Bruchpiloten: Weise und Shapiro im US-TV – “Wir wollen nichts beweisen”

"Wir helfen den Rettern beim Üben"


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Das Schicksal der beiden 71-jährigen Amerikaner Bob Weise und Steve Shapiro wird nach der harschen Kritik von Segellegende Robin Knox Johnston nun auch im US Fernsehen diskutiert. Das Duo äußert Erstaunliches.

Vor laufender Kamera des abc Frühstücksfernsehen haucht der pensionierte Drehbuch-Schreiber Steve Shapiro seinem Mitsegler Bob Weise ein Küsschen zu, als der erklärt, sie hätten bisher eine tolle Reise gehabt und werden weitermachen. Der ehemalige Helikopter-Army-Pilot sagt, sie seien zusammen aufs College gegangen und hätten sich auf Facebook wiedergetroffen.

Steve Shapiro auf seiner in Norwegen gekauften "Nora". © SWNS

Steve Shapiro auf seiner in Norwegen gekauften “Nora”. © SWNS

Die Kritik ficht sie offenbar nicht an. Shapiro sagt, er habe das Schiff in Norwegen gekauft und wolle es jetzt einfach in die Heimat überführen. Es sei ein sehr solides Boot und das müsse eben über den Atlantik. “Das ist kein Abenteuer, und ich will auch nichts Besonderes beweisen.”

Zu den Vorwürfen, dass die mehrfachen Rettungsaktionen viel Geld kosten, sagt Weise, die Retter müssten ja auch sonst üben. Und nun tun sie das eben mit ihnen.

Amerikaner mit Yacht gerettet

Bob Weise und Steve Shapiro lassen sich nicht vom Kurs abbringen. © abc

Robin Knox Johnston in der BBC:

“Get the hell out of our waters” – Sir Robin Knox Johnston fires a broadside at the two American yachtsmen who have had to call rescue teams nine times in seven months.http://www.bbc.co.uk/news/uk-england-cornwall-35420983

Posted by BBC Spotlight on Mittwoch, 27. Januar 2016

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7 Kommentare zu „Bruchpiloten: Weise und Shapiro im US-TV – “Wir wollen nichts beweisen”“

  1. avatar Müller sagt:

    Alles falsch verstanden. Die Jungs haben ein völlig neues Format für Reiseberichte erfunden! Nach Diavortrag und Reiseblogs kommt Rescue-Tracking. Das Medienecho scheint das Konzept auf jeden Fall zu bestätigen 😉

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 4 Daumen runter 0

  2. avatar Arwed sagt:

    Ich verfolge diese Reise auch schon eine Weile. Mit großer Freude übrigens. Ich finde die beiden Jungs cool. Sie wollen offenbar nicht in einem Altenheim vegetieren oder im Hospiz verrecken. Die Älteren unter uns können das sicher verstehen….
    Wenn mittlerweile alle Rettungsorganisationen des Nordatlantiks ein Auge darauf haben, trägt das nur zur Verbesserung des Dienstes bei, im Übrigen auch für alle, die gerade dort unterwegs sind. Das bindet Ressourcen, zugegeben, aber, mein Gott, ein, oder zweimal mehr, was solls…. Feuerwehr holt auch schon mal (natürlich unter Lebensgefahr) eine Katze aus dem Baum.
    Vergesst einfach mal den Standard der drögen, blasierten Standardsegler, die schon satellitengestützt über Reiseabbruch twittern, wenn der Kühlschrank ausfällt oder die Brennstoffzelle.
    Aus dem Holz dieser beiden Zauseln wurden früher Helden geschnitzt…. habt Ihr die Bücher gelesen? Montessier? Erdmann? Heyerdahl?

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 14 Daumen runter 7

    • avatar Olli Schmidt-Rybandt sagt:

      Wie oft hat Erdmann Hilfe von außen angenommen, weil er nicht mehr weiterkam? Schlepphilfe, um einen Termin einzuhalten zählt nicht. Dabei hätte er auch draußen bleiben können, ohne sich und Boot in Gefahr zu bringen.

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  3. avatar Arwed sagt:

    P.S. Gerade ein Robin Knox sollte altersbedingt mitfühlen können, anstatt seglerisch-populistische Statemensts abzugeben, sosehr er in der Sache natürlich Recht hat…

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 7 Daumen runter 6

  4. avatar Kugelfisch sagt:

    Alleine die Aktion an der Kaimauer legt den Schluss nahe, dass die beiden nicht wirklich wissen, was sie da machen bzw. was auf Langfahrt zu tun ist.
    Sind halt Amerikaner – die machen vieles nach dem Motto “Ich hab’ zwar keine Ahnung und mach’ mich auch nicht eine Sekunde schlau, aber das hält mich nicht davon ab, mich für einen Crack zu halten und mich in schwierigste Situationen zu begeben.”, siehe die Spinner von krakenkissed.com. Ein ehemaliger Helicopterpilot wird/kann doch wohl nicht daran scheitern, einen schwimmenden Mülleimer ober den Atlantik zu schippern…
    Ich habe wenig Verständnis für die beiden, zumal ich sicher bin, dass sie nicht einen Cent an Spenden bei den Leuten gelassen haben, die ihnen schon auf (!) der Startlinie neun (!!) Mal helfen mussten – im Schnitt alle zweieinhalb Wochen. Was mich dabei ärgert ist, dass bei ihnen offensichtlich keinerlei Lern- bzw. Erkenntnisprozess eingesetzt hat und sie in ihrer Ignoranz weiterhin schon fast vorsätzlich Rettungseinsätze provozieren werden, die andere in Gefahr bringen und Geld kosten.

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  5. avatar pl_geee63 sagt:

    Tja, Blowfish, da ist sie wieder, die deutsche Arroganz: ” Sind halt Amerikaner, die machen…. ” Stimmt ja auch, haben offenbar wirklich nicht viel Ahnung, aber ob hier Lernprozesse schon eingesetzt haben oder nicht, sei mal dahingestellt. Aber trotzt Alter und Mangel an Ahnung und Erfahrung haben sie den Mut mal was zu machen. Learning by doing. Abgesehen vom letzten Malheur beim Festmachen nicht den Tiedenhub zu beruecksichtigen, haetten die anderen 8 eigentlich jedem passieren koennen – besonders wenn man ein Schiff aus Uebersee kauft und sich dann einige Maengel herausstellen.
    Stehen sie da mal drueber und goennen den alten Knaben eine gute Ueberfahrt.

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  6. avatar bordreporter sagt:

    Ich habe mit Steve Shapiro gestern am Telefon gesprochen, auch um meinen Artikel (in italienisch) zu schreiben, erschienen in meinem Blog http://www.bordreporter.com und im Segelmagazin Italia Vela. Und bei allem Hin-und-Her, ob die Beiden das Richtige machen, war eine Aussage von ihm (mit einem lachenden Auge) zu treffend: Die “Nora” war auf der Website von Wooden Ships in Dartmouth, Devon in England gelistet. Ich habe sie entdeckt, habe ein Angebot gemacht, und es wurde angenommen, also reiste ich nach Norwegen, um mir das Boot anzuschauen und es war genau, wie in der Beschreibung und ich habe nicht zweimal nachgedacht und es gekauft. Und die einzige Möglichkeit es nach Hause (in den US-Bundesstaat Maine) zu bekommen, ist über den Atlantik zu segeln.”

    Aber Steve sagte auch, dass sie jetzt mit den Wartungs- und Reparaturarbeiten in England beschäftigt sind und danach weiter nach Gran Canaria segeln wollen, um von dort aus den Atlantik mit Ziel Barbados überqueren wollen.

    Die Beiden sind keine unvorbereiteten Abenteurer.

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