Mini 6.50: Morten Bogacki in der Spitzengruppe – Erfolgreiche Pornichet-Premiere

"Der richtige Mann"

Der Mini des Offshore Team Germany nimmt Fahrt auf. Beim zweiten Auftritt in diesem Jahr ist „Lilienthal“ auf Platz fünf gesegelt. Skipper Morten Bogacki, der mit dem OTG-Mini das erste Mal im Solo-Regattamodus unterwegs war, segelte bei der Pornichet Select über 300 Seemeilen stets im Vorderfeld mit und hätte unter den über 70 Startern (Protos + Serie) mit etwas mehr Erfahrung auf dem Boot sogar auf das Podium fahren können.

pornichet select, Bogacki

Mini Start bei der Pornichet Select-Regatta. © Pornichet Select

„Ich bin sehr zufrieden, auch wenn gerade der Verlust des vierten Platz’ kurz vor dem Ziel etwas ärgerlich war. Aber ich habe gekämpft, und es war gut zu sehen, dass man in der Spitze mithalten kann – und das, obwohl Lilienthal immer noch nicht den optimalen Segelsatz zur Verfügung hat“, berichtet Bogacki gegenüber Segelreporter direkt nach dem Zieleinlauf. Erst im Sommer soll die neue Segelgarderobe-Garderobe eintreffen, die besonders das  Vorwind-Potenzial der “Lilienthal” wieder auf das bisherige Niveau bringen kann.  Ein Tag und 19 Stunden und 40 Minuten war er unterwegs.

Nach dem Start vor Pornichet an der französischen Atlantikküste (westlich von Nantes) hatte der Kieler sogar das Feld der Mini-Spezialisten angeführt, musste dann aber zunächst Axel Trehin auf der „Cherche Partenaire“ ziehen lassen.

Mini Bogacki

Die Flotte der Minis am Steg. © Pornichet Select

„Man hat schon gemerkt, dass mit mehr Erfahrung noch einiges an Potenzial aus den Booten herauszuholen ist. Die fehlt mir noch. Und es ist natürlich schwer, während der Regatten zu experimentieren“, sagte Bogacki. Bis zum westlichen Kurspunkt vor Les Birvideaux hielt der OTG-Skipper Platz drei in der Prototyp-Klasse die 19 Schiffe an die Startlinie brachte. Auch François Jambou mit der „Marée Haute“ konnte seine größere Erfahrung ausspielen, um seinen Mini auf Speed zu trimmen.

Im Cockpit dösen

Danach gelang es Morten Bogacki weitgehend, die Angriffe der großen Flotte abzuwehren und sich auf die besonderen Herausforderungen des Solo-Langstreckensegelns einzustellen. „Nachdem die erste Nacht schweinekalt war, habe ich am zweiten Tag etwas Kraft tanken können. Bei leichten Winden konnte ich im Cockpit immer etwas dösen. Ausgeruht in die Nacht zu gehen, ist wichtig, um nicht irgendwelchen Quatsch zu machen.“

Morten Bogacki. © Ralf Abratis

Wie schnell sich die Situation ändern kann, zeigte sich, als Bogacki in der Dunkelheit mit einer Fischerboje kollidierte. Er war gerade dabei, die Systeme zu checken, als er von der Tonne komplett ausgebremst wurde. Mit etwas Mühe und nach dem Einrollen des Code-0 gelang es ihm aber, sich selbst wieder zu befreien. „Leider hat das natürlich einiges an Zeit gekostet.“

Zeit, die am Ende für eine noch bessere Platzierung fehlte. Auf Rang vier hinter Erwan Le Méné auf der „Rousseau clôture“ steuerte Bogacki auf dem letzten Schenkel in Richtung Ziel vor Pornichet. Und hier rutschte ihm noch Vincent Lancien mit der „Roll my Chicken“ knapp durch.

Unter Land geschlichen

„Er ist extrem dicht unter Land entlang geschlichen. Das habe ich mich nicht getraut. Dazu fehlten mir die lokalen Kenntnisse“, berichtete Bogacki, der zudem noch nach der richtigen Am-Wind-Balance der „Lilienthal“ zwischen Höhe und Schnelligkeit suchte: „Genau an diesem Punkt wird mir weitere Erfahrung mit dem Schiff helfen. Jetzt bin ich erst einmal froh, das Rennen so gut durchgestanden zu haben und freue mich auf eine richtige Mahlzeit.“

Mini Bogacki

Die Mini 6.50-Skipper. © Pornichet Select

Ein Lob für den couragierten Auftritt kam von OTG-Teammanager Jens Kuphal: „Unser Ziel ist es, mit der Kampagne den deutschen Offshore-Nachwuchs zu fördern. Und mit Morten haben wir den richtigen Mann ausgesucht. Er hat ‘Lilienthal’ schon nach wenigen Wochen fast auf das Niveau des vergangenen Jahres gebracht.“

In den nächsten Wochen stehen nun weitere Härteprüfungen für Morten Bogacki an. Schon Anfang Mai soll es von Quiberon aus ins 500-Seemeilen-Rennen „Mini en Mai“ gehen. Und wenn das Wetterfenster passt, will der approbierte Arzt auch noch die 1000-Seemeilen-Qualifikation für das Mini-Transat segeln, das im September der bisherige Höhepunkt seiner Offshore-Karriere sein soll.

Die Topp 6 der Proto-Gruppe.

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Ralf Abratis

... ist unser Mann aus der "Segelhauptstadt" Kiel. Mehr zu ihm findest Du hier.
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4 Kommentare zu „Mini 6.50: Morten Bogacki in der Spitzengruppe – Erfolgreiche Pornichet-Premiere“

  1. Glückwunsch Morten !

    Einziger Kritikpunkt an den Autor – das Ganze kann man auch (nahezu oder zu 100% wortwörtlich) auf der OTG-Seite lesen. Da wäre es besser, dies als PM zu deklarieren…

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 15 Daumen runter 6

    • avatar Roar sagt:

      Einspruch ! Hier handelt es sich eindeutig um einen Artikel, der sich an alle Segel-Interessierten wendet.
      Eine Pressemeldung wird dagegen in der Regel elektronisch per email an interessierte Journalisten versandt oder auf speziellen Presseportalen veröffentlicht.

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  2. avatar AdPoint GmbH sagt:

    Hallo,
    das ist ein interessanter Beitrag.

    Freundliche Grüße

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 0 Daumen runter 10

  3. avatar Roar sagt:

    Gratulation !

    In Anbetracht der Tatsache, dass es ja derzeit primär darum geht, Erfahrungen mit dem Boot zu sammeln, hat Morten ein tolles Ergebnis erzielt.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 6 Daumen runter 2

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