Am Donnerstag vor Heiligabend war der Flensburger Weltumsegler Thies Matzen mit seiner Lebensgefährtin Kicki Ericson bei Reinhold Beckmann in der ARD zu sehen.
Neben dem Moderator und Grönland-Liebhaber Markus Lanz sowie Afrika-Freundin Aino Laberenz reden die beiden Segler über ihr ungewöhnliches Leben auf See mit dem berühmten Oldtimer “Wanderer III”.
2003 habe ich Matzen in Auckland portraitiert. Es war eine der ungewöhnlichsten Stories, die ich erlebt habe. Mitten im Trubel des America’s Cups lag diese kleine neun Meter Yacht im sogenannten Millionärsbecken. Stegnachbar an Steuerbord war die J Class “Shamrock”, achteraus am Kai des Hilton Hotels parkte der riesige Kreuzfahrer “Silver Whisper”.
Kontrast zu Hass-Kampagnen
Das Abtauchen in die Welt von Thies Matzen war ein Genuss. Der Flensburger strahlte eine unglaubliche Ruhe und Gelassenheit aus. Der absolute Kontrast zur hektischen Cup Welt. Dort draußen schickte sich Russell Coutts gerade an, die Kanne trotz fieser Hass-Kampagnen seiner Landsleute für Alinghi in die Schweiz zu entführen.
Für Matzen war das unwichtig. Er wollte seinen Freund Otto Happel in Auckland besuchen. Der betuchte Unternehmer hatte ihn einmal in einer Südseebucht auf seine Megayacht „Hetairos“ eingeladen. Mit ihm wollte der Weltumsegler nun die Cup-Rennen verfolgen.
Kein wirrer Aussteiger
Matzen ist kein wirrer Aussteiger Typ, kein durchgeknallter Weltenbummler. Das zeigt er auch bei Beckmann. Eloquent beschreibt er, warum er seit 30 Jahren auf der Yacht lebt, mit der das Ehepaar Hiscock quasi das Fahrtensegeln erfunden hat. Die Briten segelten erstmals ohne Rekordabsichten um die Welt. Seitdem gilt die “Wanderer III” als Mutter aller Fahrtenyachten.
Matzen hätte auch in die “normale” Welt gepasst. Er ist ein geschätzter Autor und sein Abiturdurchschnitt lag bei 1,9. Eigentlich sollte er zur Bundeswehr und später Meeresbiologie studieren. Aber dann verweigerte er den Wehrdienst und zog eine Lehre als Bootsbauer vor. Matzen schloss sie als Jahrgangsbester ab.
Wurzeln auf Samoa
Durch einen Zufall kam er in den Besitz der “Wanderer III”. Der deutsche Eigner konnte die Überholungsarbeiten nicht mehr leisten. Er vertraute das Schiff dem Lehrling an. Matzen hatte das Vehikel, mit dem er sein Fernweh lindern konnte.













Soso, die kommen also zu zweit mit 5,47 EUR/Tag aus und bestreiten damit ihr Essen, Ihre Klamotten (Ölzeug soll nicht gerade günstig sein), den Bootsunterhalt (alleine die Kosten von Antifouling…) usw.? Erstaunlich.
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5,47 EUR/Tag ist in den ärmsten Ländern der Welt ein Vermögen.
Bootsunterhalt hat Matzen als Bootsbauer selbst gemacht.
Die Kosten für Nahrungsmittel waren gering, da man spezielle Methoden
der Haltbarmachung angwandt hat.
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Ich glaube kaum, dass Leute in armen Ländern mit einem Vermögen von 5,47 EUR/Tag so ein Boot unterhalten. Vielmehr sehe ich hier das übliche Tiefstapeln, was die meisten Langfahrtensegler bzgl. der Kosten tun. Wer billig reisen will geht zu Fuß.
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Unterhaltung des Bootes: “Wir fahren praktisch ohne Technik und haben außer den Kosten neuer Segel alle zehn Jahre keine großen Investitionen. Ich kann alles am Boot selbst reparieren,”
Ölzeug: “Das Ölzeug für unsere erste Reise in das Südmeer haben uns Freunde geliehen, die es gerade nicht brauchten.”
Ernährung: “Und von wegen Vermögen! Das bisschen Geld, das ich besaß, verdankte ich allein meiner Ernährung mit Haferflocken. Ich lebte von fast nichts anderem, um mir das Boot leisten zu können.”
http://www.stern.de/reise/service/segeln-zwei-leben-auf-see-611985.html
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Auch wenn er sich nur von Haferflocken ernährt (wer’s glaubt…), ein Boot was den Belastungen des dauernd unterwegs seins ausgeliefert ist bekomme ich für diesen Preis nicht erhalten. Selbst wenn ich die Arbeiten selber ausführe, auch das nötige Material dazu bekomme ich für den Preis nicht zusammen.
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Also für nur Haferflocken sehen beide doch recht gesund aus.
Egal – gute Reise und viel Freude weiterhin!
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Kicki sah ja bei Beckmann mit den auffallend stumpfen, glanzlosen Haaren nicht so gut aus.
Das könnte auch eine Folge einseitiger Ernährung gewesen sein.
Hat eben alles seine zwei Seiten !
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möönnsch regattafan, dir geht es immer nur um Frauen und gut aussehen. Was ist denn los it dir? Midlife Crisis?
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Glanzlose Haare? Sonst habt ihr aber keine Sorgen!?
Es gibt eben noch ein anderes Leben, außer dem mit dem neuesten iPhone 4S an der Birne.
Und zum Thema 5,47 EUR: Nur so als Beispiel, wer hat “cast away” mit Tom Hanks gesehen? Wieviel Geld hat der a) am Tag zur Verfügung gehabt und b) pro Tag gebraucht?
In wärmeren Regionen kann man sich durchaus OHNE in Plastik eingeschweisste Tiefkühlpizza ‘Ristorante’ von Dr. Oetker für 3,95 EUR ernähren.
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Ich denke, man darf auch einmal die Schattenseiten eines solchen Daseins benennen.
Ernährung mittels Haferflocken und halbverfaulter ungekühlter Eier, die von dem Paar regelmässig gedreht werden, damit das Dotter nach einem halben Jahr nicht an der Eierschale festklebt,
finden sich in meiner Lebensplanung jedenfalls nicht.
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Wie halten es die beiden eigentlich mit ihren Sozialversicherungsbeiträgen? Mich würde mal interessieren, wer Rente, neue Hüfte (7k€) oder gar Pflegekosten übernimmt wenn es soweit ist. Außerdem: Wer bezahlt Infrastruktur und im Allgemeinen das von allen, auch von Thies und Kicki genutzte Staatswesen? Jedenfalls nicht diese beiden Nicht-Steuerzahler. Vor diesem Hintergrund finde ich es realitätsfremd, das sicher interessante Leben der beiden dem langweiligen Leben der Daheimgebliebenen als alternativ oder gar höherwertig darzustellen.
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