Kieler Woche: Vendée-Globe-Star eröffnet die Kieler Woche zu Wasser und an Land

Doppeltes Willkommen mit Boris Herrmann

Der Hamburger Hochseesegler Boris Herrmann geht mit Silbermedaillengewinnerin Susann Beucke auf einem foilenden GC32-Katamaran ins Welcome Race und eröffnet anschließend in Schilksee die Kieler Woche 2021. Das Team Malizia präsentiert auf dem Hafenvorfeld seine Klimaschutzaktivitäten mit attraktiven Lernangeboten vor allem für Kinder.

Hochseesegler Boris Herrmann kommt auch als Vorreiter im Kampf gegen den Klimawandel zur Kieler Woche.
Foto: Andreas Lindlahr/Team Malizia

Den Streckenrekord für Einrumpfboote hält er schon. 2013 als Navigator an Bord des 100-Füßers „Esimit Europa“ unter Skipper Jochen Schümann verewigte sich Boris Herrmann bereits in den Siegerlisten des Welcome Race. Diesmal will er aus der Innenförde nach Eckernförde „fliegen“. Das Team Malizia um den Hamburger Weltumsegler, der im Winter als erster Deutscher bei der legendären Vendée Globe nonstop um den Globus Geschichte schrieb, hat einen GC32-Katamaran gemeldet, der auf Tragflächen (Foils) abhebt.

Die Bestmarke der Zweirumpfboote allerdings ist ambitioniert. Nur eine Stunde, 47 Minuten und 22 Sekunden brauchte der MOD70-Trimaran „Musandam-Oman Sail“ 2014. Mit dem gleichen Boot riss Herrmann ein Jahr später die Latte knapp. Bei günstigen Windbedingungen könnte der deutlich kürzere Kat jedoch ebenfalls unter zwei Stunden bleiben. Um das Maximale herauszuholen, nimmt Herrmann seinen britischen Co-Skipper Will Harris an Bord, mit dem er zu zweit auf der IMOCA-Yacht „Seaexplorer“ erfolgreich ist. Außerdem wird Weltumseglerin Emily Nagel (Bermuda) die Mannschaft verstärken, die beim Youth Americas Cup GC32-Erfahrung sammelte. Zur Crew gehört auch Susann Beucke, frischdekorierte Silbermedaillengewinnerin der Olympischen Spiele im 49erFX. Die Vorschoterin aus Strande ist bereits auf der Hochseeyacht mitgesegelt und kann sich einen Einsatz im nächsten Ocean Race rund um die Welt durchaus vorstellen.

Susann Beucke am Grinder der Hochseeyacht vom Team Malizia.
Foto: Team Malizia

Beeilen muss sich Deutschlands neuer Segelheld in jedem Fall, denn die offizielle Eröffnung der Kieler Woche zusammen mit GEOMAR-Direktorin Prof. Katja Matthes und Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günter, der das traditionelle Glasen mit der Schiffsglocke übernimmt, ist um 15 Uhr auf der Bühne vor der Sailors Lounge im Olympiahafen Schilksee angesetzt. Boris Herrmann wird mit dem Typhon das Signal „lang-kurz-kurz-lang“ für Leinen los! geben.

Mit dem Kieler GEOMAR-Institut ist das Team über sein Projekt Malizia Ocean Challenge eng verbunden. Mit seiner Hochseeyacht – ein neuer IMOCA Open 60 ist in Frankreich in Bau – sammelt Herrmann auf allen Weltmeeren wertvolle Daten vor allem CO2- und Salzgehalt des Wassers. Die sind bedeutend für die Klimaforschung.

Mit diesem GC32-Katamaran will Boris Herrmann zum Auftakt nach Eckernförde fliegen.
Foto: Team Malizia

In einem Zelt auf dem Hafenvorfeld werden die Aktivitäten rund um den Meeresschutz präsentiert. Besonders für Kinder interessant: Schulklassen im In- und Ausland erfahren, wie die Umwelt funktioniert und werden für die Reinhaltung ihres Lebensraums und vor allem der Ozeane sensibilisiert. Auch vom Kieler Yacht-Club und dem Camp24Sieben werden Nachwuchsgruppen hierfür aktiviert.

Alle Kieler Mädchen und Jungen im Alter zwischen neun und 13 Jahren haben zudem die Chance, ein Mitsegeln am 5. September auf dem GC32 zu gewinnen, wenn sie ein gemaltes Bild und einen kleinen Brief zum Meeresschutz beim Camp24Sieben an der Kiellinie oder per Email an anmeldung@camp24-7.de einreichen. Zwei Autogrammstunden mit Boris Herrmann gibt es an den Sonntagen, 5. 9. um 12 Uhr und 12. 9. um 11 Uhr.

Im Infozelt werden außerdem Hightech-Bootsbaumaterialien erklärt, darunter auch Flachs. Der ist recycelbar und wird beim Neubau der „Seaexplorer“ für die nächste Vendée Globe im Innenausbau Verwendung finden. In dem Bereich arbeiten Herrmann & Co. mit der Bremer Werft Green Boats zusammen, die mit einem Daysailor vom Typ Flax 27, dessen Rumpf und Deck vollständig aus Flachs gebaut wird, zur Kieler Woche Teamausfahrten unternehmen. Das gesamte Team Malizia rund um Skipper Boris Herrmann wird neun Tage vor Ort sein, denn auch der GC32 soll täglich Gäste in einen Temporausch versetzen.

Ein weiterer Höhepunkt des gesamten Auftritts wird der Besuch von Albert II., Fürst von Monaco, der am Mittwoch (8. September) nach Kiel kommt. Über den Yacht Club de Monaco und das gemeinsame Interesse, den Klimawandel nachhaltig zu stoppen, ist der Präsident des Mittelmeerforschungsrates eng mit dem Team Malizia verbunden. Boris Herrmann wird ihn persönlich auf einigen Stationen rund um die Kieler Woche begleiten.

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