Zwischenbilanz bei der 29er-WM: Die Titeljagd kann beginnen

Entscheidende Phase

29er WM in Kiel: Nach drei intensiven Qualifikationstagen bei der 29er-Weltmeisterschaft vor Kiel ist die Ausgangslage für den Kampf um den Titel so offen wie selten. Nur wenige Punkte trennen die Spitzenteams, während die deutschen Crews mit starken Leistungen den Sprung in die Goldflotte geschafft haben.

 

 
 
 
 
 
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Der gestrige und zugleich letzte Tag der Qualifikationsserie zeigte noch einmal eindrucksvoll die ganze Bandbreite, die das Regattarevier vor Kiel-Schilksee auszeichnet. Regenwolken zogen am Morgen über die drei Regattagebiete und ließen die Brise zunächst auf unter zehn Knoten abflauen. Doch was als ruhiger Segeltag begann, entwickelte sich im weiteren Verlauf zu einer anspruchsvollen Herausforderung. Auf den drei Regattabahnen Alpha, Bravo und Charlie präsentierte sich der Wind völlig unterschiedlich. Während Alpha im Schutz der Küste lag und von kräftigen Böen durchsetzt wurde, bot Bravo die konstanteren Bedingungen. Am weitesten draußen wartete auf Charlie der stärkste Wind des Tages. Immer wieder sorgten plötzliche Böen und Winddreher für Positionswechsel und spannende Rennen.

Wechselhafte Bedingungen in Kiel

Trotz der wechselhaften Bedingungen lieferte die Wettfahrtleitung ein starkes Ergebnis ab: Alle sechs Flotten konnten ihr komplettes Tagesprogramm mit vier Wettfahrten absolvieren. Damit ist die Qualifikationsrunde nach drei intensiven Wettkampftagen erfolgreich beendet.

 

Henric Wigforss und William Drakenberg (SWE 3254) gehen nach Abschluss der Qualifikationsserie als Führende der 29er-Weltmeisterschaft in die Finalrennen. Foto: Sascha Klahn

 

Schweden übernimmt die Gesamtführung

An der Spitze der Gesamtwertung hat sich das Blatt gewendet. Nach einem konstant starken Tag übernehmen Henric Wigforss und William Drakenberg (SWE 3254) die Führung. Die Schweden verdrängen die bisherigen Spitzenreiter aus Argentinien und gehen mit einem Vorsprung von nur einem Punkt in die Finalserie. Die bis dahin führenden Felix Llauro und Lucas Cozar (ARG 21) bleiben jedoch nur einen Punkt hinter der Spitze zurück und belegen nun Rang zwei.

 

Für Jubel bei den heimischen Fans sorgt weiterhin das deutsche Team David Plettner und Moritz Aigner (GER 3501). Mit einer beeindruckenden Serie von drei zweiten Plätzen und einem Rennsieg segelten sie sich auf Rang drei der Gesamtwertung vor und unterstrichen erneut ihre bemerkenswerte Konstanz. Auch Alexandre Mostini und Raphaël Allain (FRA 6) erwischten einen starken Tag und kletterten auf den vierten Gesamtrang.

 

29er WM in Kiel Schilksee Foto: Sascha Klahn

Besonders stark präsentiert sich die neuseeländische Mannschaft. Gleich drei Teams platzieren sich in den Top Ten. Die beste neuseeländische Crew stellen aktuell Nelson Meacham und Oli Stone (NZL 3496) auf Rang sieben, dicht gefolgt von Matteo Barker und Leo Brown (NZL 3022) auf Platz acht. Einen beeindruckenden Sprung nach vorne machten Blake Batten und Hugo Smith (NZL 3522). Mehrere Rennsiege brachten sie zurück in die Spitzengruppe, obwohl ein kostspieliges Streichergebnis zwischenzeitlich wertvolle Punkte kostete. Ebenfalls weiterhin brandgefährlich sind Szymon Kolka und Bartosz Zmudzinski (POL 109). Trotz einer UFD-Strafe hielten sie sich mit zwei Rennsiegen und einem dritten Platz im Kampf um die Spitzenplätze. Nach dem Abschluss eines Protestverfahrens verbessern sich außerdem Tizian Lembeck und Julian Lembeck (GER 3353) auf Rang zehn. Besonders bemerkenswert: Die Brüder liegen punktgleich mit den Teams auf den Plätzen acht und neun – ein Beleg dafür, wie eng das Feld vor Beginn der Finalserie zusammengerückt ist.

 

Packende Rennen vor Schilksee Foto: Sander von der Borch

Jetzt beginnt der Kampf um den WM-Titel

Ab heute startet die Weltmeisterschaft in ihre entscheidende Phase. Die 276 Teams werden für die Finalserie in die Flotten Gold, Silber, Bronze, Smaragd, Violett und Weiß aufgeteilt. Von Dienstag bis Donnerstag stehen die abschließenden Finalrennen auf dem Programm, in denen sich die Teams innerhalb ihrer jeweiligen Flotten messen und die Entscheidungen um die Weltmeistertitel fallen werden. Nach den wechselhaften Bedingungen der Qualifikation beginnt nun der direkte Kampf um die Spitzenplätze.

Was bereits bei der Eröffnung der Weltmeisterschaft deutlich wurde, bestätigt sich nach drei Renntagen eindrucksvoll: Das Niveau im internationalen 29er-Feld ist außergewöhnlich hoch, die Abstände sind minimal und jede Wettfahrt kann die Gesamtwertung neu ordnen.

 

Vorläufiger Regattaplan

7. Juli: Finalrennen ab 11:00 Uhr

8. Juli: Finalrennen ab 11:00 Uhr

9. Juli: Finalrennen ab 10:00 Uhr, anschließend Siegerehrung und Abschlusszeremonie

 

Live-Ergebnisse bei magage2sail

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