Terminchaos: Auf die Klassen prasseln wegen Corona Absagen und Verschiebungen ein

Neuausrichtung beginnt

Der Saisonstart ist verschoben, viele Terminkalender sind bereits durch Absagen von Ranglistenregatten geprägt. Nun müssen einige Klassen auch über eine Verschiebung ihrer Saisonhöhepunkte nachdenken oder Titelkämpfe gleich ganz absagen.

Wegen der vielen Teilnehmer aus Übersee-Nationen wurde die WM der 505er in Schweden bereits jetzt für den August abgesagt. Foto: Christophe Favreau

Internationale Meisterschaften sind besonders hart getroffen: Sie lassen sich durch die große Logistik und die Einpassung in verschiedene nationale Kalender nicht so einfach verschieben. Das mussten die deutschen Musto-Skiff-Segler sehr schmerzvoll erfahren. Sie wollten im August ihre Weltmeisterschaft erstmals in Deutschland austragen. Doch der ausrichtende SC Eckernförde hat in Übereinstimmung mit der Klassenvereinigung die WM abgesagt.

Auch die 505er segeln in dieser Saison keine Weltmeisterschaft. Sie hatten das Event in Torekov/Sweden (ebenfalls im August) geplant. Aber die Ungewissheit lässt die Vorbereitungszeit schon jetzt zu knapp werden, da zu den Teilnehmern auch viele Mannschaften aus den USA oder Australien gehören, die die Verschiffung der Boote hätten planen müssen. Die internationale Klassenvereinigung hat daher die WM abgesagt.

Für die Europameisterschaft der J/24 stellte sich die Frage einer Absage eigentlich gar nicht erst. Sie hätten Anfang Mai in Italien segeln sollen. Ohnehin sind die geplanten Meisterschaften und Großregatten in Italien arg gebeutelt.

Arg gebeutelt sind die Optimisten, deren Saisonhöhepunkte gleich reihenweise abgesagt oder verlegt werden.

Auf die Optimisten prasselte die Absage der Oster-Regatta auf dem Gardasee, die weltgrößte Regatta in einer Einheitsklasse, ebenso ein wie die vorläufige Absage der WM, die im August ebenfalls auf dem Gardasee gesegelt werden sollte. Für die WM wird immerhin nach einem neuen Termin Ausschau gehalten. Aber auch die Opti-EM muss neu terminiert werden. Ursprünglich war sie im Juni vor Tallinn/Estland geplant.

Bei den nationalen Meisterschaften sind die Events in der ersten Jahreshälfte gefährdet. Bei 28 Meisterschaften in den offiziellen Meisterschaftsklassen des DSV sind das allerdings nur vier. Schnell haben dabei die Contender und Starboote reagiert: Die Contender hatten ihre Titelkämpfe im Mai auf dem Cospudener See geplant. Der Austragungsort soll bleiben, der Termin wurde aber um fünf Monate verschoben. Nun ist der Titelkampf vom 23. bis 25. Oktober angesetzt.

Um ein ganzes Jahr verrücken die Starboote ihr deutsches Highlight auf dem Starnberger See. „Der DTYC lädt alle Starbootsegler nun mit einem Jahr Verspätung 2021 ganz herzlich zum Frühjahrsauftakt, der Junioren Europameisterschaft und zur Internationalen Deutschen Meisterschaft an den Starnberger See nach Tutzing ein“, heißt es bei den Staren. Vom 8. bis 16. Mai 2021 soll es dann im Doppelpack um den U30-EM-Titel und die Deutsche Meisterschaft gehen.

Keine Entscheidungen gibt es bisher bei den Piraten und den Schwertzugvögeln, deren Meisterschaften vom 20. bis 24. Mai auf dem Dümmer (Piraten) bzw. 17. bis 19. Mai auf dem Steinhuder Meer (Schwertzugvogel) angesetzt sind.

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Ralf Abratis

... ist unser Mann aus der "Segelhauptstadt" Kiel. Mehr zu ihm findest Du hier.

Ein Kommentar „Terminchaos: Auf die Klassen prasseln wegen Corona Absagen und Verschiebungen ein“

  1. avatar seven sagt:

    Ist das nicht etwas zu sehr übertrieben, von einer Musto-Skiff WM zu sprechen ?

    Bei der KW 2019 waren lediglich Teilnehmer aus GER, GBR, NED, NOR und 1 Schweizer am Start.

    Gleiches gilt für die H-Boot WM, da das Boot fast ausschliesslich in Europa gesegelt wird.

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