Mit neuen Regeln will die größte dänische Crew-Regatta in Bogense mehr internationale Crews anziehen – und hat dabei vor allem deutsche Segler im Blick. Vom 29. bis 31. Mai wird nun wie beim Silverrudder auch in Längen-Gruppen gesegelt.

Ab 2026 können ausländische Yachten ohne dänisches DH-Messbriefsystem an den Start gehen. Stattdessen werden sie in Längengruppen eingeteilt, in denen allein die gesegelte Zeit über das Ergebnis entscheidet. Das Ziel ist klar: Die Hürde für internationale Teilnehmer senken.
Inspiration aus Svendborg
Die neue Ausrichtung orientiert sich am Erfolg der Silverrudder, der Einhandregatta aus Svendborg. Dort stellt die Mehrheit der Teilnehmer seit Jahren deutsche Segler. „Wir wollen mehr ausländische Segler anziehen – insbesondere aus Deutschland,“ erklärt Jim Juel Hansen aus der Leitung des Fyn Cup. „Deshalb können ausländische Kielboote ohne DH-Messbrief künftig in Längengruppen starten.“
Der Ansatz ist simpel – und hat sich bewährt.
Die Boote ohne DH-Messbrief werden in drei Klassen nach Länge über alles (LOA) eingeteilt:
- 6,0 – 9,99 Meter
- 10,0 – 12,49 Meter
- Über 12,5 Meter
Gesegelt wird ohne Zeitkorrektur.
„In den LOA-Gruppen zählt ausschließlich die gesegelte Zeit. Der Schnellste gewinnt,“ sagt Hansen. Damit rückt die Regatta näher an klassische Offshore-Formate – verständlich, direkt und attraktiv für internationale Crews.
DH bleibt – aber nicht zwingend
Für dänische Boote und alle Yachten mit DH-Messbrief bleibt das System bestehen. Diese Boote werden automatisch auch den Längengruppen zugeordnet. Die Veranstalter betonen, dass DH weiterhin der bevorzugte Standard ist. Gleichzeitig arbeitet man daran, auch ausländischen Booten künftig eine Vermessung vor Ort anzubieten.
Mit den neuen Regeln sendet der Fyn Cup ein deutliches Signal Richtung Deutschland: Teilnahme soll einfacher werden. Keine nationale Vermessung, keine komplizierten Umrechnungen – stattdessen direkte Konkurrenz auf dem Wasser.
Die Regatta findet vom 29. bis 31. Mai in Bogense statt und gilt als größte Kielboot-Regatta Dänemarks. Zuletzt waren jeweils rund 140 Yachten am Start. Ambitionen hat man genug: Mehr internationale Boote, größere Felder – und eine Entwicklung, wie man sie bereits von Silverrudder kennt.
Der Kurs ist gesetzt. Jetzt fehlt nur noch eines: deutsche Segler auf der Startlinie.
Quelle: Fyn Cup

Schreibe einen Kommentar