Warum der Umstieg bei der Solitaire du Figaro von 10-Meter-Yachten auf Ocean Fifty Trimrane Frankreichs Hochseesegler derart erzürnt – und weshalb hinter dem Streit um eine traditionsreiche Regatta eine viel grundsätzlichere Frage steckt.
In Lorient muss man derzeit nicht lange nach einem Gesprächsthema suchen. Es reicht, sich in eine der Bars rund um La Base zu setzen oder neben einem der IMOCA, Ultims, Figaros oder Minis stehen zu bleiben. Mit einem oder einer der Preparateure oder Hafenarbeiter kommt man derzeit noch rascher ins Gespräch als sonst. Und nahezu sofort fällt das Wort „Solitaire“. Und meistens wird es dann laut, werden die Sätze von hektischem Armgefuchtel begleitet.
Nachdem am 17.Juli von Groupe Figaro und OC Sport Pen Duick die Entscheidung bekannt gegeben wurde, die Solitaire du Figaro ab 2028 nicht mehr auf Figaro Bénéteau 3, sondern auf Ocean-Fifty-Trimaranen auszutragen, hat sich die Debatte hier in Frankreich deutlich verschärft. Die ersten Reaktionen der französischen Hochseegrößen waren bereits ungewöhnlich heftig. Inzwischen zeigt sich: Das ist weit mehr als der übliche Sturm im medialen Wasserglas.
Schierer Kapitalismus
Hier in Lorient, mitten in einem der Epizentren der französischen Course au Large, hat die Nachricht die Szene regelrecht erschüttert. Fassungslosigkeit herrscht allerorten vor, Wut kommt bei einigen direkt Betroffenen noch hinzu. Und immer wieder fällt dieser eine Begriff: Kapitalismus, all das sei „schierer Kapitalismus“.

Da wird mit dem Kopf geschüttelt, geflucht, mit den Schultern gezuckt. Nicht nur von ehemaligen und aktuellen Solitaire-Seglern, sondern von Leuten, die Boote vorbereiten, Riggs setzen, Elektronik installieren, Skipper begleiten und mitunter seit Jahrzehnten an dieser ziemlich speziellen bretonischen Hochsee-Maschinerie mitarbeiten.
Der Grundtenor ist erstaunlich einheitlich:

Schreibe einen Kommentar