Knarrblog: Urlaubszeit – Sommertörn vor der Amalfi Küste – Start in Neapel

Jede Menge Vorfreude

Es ist mal wieder so weit. Cruising Urlaub mit der Familie. Nach vielen Jahren Ostsee, immer wieder Anholt, schon mal Holland, dann Schweden und zuletzt Bodensee nun also Neapel.

SegelReporter, Törn

Silberne Motorbratze als Nachbar. © SegelReporter

Die Entscheidung fiel auf der boot in Düsseldorf. Warum nicht mal wieder Mittelmeer. Als die Kids noch klein waren, sind wir dort gesegelt. Aber mit nun 15 und 17 Jahren können sie sich schon gar nicht mehr erinnern.

Wo genau, ist eigentlich nicht so wichtig. Hauptsache blaues Wasser, haben die Jungs aufgegeben. So wird irgendwie Neapel draus. Marc Rosendahl von Sun Charter überzeugt uns von der Amalfi Küste. Easy Jet fliegt direkt von Hamburg. Und das Revier soll noch eher als Geheimtipp gelten.

Hmm, Neapel. Vesuv und Mafia, das sind die ersten Assoziationen. Und auch die schnelle Internet Recherche macht wenig Geschmack. “Bilanz: nicht genug Wind, schön, aber Preis-Leistungsverhältnis stimmt wirklich nicht.”  Und: “Zusammengefasst. Inselrevier mit schönen Ansichten, aber wir waren nicht angetan. Es gab fast gar keine geschützten Ankermöglichkeiten, so dass man oft in die Marinas musste. Und diese verlangten hoffnungslos überzogene Liegegebühren.” Mal sehen, was da dran ist.

“Easy Living”

Nun hocke ich also hier im Hafen von Castelladimare im Cockpit der Sun Odyssee 409 “Easy Living” – ein schöner Name. Riesiges Cockpit, zwei Klos, ein wahres Wohnschiff. Ein ordentlicher Wind lässt die Morgenhitze angenehm um den Körper säuseln.

SegelReporter, Törn

Liegeplatz in Castellamare bei Neapel hinter dem hübsch drapierten Anker. © SegelReporter

Aber hübsch ist es wirklich nicht hier. An den Balkons flattert die Wäsche. Abgebröckelte Häuserfassaden vermitteln DDR Scharm, die Kirche am Ufer ist wegen Baufällighkeit geschlossen. Große Werftkräne und stillgelegte Fabriken erzeugen Industrie Tristesse.

Die Italienern allerdings ficht das nicht an. Sie versprühen in der ihnen eigenen Art Fröhlichkeit. Ihr Leben spielt sich auf dem typischen Motorroller ab. Die Zweiräder brausen vollbepackt vorbei. Kinder stehen auf dem Trittbrett, die Helme sind oft lässig über den Arm gestreift. Wild gestikulierend, scheinbar streitend wird sich sicher über das Wochenende unterhalten.

Italiener mit Homo-Bag

In den Morgenstunden sind schon einige Jogger unterwegs. Und auch zahlreiche Hafenmeister. So sehen die italienischen Männer jedenfalls aus mit dem umgehängten Handtäschchen, in dem man das Wechselgeld für den Liegeplatz wähnt. Aber die Homo-Bag ist hierzulande offenbar schwer in Mode.

Wohin hat sich bloß das Bild des starken Italieners a la Balotelli verflüchtigt. Ist aus dem italienischen Mann so schnell nach der WM die sprichwörtliche Maus geworden? Oder ist das Täschchen mit dem Riemen über der Brust die einzige Chance, sich den Roller-Räubern zu erwehren.

Der Stützpunkt mag nicht schön sein. Aber er macht Sinn wegen seiner Nähe zum Flughafen. Knapp 15 Minuten hat das Taxi gebraucht. Das Schiff ist perfekt vorbereitet, die erste Pizza am Abend schmeckt vorzüglich, ein kostenloses Shuttle vom Supermarkt hilft beim Lebensmittel Bunkern und so steht dem ersten Schlag nichts mehr im Wege.

Jede Menge Vorfreude

Basis-Leiter Gianluca geht die Törnplanung mit uns durch. Er schwärmt von einer tollen Bucht nach der anderen. Ankern ist offenbar schwer angesagt. In den Häfen muss man ein Liegegeld zwischen 60 und 80 Euro berappen für ein Schiff unserer Größe. Da dürfte auf Dauer wenig Spaß aufkommen.

Aber als er die mögliche Spots über Ischia zu den Pontischen Inseln zurück nach Capri beschreibt, kommt jede Menge Vorfreude auf. Häfen braucht man eigentlich nicht, sagt er. Zum freien Wasser bunkern kann man einlaufen und dann wieder losmachen.

Na ja, mal sehen, wie das so läuft. Ich werde berichten. Erstmal müssen wir hier aus dem Liegeplatz rauskommen. Gegen Abend sind wir von zahlreichen Motorbooten eingebaut worden. Eine silberne 50 Fuß Bratze liegt genau nebenan. Da hilft nur pressen, quetschen und schieben. Auf geht’s.

 

 

 

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Carsten Kemmling

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11 Kommentare zu „Knarrblog: Urlaubszeit – Sommertörn vor der Amalfi Küste – Start in Neapel“

  1. avatar H.-W. Klein sagt:

    Homo-Bag?

    Wirklich?

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  2. avatar Calimero sagt:

    Gibt doch mehr Leute mit diesen Täschchen als gedacht.

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  3. avatar deniz sagt:

    Die Bezeichnung ‘homo-bag’ geht gar nicht.

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    • avatar Henk sagt:

      Wieso nicht? Kein Humor?

      Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 20 Daumen runter 20

      • avatar H.-W. Klein sagt:

        Das hat nichts mit Humor zu run. Auch nichts mit übertriebener political correctness. Das ist schlicht geschmacklos.

        Vielleicht kann der Autor ja mal dazu Stellung nehmen?

        Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 24 Daumen runter 23

  4. avatar Christian1968 sagt:

    Ich kann bei meinen Kunden nur feststellen, dass die Homosexuellen in den allermeisten Fällen sehr schick, geschmackvoll und gut angezogen durch die Gegend laufen. Meist besser, als die Herteros.

    Ich finde auch, dass solche Begriffe einfach doof sind und in diesem Artikel hier unangebracht wirken. Das hat nix mit Humor zu tun, davon hab’ ich nämlich reichlich und Hetero bin ich auch.

    Ahoi

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  5. avatar Alex sagt:

    Wer weiß dass er ein echter Kerl ist, kann sich locker so ein praktisches Teil umhängen. Wem sein Ego noch reifen muß, … 😉

    Ich hab so ein Teil sicher schon 10 Jahre. Nicht wegen der Mode, mir geht es einfach auf den Sack, Krempel wie Geldbeutel, Telefon und Schlüssel in der Hand zu halten oder mir damit die Hosentaschen auszubeulen.

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  6. avatar Piet sagt:

    Homo-Bag ist gut.

    Hatte bis jetzt nur die Bezeichnung als Männerhandtasche und B.U.K. parat

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  7. avatar Sandygirl sagt:

    Vor ein paar Tagen wurden hier in einem Artikel Motorbootfahrer als “PS-Fetischisten” und “Mobo Prolls” verspottet.
    Es hat sich kein einziger Kommentator daran gestört.
    “Homo-Bag” soll nun aber “schlicht geschmacklos”sein.

    Liebe PC-Wächter: das ist voll ungerecht!
    Jeder hat das Recht, verarscht zu werden. Die Kackbratzen-Fahrer genauso wie die Täschchen-Tucken!

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  8. avatar dubblebubble sagt:

    Die meisten Gutmenschen mögen keine Mobos. Deshalb hat sich da keiner gemeldet.

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