Nach dem heftigen Unfall am Sonntag vor den Augen der Freiheitsstatue wird immer noch diskutiert, wie es dazu kommen konnte. Match-Race-Champion Chris Poole analysiert den Vorfall. Und Unfall-Skipper Canfield gibt dann doch einen Fehler zu. Aber warum werden die Italiener bestraft?
Die Mast-Kamera der Briten zeichnet auf:
Es gehört nicht gerade zu den Stärken von US-Skipper Taylor Canfield, Fehler zuzugeben. Im ersten Interview nach dem Crash sprach er nur ungern über den Vorfall. Erst später veröffentlichte die SailGP-Organisation eine Nachricht, überschrieben mit einem Zitat von Canfield: „Der Unfall in New York geht auf meine Kappe.“ Damit bestätigte er das Offensichtliche – und das, was die Jury mit einer Disqualifikation und zusätzlichen sieben Punkten bestrafte.

„Es ist enttäuschend, so abzuschließen, wie wir es getan haben“, wurde Canfield zitiert. Man werde sich auf jeden Fall noch einmal zusammensetzen und den gesamten Vorfall genau unter die Lupe nehmen. „Ich hatte bisher noch nicht wirklich Zeit, alles zu durchdenken.“ Dabei ließ er durchblicken, dass es einige „Blind Spots“ auf diesen Booten gebe, was darauf hindeutete, dass er die in Lee hochluvenden Italiener nicht gesehen hatte.
Um die eigentlich unstrittige Schuldfrage noch einmal zu klären, hat sich Chris Poole, Weltranglisten-Erster im Match Race, der selbst ein America’s-Cup-Team führen wollte, mit dem Vorfall beschäftigt und deutlich gemacht, dass Canfield durchaus Zeit zum Ausweichen gehabt hätte.
Der Vorfall aus dem Blickwinkel der Italiener:
Die Erklärung von Chris Poole:
Nach dieser Situation ist es umso erstaunlicher, dass die Jury den Italienern eine Mitschuld gegeben hat. Vier Strafpunkte bedeuten in der Eventwertung den Verlust von zwei Plätzen und entsprechenden Punkten. Dadurch rutscht ITA in der Tabelle zwei Ränge zurück, während USA erstaunlicherweise sogar einen Platz gutmacht und nun Dritter ist – weil Spanien wegen eines Hydraulikschadens gar nicht segeln konnte.
Die Jury hat ITA wegen Regel 14 bestraft, die das Vermeiden von Kollisionen betrifft. Auch als Wegerecht-Boot muss man den Willen zeigen, einen Crash zu verhindern. Die Bilder von Poole sollen zeigen, dass Steuermann Robertson durchaus abfallen wollte, als er den Unfall kommen sah. Die Jury hat aber ihre eigene Software und war offenbar nicht überzeugt.
ITA-Teamchef James Spithill zeigt sich erbost und sieht sich genötigt, ein offizielles Statement zu verfassen: „Unsere Leute waren vollkommen im Recht.“ Darin verpackt er offenbar seinen Ärger über die Strafe.

Nutznießer der Situation sind die Australier, die ohne den Crash der Amerikaner vermutlich das Finale nicht erreicht hätten. Das hindert sie nicht daran, stilecht auf Aussie-Art mit den Teambesitzern Hugh Jackman und Ryan Reynolds den Sieg zu feiern:













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