Bordkameradin: Skipper Guirec und Huhn Monique im Grönlandeis – bald Nordwestpassage

Cool Chicken


Nach 130 Tagen und 106 gelegten Eiern im Packeis segeln Guirec Soudée und Monique wieder. Als jüngster Skipper und erstes Huhn wollen sie durch die Nordwestpassage.

Seit 2014 machen der französische Skipper Guirec Soudée (24) und Huhn Monique (wahrscheinlich 3,5) nun schon den Atlantik unsicher. Sie begeistern Blauwasser-Segler, Sofaträumer und Schreibtisch-Abenteurer aller Altersklassen gleichermaßen mit ihren klasse Videos und Anekdoten, die schlicht zum Gackern sind (SR berichtete).

Huhn, Bordkameradin, Abenteuer, Arktis

Die “Yvinec” im Treibeis – steuert gerade Monique und ihr Skipper hält Ausschau? © voyagedyvinec

Der Bretone und die auf den Azoren geborene Henne segelten zunächst (einhand, acht Krallenzehen) auf der Barfuß-Route über den Atlantik und verbrachten danach nahezu ein ganzes Jahr in der Karibik. Dort verdiente Guirec mit Gelegenheitsjobs Geld für die Weiterfahrt rund um den Globus. Und auch Monique steuerte mit zusätzlich gelegten Eiern, die an andere Langfahrtsegler verkauft wurden, ihren Anteil bei.

Ein Huhn, ein Huhn…

Im Sommer 2015 segelten die beiden entlang der amerikanischen Ostküste gen Norden, wo sie auf Grönland von den Inuit-Fischern wie ein kleines Weltwunder gefeiert wurden – die Einheimischen hatten bis dato noch nie ein lebendes Huhn gesehen.

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Hauptsache, kein Eisbär in der Nähe! Monique ist das Cool Chicken par excellence © voyagedyvinec

Dass Hühner sich jedoch durchaus auch für die kältesten Regionen der Welt eignen, bewies Monique im darauf folgenden Winter. Gemeinsam mit ihrem Skipper Guirec ließ sich die Legehenne auf dem 11,80 m langen Stahlschiff „Yvinec“ (Scorpion 9/1985) im Packeis einschließen. Dort überwinterten die beiden 130 Tage lang ohne Kontakt zum nächsten, mehr als 30 Kilometer entfernten Dorf.

Dabei legt Guirec Wert auf die Feststellung, dass Monique nur bis Minus 30 Grad an die frische Luft durfte. Bei kälteren Temperaturen riskiert das Huhn, auf dem Eis festzufrieren. Dass es Monique rundum gut erging, bewies sie mit 106 gelegten Winter-Eiern, die wiederum für ihren Kumpel Guirec wichtiges Protein lieferten.

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Die “Yvinec” in schwerem Wetter. bei solchen Ausfahrten bleibt Monique lieber unter Deck © voyagedyvinec

Verleiht Flügel

Kurz nachdem sich die „Yvinec“ wieder unter Segeln fortbewegen konnte, gelang Huhn und Skipper der mediale „Durchbruch“. Große US-amerikanische Magazine, französische Tageszeitungen (wie Le Monde) und TV-Sender berichteten vom Abenteuer der „Henne mit Gänsehaut“. Die mit viel Sorgfalt und Talent zusammengestellten Filme der beiden erreichen enorme Klickzahlen im Internet und sogar ein Buch für Kinder schrieb Monique… wohl unter Mithilfe von Guirec.

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Monique will als erstes Huhn durch die Nordwestpassage segeln © voyagedyvinec

Doch die Reise soll weitergehen. Für diesen Sommer haben sich die beiden die Nordwestpassage vorgenommen, um später von Alaska aus den Pazifik zu erkunden. Skipper, Schiff und Henne sind ja nun durchaus Packeis-erprobt, wollen aber vermeiden, erneut irgendwo im Nirgendwo eingeschlossen zu werden.

Deshalb sind jetzt erstmal lange Erkundungsschläge vor Grönland angesagt – derzeit zum Beispiel mit Kameraleuten eines Französischen TV-Senders – bevor sie sich ab August Hoffnung auf eisfreie Zonen durch die nördlichste Schifffahrtsstraße unseres Planeten machen können. Bis dahin gilt es, Monique von Eisbären und Schlittenhunden fern zu halten. Denn deren Verblüffung angesichts eines gackernden Federviehs dürfte nur von kurzer Dauer sein.

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Rollenteilung im Sturm

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Michael Kunst

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