Video: Bald mehr Melges 20 als Melges 24 weltweit?

Konkurrenz in der Familie

 

Starkes Video über Melges-20-Winterserie von  Penalty Box Productions auf Vimeo.

Die Melges 20 meldet Rekordfelder in den USA und erfreut sich immer höherer Beliebtheit: 50 Boote bei der aktuellen Miami Sailing Week – Melges 24 sind nur 18 dabei!

Melges 20, Winter Serie

Bald genauso beliebt wie die große Schwester? © Melges 20

Die Melges 20 hat bekanntlich seit ihren Erstauftritten in 2007 eine beeindruckende Karriere „hingelegt“. In den USA und in Europa ist die „Rennziege“ ganz offensichtlich dabei, den Erfolg ihrer Vorgängerin Melges 24 zu wiederholen.

 

Der 20“ (6m) kurze Performance-Kieler aus der Feder von Reichel Pugh profitiert logischerweise von den Erfahrungen, die Melges vor allem mit der M24 in den vergangenen Jahren gemacht hat – konsequente Reduktion auf das Wesentliche, nämlich Segeln!

Ansonsten sind die beiden Boote nicht unbedingt direkt miteinander vergleichbar, weil sie zwei grundverschiedene Zielgruppen ansprechen.

Die Melges 20 Einheitsklasse oder neudeutsch: das One-Design-Boot wird in der Regatta zu dritt oder viert gesegelt, ohne Crew-Gewicht-Restriktionen bzw.- Limits. Das 16qm-Groß, das 8,2 qm Vorsegel und der 40 qm-Spinnaker (freie Tuch- bzw. Segelmacherwahl) am Karbonrigg sorgen bei jeder Windstärke für Crew-Beschäftigung und sowieso für reichlich Vortrieb. Zudem wird die Melges 20 ohne Back- oder Achterstagen-Arbeit durch die Manöver gebracht, was in punkto Handling u.a. auch für mehr Familienfreundlichkeit sorgt (die Klasse verzeichnet einen relativ hohen Anteil Seglerinnen).

Melges 20, Winter Series

Bietet in jeder Hinsicht Perspektive © Melges 20

Allerdings müssen Crew bzw. Eigner für das One-Design-Vergnügen ziemlich tief in die Tasche greifen: Der (italienische) Vertrieb für Europa will derzeit ca. 50 – 55.000 Euro für eine regattafertige Melges 20 inkl. Besegelung. Gebraucht müssen ca. 33.000 Euro für eine konkurrenzfähige, 2-3 Jahre alte Melges 20 auf den Tisch gelegt werden.

 

17 Regatta-Events, davon acht in Nordamerika und Kanada (WM im Dezember in Florida) sowie  fünf in Italien und der „Nepomuk-Cup“ im Juli am Starnberger See als einzige deutsche Veranstaltung zeigen deutlich, dass es zwar eine internationale Verbreitung der Klasse gibt, die Konzentration aber weiterhin – wie bei den anderen Melges-Bootstypen auch – in den USA und Italien bleiben wird.

Melges 20, Winter Series

Es geht schon eng zu, bei den Melges 20-Regatten © melges 20

Aus der Anzahl bisher verkaufter Rümpfe wird allerdings noch ein Geheimnis gemacht. Von der US-Werft werden keine Zahlen gemeldet und in der Szene wird gemunkelt, dass die weltweit knapp 1.000 verkauften Melges 24 wohl so schnell noch nicht eingeholt werden können. Doch die schieren Größen der Regattafelder sind bei den One-Design-Klassen weiterhin der wichtigste Indikator für den Beliebtheitsgrad der Boote.

Und da hat ganz offensichtlich die Melges 20 im Vergleich zu ihrer „größeren und älteren Schwester“ Melges 24 derzeit die Nase vorn:  50 Meldungen bei der laufenden Miami Sailing Week sprechen für sich (Melges 24 bringt „nur“ 18 an den Start).

In Deutschland sind derzeit sieben Melges 20 unterwegs (alle im bayerischen Raum). Klassenobmann Florian Rixner segelt am Starnberger See mit seiner Frau und seinem Sohn und ist vor allem vom guten Handling seiner Melges 20 angetan: “Mit den Manövern klappt alles bestens, es reicht, wenn einer oder zwei ihre Kraft einbringen. Im Gegensatz zur Melges 24 sitzen wir auf unserem Boot einfach “nur drauf”, müssen uns nicht übertrieben reinhängen.” Doch eines der wichtigsten Argumente pro Melges 20 sei für ihn die Crewstärke. Er wüsste gar nicht, wie er jedes Wochenende fünf Mann zum Training kriegen sollte…

Bleibt abzuwarten, wie viele Melges 20 bei der WM im Dezember teilnehmen werden. Es gilt die 124 gestarteten Melges 24 im letzten Jahr bei der WM in Italien zu toppen…

Melges 20, Winter Serie

Im Glitsch © melges 20

Sicher ist aber jetzt schon: Die junge Melges 20 ist im Hause Melges eine ernstzunehmende Rivalin für ihre große Schwester! Und sowieso für andere Klassen…

Und weil’s so schön war: Die “Lucky-Dog”-Produktion zur Melges-20-Winterserie: Etwas krassere Einstellungen, mehr für “Insider”… aber unbedingt sehenswert!

Lucky Dog Racing Audi Melges 20 Winter Series Event #2 von Penalty Box Productions auf Vimeo.

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Michael Kunst

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3 Kommentare zu „Video: Bald mehr Melges 20 als Melges 24 weltweit?“

  1. avatar Torsten sagt:

    Hübsches Bötchen (wie auch die J 70), aber teuer.

    Von den Verhältnissen in den USA oder GBR, wo -zig Eineiten von neuen Kielboottypen bei Regatten auftauchen, ist Deutschland weit entfernt (dafür segelt man da kaum Jollenregatten). Wie viele werden hierzulande damit segeln?

    Dass alle paar Jahre eine neue sog. Sportbootklasse durchs Dorf getrieben wird, und sich keine davon mit nennenswerten Regattafeldern etabliert, könnte mir als Jollenregattasegler eigentlich egal sein. Allerdings könnten viele der Segler statt im teuren Kielboot in unseren schönen und spritzigen Jollenklassen mitsegeln und mit geringem Aufwand die Konkurrenz weiter beleben. Spektakuläre Beschleunigung bekommt man schon für wenig Geld.

    Und die Ausrede, Jollen wären nur was für junge Leute, zählt nicht. Selbst bei den artistischen Int. 14 oder Tragflügelmotten gibt es viele Segler über 40.

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  2. avatar Wig sagt:

    Rennziegen, dachte ich, sehen eigentlich anders aus als diese eckigen Wellenhopser mit der Sportbremse per Gartenzaun. Nur gut, dass man andere Kontinente aufsuchen muss um ein vorzeigbares Starterfeld zu finden.
    Als Ü70-Segler möchte ich diesem Anti-Sport-Trend nicht folgen, schon überhaupt nicht auf unseren Binnenrevieren. Was hatten wir da seit den 70ger Jahren für eine tolle Entwicklung bei den spritzigen Trapezjollen und – Kielbooten. Nehmen wir bei den Jollen z. B. die 505er, die gerade bei der WM in Kiel das Fliegen gezeigt haben, oder die FD`s, oder die rasanten Kieler, beginnend schon mit der Tempest bis zu den südlichen
    rasanten Trapez-Jokern und – Assos. Wollten wir nicht die Sorrtsegelei attraktiver machen? Mit dem 49 er war da schon ein guter Ansatz., aber jetzt entfernt man sich bei den Kielbooten systematisch durch Amerikanisierung vom so spaßmachenden Sportsegeln.

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