Abgeborgen: Havarie am Freitag den 13. – Kiel abgebrochen, Yacht angespült

Rätselhafter Kiel-Verlust

Eine nahezu neue Fahrtenyacht hat vor Baltrum bei eher leichtem Wind den Kiel verloren. Die dreiköpfige Besatzung musste in der Nacht die Rettungsinsel besteigen, das Schiff wurde jetzt geborgen.

“Prodigy 2” an einem besseren Tag. © A.Podsocki

Vor einer Woche am Freitag den 13. war die polnische Yacht “Prodigy2” nördlich von Baltrum in Seenot geraten. Die Crew konnte von der DGzRS gerettet werden (Information unten). Nun wurde das Schiff am Strand von Langeoog angespült  (Bild).

Auf einem zweiten Bild ist das Loch zu erkennen, das der Kiel im Rumpf hinterlassen hat. Offenbar ist auch ein großes Stück der Außenhaut abgeplatzt. Das Schiff ist jetzt per Kran abgeborgen worden (Bild) und liegt in Hooksiel.

Der Vorfall ist noch ein Rätsel. Das Schiff soll erst im Juli dieses Jahres ausgeliefert worden sein. Der Skipper hatte die Yacht offenbar umfassend vorbereitet, da er im Begriff war, eine echte Langstrecke zu absolvieren. Er war auf dem Weg nach Südamerika.

Tragischerweise hat der Pole schon die Vorgänger-Yacht “Prodigy” vom Typ Moorea 45 verloren. 2014 geriet er mit dem Schiff nach einem Wassereinbruch bei Gibraltar in Seenot. Er bestieg mit seiner Crew eine Rettungsinsel und wurde von einer Frachter-Besatzung gerettet.

Die DGzRS-Pressemitteilung von der Rettung:

Nördlich der Nordseeinsel Baltrum ist am Freitagabend, 13. Oktober 2017, eine polnische Segelyacht mit drei Männern an Bord in Seenot geraten. Rettungseinheiten der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) und Behördenschiffe waren gemeinsam im Einsatz. Ein Marinehubschrauber flog die Geretteten zum Festland.

Gegen 18.45 Uhr empfing die SEENOTLEITUNG BREMEN der DGzRS, das zuständige Maritime Rescue Co-ordination Centre (MRCC), über UKW-Seefunk einen halbautomatisch übermittelten Notruf der Yacht. Auf einen Anruf über Sprechfunk durch die Seenotretter reagierte die Besatzung des 18 Meter langen Bootes mit Heimathafen Danzig zunächst nicht. Wenig später meldete sie sich aus einer Rettungsinsel. Sie hatte ihr Boot verlassen. Die Yacht drohte zu sinken.

Umgehend liefen der Seenotrettungskreuzer BERNHARD GRUBEN/Station Norderney und das Seenotrettungsboot SECRETARIUS/Station Langeoog aus. Die Seenotretter alarmierten außerdem einen Such- und Rettungshubschrauber der Deutschen Marine. Sie baten den Notschlepper „Nordic“, ebenfalls Kurs auf den Unglücksort zu nehmen. Er befand sich der angegebenen Position gut zwei Seemeilen nördlich von Baltrum am nächsten.

Die „Nordic“ traf gegen 19.10 Uhr bei der treibenden Rettungsinsel ein und nahm die drei Segler an Bord. Wenig später waren die BERNHARD GRUBEN und die SECRETARIUS am Unglücksort. Die Segelyacht trieb zu diesem Zeitpunkt mit Beschädigungen am Rumpf auf der Seite nahe der Zehn-Meter-Tiefenlinie vor der Küste. Möglicherweise hielt eine Luftblase im Innern das Boot schwimmend. „Die Positionslaternen brannten noch, sind aber dann verlöscht“, berichtet Peter Henning, Vormann der BERNHARD GRUBEN.

Die havarierte polnische Segelyacht treibt nördlich der Insel Baltrum in der Nordsee. © DGzRS

Die Seenotretter entschieden, die Segler aus Sicherheitsgründen zur medizinischen Untersuchung in ein Krankenhaus an Land zu fliegen. Der Marinehubschrauber nahm die Geretteten gegen 19.25 Uhr mit seiner Winde von Bord der „Nordic“ auf und brachte sie nach Wilhelmshaven.

Bereits auf der Anfahrt hatte die Freiwilligen-Besatzung der SECRETARIUS in der Accumer Ee einen treibenden Rettungsring der Yacht gefunden. Um für den Fall des Untergangs die Position des Wracks zu markieren, brachte sie einen großen Fender, einen Auftriebskörper, mit einer langen Leine am Havaristen an. „Die Yacht trieb auf der Seite und ragte noch etwa einen halben Meter aus der See heraus“, berichtet Ralph Rüffert, Bootsführer der SECRETARIUS.

Die Segelyacht vertrieb über Nacht bis etwa zur Fünf-Meter-Tiefenlinie. Das Mehrzweckschiff „Mellum“ der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung ist in der Nähe des Wracks.

Zur Unglückszeit herrschten im Revier nördlich der ostfriesischen Inseln südwestliche Winde um drei Beaufort mit einem halben bis einem Meter Seegang bei bedecktem Himmel und einer Wassertemperatur von zwölf Grad Celsius.

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Ein Kommentar „Abgeborgen: Havarie am Freitag den 13. – Kiel abgebrochen, Yacht angespült“

  1. avatar Sebastian sagt:

    Die Yacht heißt PRODIGY 2 (nicht Pedigry). Man kann das auf dem Foto eigentlich recht gut erkennen…

    Like or Dislike: Daumen hoch 5 Daumen runter 2

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