Silverrrudder: Mastbrüche, Havarien, Kollisionen bei bis zu 9 Beaufort – 53 Boote im Ziel

Vom Sturm gebeutelt

Silverrudder, einhand,

Die Sieger-“Dragonfly” kurz vorm Abheben, auch ohne Foils © mikkel groth

Open 40 „Black Maggy“ verliert den Mast, eine „Dragonfly 28 Performance“  unterbietet Streckenrekord um eine Stunde. 

Wie von allen Meteorologen übereinstimmend prophezeit, gab’s übers Wochenende „Kleinholzwetter“ im Regattagebiet der dänischen „Silverrudder“. Ein Sturmtief beutelte die weltgrößte Einhand-Seeregatta (nonstop von Svendborg rund Fünen) mit Böen bis zu 9 Beaufort und satten 5 bis 7 Bf im Mittel. 

Von ursprünglich 450 gemeldeten Booten gingen am Samstag immerhin noch knapp über 100 an den Start, obwohl in Internetforen, bei abwägenden Gesprächen vor Ort und sogar nach regelrechten Aufrufen seitens einiger Klassenpräsidenten, die Lage mit „lass’ das – besser is’ das“ bewertet wurde. 

Der dänische Fotograf Mikkel Groth hat in den Sozialen Medien seine beeindruckenden Bilder vom “Silverrudder” geteilt:

Schon in den ersten Stunden nach dem Start zeigten sich viele der mutigen Skipper dann doch ausgesprochen überrascht von den brutal einfallenden Böen und drehten wieder ab Richtung Start-und Zielhafen Svendborg oder liefen andere Nothäfen an. Am Nachmittag war nur noch die Hälfte der Gestarteten unterwegs. 

Kohlefaserbruch, GfK-Splitter, Kleinholz

Es gab Havarien bis zum Abwinken, Yachten schrammten an Brückenpfeilern vorbei oder krachten gleich in der oft unterschätzten Strömung darauf, wurden auf Felsen gesetzt oder strandeten im buchstäblichen Sinne. Auf der spektakulären Open 40 „Black Maggy“ brach der Kohlefasermast.  Viele Skipper gaben wegen Bruch an Bord auf: Großbäume brachen, Beschläge wurden ausgerissen, Elektronik fiel aus und und und… 

Wie durch ein Wunder verletzte sich offenbar keiner der Gestarteten nennenswert. 

Auch wenn vielleicht so mancher Einhand-Salzbuckel bei einem Mittel von sechs bis sieben Windstärken die Schultern zuckt, muss klargestellt werden: Die „Silverrudder“ ist keineswegs mit einer „normalen“ Seeregatta zu vergleichen. Irgendwo auf dem Atlantik oder weit draußen auf der Ostsee stellt man unter solchen Bedingungen die Segel ein, schickt ein Stoßgebet zum Autopiloten und verkriecht sich ins Innere seiner Yacht, um brav die AIS-Positionen anderer Yachten und Schiffe zu beobachten. Das fühlt sich zwar auch ungemütlich an, ist aber nach entsprechendem Training durchaus zu erledigen. 

Dauernd wenden, halsen, reagieren…

Die „Silverrudder“ spielt sich jedoch ausschließlich in Küstennähe und in teils engen Fahrwassern ab. Soll heißen: Die SkipperInnen sind bei solchen Bedingungen permanent am ackern. Es muss dauernd auf Böen reagiert werden – Groß auf, Groß dich, Groß auf, Groß dicht – es wird wie auf dem Regattadreieckskurs sehr häufig gewendet und gehalst.  Die Navigation muss 150 Prozent stimmen, die kleinste Unaufmerksamkeit kann vor allem nachts bei miserabler Sicht katastrophal enden. Entsprechend erschöpft zeigten sich nach dem Rennen die Finisher; aber auch schon solche Skipper, die das Rennen aufgaben, sprachen von athletischen Herausforderungen, denen sie sich letztendlich nicht gewachsen fühlten. 

Umso höher sind die Finisher und insbesondere die Sieger in den jeweiligen Klassen zu bewerten. 

Silverrudder, einhand,

Black Maggy noch mit Kohlefasermast © mikkel Groth

Henrik Bøje Hansen brachte seine Dragonfly 28 Perfomance am Sonntag Morgen bereits um 2 Uhr als „First Ship Home“ ins Ziel. Er unterbot mit einer Zeit von 15:13 Stunden die bisherige Rekordzeit bei den großen Multihulls um mehr als eine Stunde. 

In vier Starterklassen triumphierten Deutsche: 

Bei den Yachten bis 25 Fuß siegte der Deutsche Patrik Heinrichs auf T-24 „Jynx” in 24:27 Std.; in der Klasse bis 30 Fuß triumphierte Hans Genthe auf Farr 280 „4sale” in 22:44 Std.; Jonas Hallberg machte auf JPK 10.10 „Hinden” die Klasse bis 35 Fuß „klar“ (20:51 Std.); Bernd Petrick siegte auf JPK 10.80 „Milou” in 20:07 Std.) in der Klasse bis 40 Fuß. 

Insgesamt erreichten 53 Boote das Ziel.

Hier die vollständige Ergebnisliste

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Michael Kunst

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13 Kommentare zu „Silverrrudder: Mastbrüche, Havarien, Kollisionen bei bis zu 9 Beaufort – 53 Boote im Ziel“

  1. avatar Mikkel Groth sagt:

    Hi Segelreporter,

    I got a tip, that my photos was used here, as I can see..

    As a photographer, it is not nice to see that someone just directly steals my photos. I know there is photocredit below the photos, but I’m trying to make a living out of my photography. So at least, send me a message/email etc. before stealing my photos, so I can give permission to used the photos for free or not.
    I post on social media, to show/”give” private people my work, but not as “free candy” for magazines etc.

    Just a heads up, that everything posted on the internet, is owned by someone, and not just for free download without permission!

    Best Regards
    Mikkel Groth

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  2. avatar Tom Engel sagt:

    Hoppla, das hätte ich von SR nicht erwartet: Fotos eines Profis ohne dessen erklärtes Einverständnis zu posten. Peinlich, nachdem auf SR fast alles nur zahlenden Abonennten zugänglich ist.

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  3. avatar flojo sagt:

    Triumphierten Deutsche, wtf? Was soll denn diese dumme Reduktion auf die Nationalität und der sensationalistische Unterton, geht es auch etwas weniger grossspurig? Man sieht immer wieder, dass diese Website von halb gebildeten Dilettanten versorgt wird, dafür noch zu bezahlen, no fucking way!

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    • avatar W sagt:

      “halb gebildeten Dilettanten versorgt wird” KEINE Beleidungen bitte. Auch nicht zum Abbau evtl. vohandener Aggressionen.

      “dafür noch zu bezahlen” –> steht doch jedem frei!

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      • avatar flojo sagt:

        You’re right, das war zu schnell geschossen. Formulierungen wie deutscher Triumph sind jedoch belastete Begriffe, die man etwas bedächtiger einsetzen sollte und zudem boulevard journalistisch übertreiben. Ganz so wie ein sonniger Tag noch nicht zum Sommermärchen wird…

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  4. Das mit den Bildern … passiert Dir Miku sicher nicht noch mal … und das mit sdem Triumph – nun jeder Finisher und erst jeder Sieger konte hier triumphieren – warum nicht auch mal die Deutschen …

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  5. avatar Michael Kunst sagt:

    Ganz kurz eine Erklärung, wie die Verwendung der Fotografien zustande kam: Es ist in den letzten Jahren üblich geworden, dass große und (meist) professionelle Segelevents auf ihren Websites UND auf ihren FB-Sites Fotografien von Fotografen, die das Event in ihrem Auftrag begleiten, posten und für die Medien zu deren FREIEN Verwendung zur Verfügung stellen.
    Da ich die Fotografien von Mikkel Groth auf der Silverrudder-Facebook-Site fand, ging ich davon aus, dass diese Fotografien ebenfalls für mediale Zwecke zur Verfügung stehen. Zumal die Fotos ja nicht mit einem Wasserzeichen hinterlegt sind.

    Ich werde hierzu noch eine separate Mail an den Fotografen Mikkel Groth schreiben und mich für die irrtümliche Verwendung entschuldigen.

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    • avatar Hamster sagt:

      Wäre auch ein guter Ton vom Fotografen gewesen, erstmal Kontakt mit SR aufzunehmen und nachzufragen, warum Bilder verwendet wurden. Direkt öffentlich und für alle SR-Kunden einsehbar loszupoltern, klingt ziemlich verzweifelt. Den Fotografen würde ich nicht empfehlen…

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      • avatar Kauni sagt:

        Das ist wohl der einzig richtige Weg um diesen disrespect bezüglich geistigen und kreativen Eigentums aufzuzeigen. Wenn schon Verlage glauben alles sei für sie gemacht und umsonst und der Fotograf macht dies zu seiner eigenen Belustigung.
        Ich kann nur sagen völlig unakzeptabel und schlimmer als amateurhaft wenn man sich als Autor nicht die Mühe macht Contentrechte zu klären.
        Bei mir in der Agentur wäre das eine klassische Abmahnung für den Autor.

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  6. avatar Lauch sagt:

    Die Erklärung vom Autor ist keine Erklärung sondern eine Offenbarung der dilettantischen Arbeitsweise von SR, die sich im übrigen bei der Rechtschreibung der Artikel zeigt und dem in der Regel kopierten oder übersetzten Content.

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  7. avatar Kauni sagt:

    Nachtrag: Michael Kunst war selber jahrelang Fotograf und sollte wissen wie das Spiel geht. Seinen Aussage von weiter oben ist eine freche und dumme Rechtfertigung. Möchte mal wissen wie er reagiert hätte in seinen Tagen als Fotograf wenn eine Zeitung seine Bilder ohne Zustimmung veröffentlicht hätte.
    Wäre es einem Praktikanten passiert kann man es noch auf fehlende Erfahrung schieben – bei einem Profi ist es Diebstahl.

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  8. avatar Björn sagt:

    Er hat sicher nur ‘separate mail’ geschrieben und Btr.Zeile bei der Überweisung gemeint.

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  9. avatar waterman2000 sagt:

    Peinlich ist hier eigentlich nur die Reaktion einiger Kommentatoren !
    Michael Kunst, der hier in der Vergangenheit mit glänzendem Journalismus brillierte, hat offensichtlich einen Fehler gemacht Die Hintergründe hat er nachvollziehbar erklärt und er wird das regeln. So What ?? Kotzt euch doch andersweitig aus. Im Segeln-Forum werden z.B. gerade von den alten Herren Ratschläge verteilt, was man alles hätte besser machen können. Wer nix macht kann auch nix falsch machen – basta

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