Pantaenius Rund Skagen: Die dänischen Behörden verbieten Durchfahrt durch ihre Gewässer

Strafe angedroht

Pantaenius Rund Skagen findet nicht statt. Nachdem bereits sämtliche anderen Bestandteile der NORDSEEWOCHE wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden mussten, fällt nun auch die Langstreckenregatta aus, die von Cuxhaven nach Kiel führen sollte.

Offshore-Action bei Rund Skagen. Nicht in 2020. © Hinrich Franck

Der Grund für die kurzfristige Absage ist eine Entscheidung dänischer Behörden. (SR hatte hier berichtet) „In der vergangenen Woche ließen uns Zeitungsmeldungen über eine baldige Öffnung Dänemarks für deutsche Touristen Mut schöpfen, doch noch die Regatta Pantaenius Rund Skagen durchführen zu können. Wir baten Jochen-P. Kunze von der Kanzlei BRINK & PARTNER, der bereits für die Regatta Baltic 500 aktiv war, um Recherche, ob Segeln für Deutsche in Dänemark zulässig sei. Er hatte Kontakt mit der Behörde Søfartsstyrelsen, der Danish Maritime Authority, die kein Problem in unserer Durchfahrt sah, woraufhin wir mitteilten, Pantaenius Rund Skagen durchführen zu wollen. Am 15. Mai forderte Søfartsstyrelsen Bedenkzeit ein und heute, am 18. Mai, wurde ein Verbot der Durchfahrt durch dänische Gewässer ausgesprochen”, sagt der Vorsitzende der Regattagemeinschaft Nordseewoche e.V., Marcus J. Boehlich. 

„Diese Nachricht hat uns völlig unvorbereitet getroffen, da wir von der geforderten Bedenkzeit am Freitag nichts wussten. Das Team der NORDSEEWOCHE ist sehr betrübt, die Regattasegler enttäuschen und Pantaenius Rund Skagen absagen zu müssen. Wir können keine Regatta starten, bei der die Teilnehmer Gefahr laufen, von dänischen Behörden zu Strafen verurteilt oder gar festgesetzt zu werden”, so Boehlich weiter. „Wir wünschen trotzdem allen Seglern einen schönen Sommer, in der Hoffnung, dass demnächst die skandinavischen Gewässer wieder frei befahrbar sind.”

Als kleines Trostpflaster bleibt allen Interessierten die kostenlose Teilnahme an den virtuellen Regatten Pantaenius Rund Skagen und dem Capitell Cup Rund Helgoland in der Regatta-Software Virtual Regatta.

Quelle: www.nordseewoche.org

8 Kommentare zu „Pantaenius Rund Skagen: Die dänischen Behörden verbieten Durchfahrt durch ihre Gewässer“

  1. avatar Peter Klingmüller sagt:

    Während der Regatta ist ein Anlaufen dänischer Häfen nicht geplant, die Wetterprognose sieht nicht bedrohlich aus, von der Crew geht keine Gefahr aus-was ist da nicht hyggelig ?!

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  2. avatar PRS-Freak sagt:

    Die Dänen mögen halt nicht. Man darf als Segler aus einem anderen Land nur bei bestimmten Ausnahmen in die dänischen Gewässer. Regattasegeln gehört leider nicht zu den Ausnahmen…

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  3. avatar Jens sagt:

    Was ist denn mit dem UN Seerechtsabkommen von 1982 ? Demnach sollte eine Transitdurchfahrt möglich sein und dürfte von den Dänen nicht verboten werden.

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  4. avatar Friedrich sagt:

    Lasst uns vor dem EuGH dagegen klagen. Es ist schlicht eine Katastrophe, was dieses Mist-Virus, das man keinem anlasten kann, aus Europa und seinen Grundfreiheiten gemacht hat. Es ist völlig unverhältnismäßig, 15 Booten (vermutlich auch ohne internationale Rechtsgrundlage) die Durchfahrt zu verweigern. Schierer Populismus. So sehr ich die Dänen schätze, der Nationalismus der dortigen Politik erinnert an üble Zeiten. Aber dagegen gibt es europäisches recht und es ist dringend an der Zeit, das wir uns in Europa nicht alles gefallen lassen. Aber kein einseitiges Gemecker gegen die Dänen. In unserem Staate gibt und gab es dieselben Tendenzen, auf Corona mit dumpfbackigen Rezepten zu antworten, beginnend unweit der dänische Grenze…

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    • avatar Brigitte sagt:

      Es ist überhaupt nicht zu begründen, wegen Corona die Durchfahrt durch Gewässer zu verbieten! Wen soll man auf See denn anstecken? Und im Notfall ist ja immer noch Quarsntäne zum Schutz der Dänen möglich.
      Wird eigentlich auch die Durchfahrt von Frachtschiffen verboten?
      Wir lassen Dänemark dieses Jahr buchstäblich links liegen – und vielleicht auch für immer!

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  5. avatar Recherche sagt:

    Die Dänen haben nach dem UN Seerechtsabkommen das Recht die grs. erlaubte friedliche Durchfahrt für den Gesundheitsschutz einzuschränken, Artikel 21 Abs. 1 h). Die gehen vollkommen zu Recht davon aus, dass es eine hohe Wahrscheinlichkeit gibt, dass irgendwer der Segler abbrechen muss und dann in Dänemark endet.
    Vielleicht sollte man einfach mal einsehen, dass es wichtigere Dinge gibt als dem Segelsport nachzugehen und hier nicht irgendwas von Verhältnismäßigkeit schwafeln. Die Organisatoren der Nordseewoche versuchen ihre eigene Fehlentscheidung auf Dritte zu schieben.

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  6. avatar alikatze sagt:

    Nu lasst mal die Fender ruhig baumeln. Klagen oder ähnlichen Tüdelkram kann man ja machen, wenn man nichts besseres vor hat.
    Die Organisatoren haben – soweit ich das gelesen habe – zwar besonnen gehandelt und da etwas geplant, was ein überschaubares Risiko besaß. Ob das wirklich klug war, die Regatta anzusetzen, darüber kann man streiten. Die späte Rückmeldung der Behörde ist halt so. Behörden haben Ihre Entscheidungsvorbehalte (schon alleine ein schönes Wort 😉 ) und in diesem Fall haben sie eben entschieden. Ich vermute (nicht wissen!) mal, dass man sich da von der allgemeinen Frage hat leiten lassen: Wie will ich meinen Landsleuten das Regattasegeln noch untersagen, wenn ich die Nachbarn durch die Belte flitzen lasse? Das sieht in der Tat nicht fair aus. (Und dann kommen womöglich auch noch die “verseuchten” Schweden auf die Idee, übers Kattegat zu schippern!)
    Auch wenn aus epidemiologischer (heißt das so?) Sicht das Risiko von 15 Booten – die im schlimmsten Fall alle in einen Hafen einfallen und da abwettern – eher überschaubar ist, kann ich für die Entscheidung Verständnis entwickeln.
    Lasst uns doch einfach mal schauen, dass wir dem Virus so wenig Möglichkeit geben wie es geht, sich zu verbreiten. Da haben wir alle was von – ich wäre auch lieber auf dem Wasser und würde gerne n langen Schlag nach Marstal oder so machen…

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  7. avatar Hans-Walter Fink sagt:

    Hallo Carsten,
    interessiert die Segelreporter eigentlich nur die Auswirkung der CoronaSchVO für den Segelsport in Schleswig-Holstein? Auch wir in NRW beschäftigen uns wöchentlich mit den jeweiligen Updates und deren Ungereimtheiten. Immerhin konnten wir aber am letzten Wochenende unsere erste größere Regatta am Baldeneysee ausrichten und das ohne jegliche Einschränkungen auf dem Wasser und das bei 4 bis 5 Windstärken.

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