Richommes neuer IMOCA: Noch schmaler als Malizia 4 – Koch radikalisiert seine Rumpfidee

Der neue Maßstab?

Antoine Koch hat mit Malizia 4 gerade seinen neuesten IMOCA-Entwurf auf das Wasser gebracht. Sein nächster für den Vendée-Globe-Zweiten Yoann Richomme geht einen Schritt weiter: Paprec soll noch schmaler sein. Außerdem: So sieht die aktuelle Foiler-Flotte aus.

Yoann Richomme und Benjamin Dutreux vor dem neuen Paprec-Entwurf. © ADRIEN NIVET/POLARYSE

Boris Herrmann hat mit seinem Wechsel vom VPLP-Designteam zu Antoine Koch eine logische Entscheidung getroffen. Koch gilt als Aufsteiger der Szene, seit seine ersten – gemeinsam mit Finot-Conq – selbst verantworteten IMOCA große Erfolge feierten. Yoann Richomme wurde bei seiner ersten Vendée Globe nur knapp von Charlie Dalin geschlagen. Und auch Thomas Ruyant zeigte mit dem Schwesterschiff beim Sieg der Transat Jacques Vabre 2023, wie gut der damalige Neubau funktioniert. Bei der Vendée Globe lag er bis zu seinem Segelschaden auf Rang vier.

Während die alte VPPL-Malizia eher enttäuschte, konnte die neue Malizia 4 ihrem Skipper schon durchaus positiven Momente bei The Ocean Race Atlantic bescheren. Zumindest sah sie bei speziellen Bedingungen gegen den radikalen Gegenentwurf von Verdier, die DMG Mori Global One, deutlich stärker aus. Das japanische Boot mit dem „Bustle“ unter dem Rumpf enttäuschte beim leichtwindigen Finish, überzeugte aber auch bei den härteren Bedingungen nicht.

Spezielle Knicke in der neuen „Paprec“. © ADRIEN NIVET/POLARYSE

Sam Goodchild urteilt als Beobachter an Land über das japanische Boot: „Es ist ein interessantes Design. Es geht definitiv an die Grenzen … Zu Beginn waren sie beim Kreuzen offensichtlich ziemlich langsam. Dann liefen sie besser, aber sie blasen die Konkurrenz nicht aus dem Wasser. Liegt das daran, dass das Boot nicht schnell ist, oder daran, dass das Team noch nicht bereit ist, es richtig zu pushen, oder woran?“ Die Antwort wird vielleicht schon bei der Route du Rhum im November geliefert, wenn Sébastien Simon sein Verdier-Schwesterschiff im Rennmodus zeigt.

Wie auch immer dieser Vergleich ausgeht: Boris Herrmann muss sich vielleicht eher mit den neuen Designs messen, die aus demselben Koch-Stall kommen. Insbesondere mit dem von Yoann Richomme, der sich gerade als TP52-Navigator weiterbildet und als Top-Favorit für den Vendée-Globe-Sieg 2028 gilt. Während Herrmann auf eine Kooperation setzt und eines von drei Schwesterschiffen segelt, entschied sich Richomme ausdrücklich für Antoine Koch, aber einen alternativen Designweg.

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