Ultim-Streit vor Gericht: Gabart will 18,5 Millionen Euro, wenn es beim Startverbot bleibt

"Dilettantismus" und "Betrug"

In der Auseinandersetztung um die Regel-Konformität eines der schnellsten Segelboote der Welt sind die Parteien nach der Anhörung vor Gericht zerstrittener denn je. Gabart spricht von Diletantismus und fühlt sich hintergangen, die Klasse sieht Betrug. Der Imageverlust allein bei Gabart wird mit 18,5 Millionen Euro beziffert.

Gabarts SVR Lazartigue hat zwar ein kleines, offenes Cockpit. Doch das Hauptcockpit mit allen Schoten und Fallen liegt mittig unten im Hauptrumpf, ohne Zugang nach außen. Genau das wird als regelwidrig angesehen © SVR Lazartigue

Die Affäre Gabart vs. Classe Ultim polarisiert. Und sie spaltet: die Klasse der gigantischen, 32 m langen und 23 m breiten Trimarane könnte daran zerbrechen, teils alte Freundschaften zwischen hochtalentierten Skippern endgültig in die Brüche gehen, World Sailing sich erneut bis aufs Mark blamieren, beteiligte Unternehmen pleite gehen und aktuelle sowie potentielle Sponsoren könnten sich vom Hochseeregattasport frustriert abwenden. Die gewisse Spaltung in der Szene – hör- und spürbar an den Stammtischen in den Kneipen – ist da noch das kleinste Problem.

Der Trimaran SVR-Lazartigues im Foil-Modus. ©Thierry Martinez

Es geht, wie oft in solchen Fällen, um Geld. Viel Geld. Und es geht um ein Prinzip, das im Sport schon immer für Verwirrung gesorgt hat: Der Eine fühlt sich vom Anderen übervorteilt, missverstanden, grob getäuscht wenn nicht sogar betrogen.

Schwammige Regel 3.11

Im Zentrum des Schlamassels steht die offenbar etwas schwammig formulierte Regel 3.11 von World Sailing, die besagt: “Winschen müssen so installiert werden, dass ein Bediener sich nicht permanent unter Deck befindet.”

Nun ist der Trimaran von Francois Gabart so konstruiert, dass das Cockpit im Hauptrumpf

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Michael Kunst

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