim im Bronze-Leibchen, hier noch bei der U-21 WM in Kiel. © kiwo

Nik Willim (er ist inzwischen von der Schlei in die Kieler Innenstadt umgezogen, studiert BWL und startet für den Norddeutschen Regatta-Verein) hat allerdings zuerst ein Handicap zu überwinden. Denn seit einigen Wochen laborierte er an einer Knieverletzung, hervorgerufen durch Überlastung. „Das ist ärgerlich, das muss ich erstmal auskurieren“, so Willim, der auch zur Kieler Woche pausieren muss.

Dritter im Bunde der Trainingsgruppe ist Theodor Bauer. Der 22-Jährige vom Röbeler Segel-Verein Müritz war Dritter bei der Laser-IDM 2015 am Bodensee, hinter Lukas Feuerherdt und Philipp Buhl. Voriges Jahr gewann Bauer den deutschen Meistertitel. Beim Euro-Cup im Frühjahr in Hyères segelte er auf Rang sechs und steht in der Weltrangliste auf Platz 88. Willim (dessen größter Erfolg Bronze bei der U21-WM in Kiel 2016 war) rangiert auf Platz 67, dazwischen liegt Max Wilken, der aber jünger ist und erst Olympia 2024 anpeilt.

Philipp Buhl (27), der Weltranglisten-Erste, war 2017 schon bei drei großen Regatten in den Top-Ten. Bei den World-Cups in Miami und Hyères segelte der Aktivensprecher des DSV auf die Plätze sechs und sieben, bei der Trofeo Prinçesa auf Mallorca auf Rang neun und beim Weltcupfinale vor Santander (Spanien) auf den Podiumsplatz zwei.

Nun steht die Kieler Woche an. Und die beginnt weit vor dem ersten Start. „Da geht es schon fünf Tage vorher los: Interviews und Fototermine. Bei der Kieler Woche ist man richtig ausgelastet“, schildert der Sportsoldat der Bundeswehr, dass Kiel mehr ist als nur eine Regatta.

Bei den Herren im Laser Standard sind über 130 Starter („Auch wenn aus der Leistungsspitze einige fehlen“, so Buhl) aus 34 Nationen gemeldet, darunter insgesamt 13 Deutsche. Da ist die Titelverteidigung auch für Buhl kein Selbstgänger. Die bisherigen Ergebnisse unterstreichen das.

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