Segler-Identifikation: Mehr Sicherheit für den Segel-Nachwuchs

Einchecken per Armband

Das Armband gegen die Lesestation halten, und schon ist der Aktive für die Wettfahrt ein- oder ausgecheckt. Die Veranstalter wissen, dass der Aktive an der Wettfahrt teilnimmt oder wieder sicher an Land ist.

Das sogenannte RFID-System (radio-frequency identification) besteht aus einem Transponder, den die Segler/innen tragen, und einem Lesegerät an Land. Die Technologie wird Pfingsten in Kiel bei der Young Europeans Sailing (YES/19. bis 21. Mai), erstmals angewendet, es folgen die Kieler Woche (16. bis 24. Juni) und die Warnemünder Woche (7. bis 15. Juli).

Signin-Armband

So werden die RFID-Armbänder aussehen, die bei der YES-Regatta zu Pfingsten, zur Kieler Woche und zur Warnemünder Woche eingesetzt werden. Foto: iDTRONIC

„Gerade für die Nachwuchsveranstaltung ist es uns wichtig, die Sicherheitsvorkehrungen immer auf den neuesten Stand zu halten“, so Jobst Richter vom Kieler Yacht-Club. Die Technologie für Sender-Empfänger-Systeme zum automatischen und berührungslosen Identifizieren und Lokalisieren mit Radiowellen ist nicht neu, aber im Segelsport noch nicht verbreitet.

„Letztlich ist es unser Ziel, dass jeder Aktive ein RFID-Band hat und sich damit bei allen Regatten registrieren kann. Es dient vor allem der Sicherheit, weil sich jeder Teilnehmer zur Wettfahrt an und wieder abmelden muss“, so Jobst Richter, der beim DSV für das Regattamanagement-System manage2sail.de zuständig ist. Und es erhöht die Sicherheit enorm: Haben sich alle zurückgemeldet, dann sind auch alle an Land. Daher ist das persönliche An- und Abmelden (neudeutsch: Signin und Signout) fester Bestandteil der Segelanweisungen.

Über Pfingsten wird der erste Erprobungslauf gestartet. Jedes Boot erhält ein RFID-Armband, dessen Nummer in manage2sail bei der Meldung gespeichert wird. Mit diesem Band geht der Aktive zur Lesestation und meldet sich damit elektronisch zur Wettfahrt an. Kommt er zurück an Land, meldet er sich genauso mit dem Auflegen des Armbandes auf die Lesestation wieder ab. Das Lesegerät bestätigt, dass die Nummer gelesen wurde, und die Veranstalter wissen, wer an der Wettfahrt teilnimmt und auf dem Wasser ist, oder eben wieder an Land.

„Pfingsten werden wir eine Station zum An- und eine zum Abmelden haben“, so Richter. Dieses neudeutsch Signin“ (zurück vom Wasser/ich bin an Land) und „Signout“ (anmelden für die Wettfahrt/ich gehe raus) erfolgt im Regattahaus. Bereits zur Kieler Woche werden dann drei dieser Stationen im Hafen Nord, an der Slip-Rampe und am Flaggenmast installiert. So weiß die Regattaleitung immer, welche Segler/innen auf dem Wasser sind und wer sicher wieder im Hafen ist. Im Regattabüro werden Listen erstellt, die über den Satus des Bootes informieren.

Die Bänder, die von iDTRONIC produziert wurden, werden vom Veranstalter in Kiel gestellt, die Produktionskosten haben der DSV und der SVG Service Verlag übernommen. Vom Aktiven wird Pfand verlangt. Dabei ist es egal, ob der Segler das Armband zurückgibt oder es gleich für die Kieler Woche und die Warnemünder Woche weiter verwendet. Dort zeigt man es beim Check-In vor und ist wieder registriert. Wer keines hat, bekommt eins gestellt.

„Ziel ist es, dass jeder deutsche Segler ein solches RFID-Band hat und sich damit bei allen deutschen Regatten problemlos an- und abmeldet“, so Richter. Die europäische oder gar weltweite Verbreitung dieser Idee und dieses Systems erscheint die logische Folge. Erkenntnisse werden dazu die YES-Regatten liefern.

YES vor dem Auslaufen

Der Andrang beim Slippen wird durch das neue Armband verkürzt. Foto: www.segel-bilder.de

Bei der „Kieler Woche des Nachwuchses“ gehen die Klassen 29er, Pirat, 420er, Europe, Laser 4.7, Laser Std. M, Laser Rad. W und Laser Rad. M an den Start. Gesegelt wird auf vier Regattabahnen in der Strander Bucht. Die olympischen Klassen Laser Std. M und Laser Rad. W tragen zudem ihre Deutsche Junioren Meisterschaft (DJoM/U22) aus.

Rund 600 Nachwuchssegler aus rund zehn Nationen gehen vom 19. bis 21. Mai bei den YES-Regatten, die der Veranstalter Kieler Yacht-Club zusammen mit dem Norddeutschen Regatta Verein organisiert, an den Start.

Die Veranstaltung ist fester Bestandteil im Regatta-Kalender des Nachwuchses und überzeugt mit professionellem Segeln und vielfältigem Rahmenprogramm. Ein Konzept, perfekt zugeschnitten auf die Zielgruppe der Jugendlichen und ihrer Familien.

An Land lädt die beliebte Aktionswiese Jung und Alt zum Verweilen ein. Unterstützt von der boot Düsseldorf und der MVK Kiel verwandelt sich die Grünfläche zu einem Erlebnisspielplatz. Das bunte Angebot wird von Ausstellern und Gastronomen komplettiert: Das Hafenvorfeld bietet Aktion, kulinarische Angebote und verhilft Schnäppchenjägern zu Glücksmomenten. Ein Besuch zu Pfingsten lohnt sich für die ganze Familie.

Die Ch!ll-Out-Zone in der Vaasahalle gilt seit Jahren als Treffpunkt nach dem anstrengenden Wettkamptag auf dem Wasser. Dort werden Geschichten ausgetauscht, Manöver analysiert und neue Bekanntschaften geknüpft. Neben Musik, den Bildern des Tages und einem kostenfreien WLAN-Zugang ist auch für das leibliches Wohl gesorgt. Nach dem Erfolg im vergangenen Jahr wird die International Ocean Film Tour am Samstagabend erneut eine packende Auswahl ihrer Kurzfilme präsentieren.

Unterstützt wird dies von der Müllverbrennung Kiel, boot Düsseldorf, Addix Internet Services, BS PAYONE, Hugo Hamann, SVG Service Verlag/Segler-Zeitung und 1&1 Versatel.

Termine:
Samstag, 19. Mai – erster Start um 13 Uhr; Sonntag, 20. Mai, und Montag, 21. Mai – erster Start um 11 Uhr; letztmöglicher Start: Montag um 14 Uhr. Siegerehrung: Montag, 21. Mai, 16 Uhr (geplant) im Hafenvorfeld, bei schlechtem Wetter in der Ch!ll-Out-Zone. Die ersten sechs Punktplätze jeder Klasse erhalten Preise, zusätzlich werden in den einzelnen Klassen Wanderpreise verliehen.

Klassen:
29er, 420er, Europe, Laser 4.7, Laser Std. M, Laser Rad. W, Laser Rad. M, Pirat.

Anzahl der Wettfahrten:
8, 29er: 11

Bahnen:
Echo: 420er, Pirat
Hotel: 29er
India: Europe, Laser 4.7
Juliett: Laser Std., Laser Radial W, Laser Radial M.

Weitere Informationen gibt es unter YES und auf facebook unter YES-facebook Teilnehmer können sich unter manage2sail für die Young Europeans Sailing 2018 anmelden.

Quelle: Hermann Hell

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4 Kommentare zu „Segler-Identifikation: Mehr Sicherheit für den Segel-Nachwuchs“

  1. avatar pl_wernher sagt:

    Bei der Dutch Youth Regatta in Workum (NL) ein alter Hut, seit mind. 3 Jahren werden die Segler auf diese Art registriert. Bei den jüngsten (Opti) Seglern wird kein Segler durch das Tor zum Slip gelassen, ohne gescannt worden zu sein. Nebenbei wird kontrolliert, ob die Mastsicherung sitzt, die Auftriebskörper aufgeblasen sind und der Segler Schwimmweste und Signalpfeife dabei hat. Auch beim Einlaufen kommen die Segler nicht an der Kontrolle vorbei und werden wieder eingecheckt. Wichtig ist, wie reagiert wird, wenn ein Segler das einchecken vergisst. 3 Stunden nach der Rückkehr aller Segler eine Lautsprecherdurchsage zu machen, ist zu wenig. Da ändert der RFID-Chip nichts gegenüber einer Unterschriftenliste.

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  2. avatar Jörg sagt:

    Ich weiß gar nicht wie ich bisher ohne ein RFID-Bandausgekommen bin, geschweige denn, wie ich im Segelsport so lange überleben konnte. Ja klar, war es bisher eine irre Hürde sich bei Regatten an- und abzumelden. Meldeformular ausfüllen und vorm Start am Startschiff vorbeizufahren hat mich intellektuell, organisatorisch und kräftemäßig bis an den Rand der Belastungsgrenze gefordert. Auch die Veranstalter werden durch den RFID-Chip erheblich entlastet…. ähm, wovon eigentlich. Wie man oben sieht, z. B. Kontrolle Schwimmweste bei den eigentlich wichtigen Aufgaben nicht. Aber logisch, möchte der DSV am liebsten, dass sich alle deutschen Segler mit solch einem datenschutzrechtlich kritischen RFID-Armand ausstatten (müssen) wenn Sie an Regatten teilnehmen.

    Ich habe dort oben im Artikel, kein Argument gelesen für dessen Erfüllung so ein Armband zwingend notwendig ist. Für eigentliche Sicherheitsaufgaben, wie z. B. das auffinden eines Boots oder Seglers auf dem Wasser ist er ungeeignet, da Lesestationen notwendig sind. Witzigerweise kann an Land mit den Dingern durchaus ein Bewegungsprofil erstellt werden und mit Hilfe

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  3. avatar Jörg sagt:

    dieser Daten z. B. die Platzierung von Verkaufsständen oder Werbung überprüft werden. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

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  4. avatar Peter sagt:

    Das Problem ist doch das die Wahrscheinlichkeit des Vergessens recht groß ist und die Verantwortlichen sich dann meist nicht auf das System verlassen. Auch ist das System an sich sehr träge, bevor man wirklich merkt das jemand fehlt kann ja schon mal ne Stunde vergehen. Jedes Boot mit einem funktionierendem GPS-Sender auszustatten wäre sicherlich die elegantere Lösung. Wenn auch aufwändiger und teurer….

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