Anker-Gebühr: Französischer Senat lehnt ab – Regierung will Pläne aufgeben

"Wachsam bleiben"

Anker Gebühr Frankreich

Ankern vor französischen Küsten bleibt kostenfrei. Vorläufig, zumindest © sydicat d’initiative Bouches du rhone

Nach skurrilem Hin und Her scheint die drohende Anker-Gebühr an französischen Küsten abgewendet. Doch Wassersportverbände bleiben wachsam.

Zuletzt schien sie unabwendbar: Diverse französische Departements und einige Kommunen an den Küsten sahen offenbar in einer Anker-Gebühr für Freizeitskipper eine Art „Gelddruckmaschine“

Was zunächst als Naturschutz deklariert wurde – eine Anker-Gebühr sollte eigentlich vor geschützten Küstenabschnitten erhoben werden – wurde letztendlich zum Politikum. Nachdem entsprechende Gesetzesvorlagen seitens der französischen Naturschutzbehörde bereits vom Parlament abgelehnt wurden, kamen schließlich einzelne Kommunen und ihre Departementverwaltungen auf den Plan. Doch auch sie scheiterten kürzlich mit ihren unterschiedlichen Modellen zu einer Anker-Gebühr vor dem französischen Senat.

Von Hunderten Euro, die ein Picknick vor Anker auf einer 15-Meter-Yacht kosten würden, war die Rede; von Tausenden Freizeitskippern, die wegen der drohenden Ankergebühr ihren Sport und ihr Hobby aufgeben wollten. Ja, sogar die ganze Wassersportbranche sei durch derartige behördliche Willkür dem Ruin ausgesetzt, war zu vernehmen.

Am 8.6. wurde bekannt gegeben, dass die Französische Regierung einen entsprechenden Gesetzesentwurf nicht nochmals der Nationalversammlung vorlegen werde.

Das Thema sei endgültig vom Tisch, beteuerte man gegenüber den Medien und besorgten Wassersportverbänden. Doch die trauen dem Frieden noch nicht so ganz. In Pressemitteilungen rufen sie Segler und Motorbootfahrer gleichermaßen auf, „wachsam zu bleiben!“

„Frankreich ist das Land der schnellen Gesetze – vor allem wenn es darum geht, dass Staat und Kommunen damit Geld verdienen können“ ist zu lesen. „Die Freiheit auf den Meeren“ sei immer noch in Gefahr.

Ob die korsischen Kommunen, die bereits Anker- und Bojengebühren einkassieren bzw. dies für den kommenden Sommer fest geplant haben, nun doch von ihrem Vorhaben ablassen, bleibt abzuwarten.

Tipp: André Mayer

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Ein Kommentar „Anker-Gebühr: Französischer Senat lehnt ab – Regierung will Pläne aufgeben“

  1. avatar Addi sagt:

    Bleibt zu hoffen, dass das nun beim status quo bleibt. Frankreich ist das einzige Mittelmeer-Land (das ich kenne), das noch moderate Preise für Segler hat. Oder sagen wir, “gerechte”. In St Tropez wurden der LITTLE WING damals für Länge mal Breite 6,10×2,50 20 € berechnet. Ich habe vier fünfer aufeinandergelegt. Mein Zahl-Nachbar hatte nen Bündel 50 €-Scheine in der Hand, der war wohl *etwas* länger und breiter 🙂

    Oder Menthon (fürs gleiche 20 Fuß Boot): Vorsaison 4€73, Saison 9€46

    Très bien, wäre schön, wenn das so bliebe.

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