Atlantik-Überquerung mit 20-Fuß-Kat. Italiener wurden abgeborgen

Schiffbrüchig auf dem Atlantik

Die Italiener Miceli und Picciolini treiben auf ihrem gekenterten Strandkat im Atlantik. © Miceli

Die Italiener Matteo Miceli und Tullio Picciolini sind auf dem Atlantik von einem cypriotischen Frachter gerettet worden. Sie wollten mit ihrem 20-Fuß-Strandkat den Atlantik-Rekord von Dakar nach Gouadelope brechen, den die Franzosen Benoit Lequin und Yves Moreau 2007 auf 11 Tage und, 11 Stunden gedrückt hatten. Miceli segelte zuvor 2005 die 2.545 Meilen über mit Partner Andrea Gancia in 13 Tagen und 14 Stunden. Nun wollte er den Rekord zurück.

"Anlegemanöver". Der Frachter nimmt die Schiffbrüchigen auf. @ Miceli

Aber sein selbstgebauter 20 Fuß Katamaran kenterte am 17. Januar und verlor den Mast. „Wir segelten bei 22 bis 25 Knoten Wind in einer hohen Dünung durch die Nacht“, schreibt Tullio Piccolini. „Der Mond sorgte für gutes Licht. Die Nacht war klar.

Wir hatten zwei Reffs im Groß und die Fock gesetzt. Während meiner Wache tauchte von hinten eine Squall-Linie auf. Ich weckte Matteo, um das Segel weiter zu reffen. Aber die Böen schlugen mit 28 bis 35 Knoten ein und brachten riesige Wellen von hinten. Wir konnten nicht entkommen und kenterten. Beim ersten Versuch, das Boot aufzurichten, entdeckten wir den gebrochenen Mast.

Danach versuchten wir zwölf Stunden lang, das Boot wieder umzudrehen. Wir schafften es nicht und gaben den Mayday Ruf per Satelliten-Telefon ab. Das Rettungszentrum in Fort de France auf Martinique koordinierte die Operation. Schon nach vier Stunden traf der cypriotischer Frachter „Delia“ bei uns ein.

Die italienischen Abenteurer mit ihren Rettern. © Miceli

Erst beim zweiten Versuch gelang die Annäherung. Wir schwammen zur Steuerbordseite des Schiffes und kletterten mit unseren letzten Habseligkeiten die 14 Meter hohe Bordwand hoch.“

Der Frachter nimmt die Schiffbrüchigen mit nach Island, wo das Schiff am 28. Januar ankommen soll. Aber die Italiener hoffen, auf der Azoren-Insel Flores aussteigen zu können, obwohl es der Kapitän wegen des hohen Lotsen-Preises ausgeschlossen hat, diesen Hafen anzulaufen.

Der 20 Fuß Kat startete in Dakar und wollte nach Gouadeloupe 2.545 sm über den Atlantik. © Miceli

Miceli nimmt die Niederlage nicht so schwer. Er plant schon sein neues Projekt. Er hat eine neue Class 40 Yacht gebaut, mit der er 2012 einhand und nonstop um die Welt segeln will.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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4 Kommentare zu „Atlantik-Überquerung mit 20-Fuß-Kat. Italiener wurden abgeborgen“

  1. avatar Tim sagt:

    Und wieder treibt ein Wrack auf See und wartet auf eine Yacht… Oder haben die den Schrott auch gleich versenkt?

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  2. avatar Tommy sagt:

    Ich habe vor einiger Zeit bei mir mal einen Artikel veröffentlicht, von zwei Jungs die mit nem Hobie Tiger erfolgreich übers Mittelmeer von Marseille nach Kathargo gesegelt sind … allerdings waren das auch “nur” 480 Seemeilen.

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  3. avatar bläck sagt:

    Hier die Delia…:

    http://www.marinetraffic.com/ais/de/shipdetails.aspx?mmsi=212526000

    cool was es alles gibt im netz 🙂

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  4. avatar Marc sagt:

    Wer zahlt eigentlich die Rettung? Finde es ein bischen riskant mit einem 20 Fuß Kat so eine Strecke segeln zu wollen. Ich versuche ja auch nicht mit einem 505er, Laser oder Opti einmal um die Welt zu segeln.

    Jolle bleibt nunmal Jolle. Abenteuerlust in allen Ehren, zum Glück hatten Sie ja immerhin genug Platz und ein Sat Telefon dabei. Im Opti wäre das Boot mit Rettungsinsel und Telefon schon voll 😉

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