Travemünder Woche: 2 Welt- und 2 Europameisterschaften – 23 Regatten insgesamt

Starkes Regattaprogramm

Die Corona-Pandemie hinterlässt nach der Absage der TW im vergangenen Jahr auch in 2021 noch Spuren im Regattaprogramm. Das ursprünglich geplante Pensum mit 27 Entscheidungen auf globaler, kontinentaler und nationaler Ebene wird es zwar nicht ganz geben, doch mit 23 Regatten – darunter zwei Welt- und zwei Europameisterschaften – ist das Programm sehr hochklassig. Zum Meldeschluss waren rund 850 Meldungen mit insgesamt rund 1350 Teilnehmern aus 37 Nationen eingegangen.

Das größte Feld stellen die 4.7 zu ihren Europameisterschaften. Fotos: segel-bilder.de

„Das größte Feld stellen die Segler*innen zur Europameisterschaft der 4.7“, berichtet TW-Sportdirektor Jens Kath. „Mit 125 Mädchen und 250 Jungs wird diese EM der sportliche Höhepunkt der 132. Travemünder Woche. Das Meldeniveau reicht an das absolute Limit dieser Europameisterschaft heran und übertrifft damit angesichts der Situation unsere Erwartungen.“

Kleiner als erwartet fällt dagegen die Weltmeisterschaft der RS Feva aus. Mit 100 Meldungen ist das Feld gegenüber vorherigen Veranstaltungen etwa halbiert. „Die Briten bilden das stärkste Feld in dieser Klasse, werden aber aufgrund der Ein- und Ausreisebeschränkungen nicht kommen. Das gilt auch für einige Athlet*innen aus Neuseeland und Australien. Das wirkt sich intensiv auf die Meldezahl aus“, so Kath. Den Reisebeschränkungen ganz zum Opfer fallen die Europameisterschaften der Splash Blue und Splash Red. Hier sind es vor allem die Niederländer, die fehlen. Ihr Kommen war lange nicht möglich, da die Niederlande als Hochrisikogebiet galten. Zwar ist inzwischen diese Hürde gefallen, ein kurzfristiges Umplanen war aber nicht mehr möglich. Zumal die Chancen, eine Unterkunft an der Ostsee zu finden, in diesem Sommer sehr gering sind.

Das Gleiche gilt auch für die Junioren-WM der RS Aero. Sie musste aufgrund der zwischenzeitlich schwierigen Einreisestatuten abgesagt werden. Hier haben allerdings viele deutsche Segler*innen umgeschaltet und starten jetzt bei den German Open, so dass die junge Klasse trotz Ausfall der WM gut vertreten sein wird.

Auch bei den weiteren Klassen halten sich überraschend gute und mitunter kleine Meldezahlen die Waage. „Klar auf der Plus-Seite stehen die Klassen O-Jollen, Finns, Conger und Kielzugvogel, die wir in dieser Stärke nicht erwartet hätten. Die Formula 18, Trias, die Canoe-Klassen und die Korsare sind okay. Enttäuschend ist dagegen der Auftritt der J/22 und der J/24, die vor Travemünde ihre deutschen Titelkämpfe austragen wollen, aber nur ein schwaches Teilnehmerfeld am Start haben.“

Begeisterung lösen die RS Venture Connect aus. Die Klasse will vor Travemünde die Premiere ihrer Weltmeisterschaft in inklusiver Teamzusammenstellung segeln, und 14 Duos aus acht Nationen kommen mit einem Segler mit und einem ohne Handicap nach Lübeck.

„Insgesamt ist das Meldeergebnis vor dem Hintergrund der lange herrschenden Unsicherheit sehr gut. Im April und Mai gab es angesichts der bestehenden Inzidenzen ja noch große Skepsis, ob die TW würde stattfinden können. Daher sind wir alle überrascht, dass es noch so gekommen ist“, sagt Jens Kath, der zuletzt auch noch Zulauf für die Seebahnen vermelden konnte. Traditionell melden die Crews hier erst spät, doch nach dem Start der Regattasaison in der Lübecker Bucht Anfang Juli sind viele Crews wieder in den Wettkampfmodus gekommen.

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